Ausgabe 
14 (10.12.1854) 50
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der Herr sie allezeit schützen möge (36); der Bischof spricht nun ein Abendgebetund nachdem der Diacon die Gläubigen ermahnt hat: Inclinste sci impositicmemmsnus, ertheilt der Bischof den Abend segen und der Diacon schließt die Versamm-lung: Lxite in pave. Ebenso wird am Morgen der Morgcnpsalm, dann die Gebetefür die Katechumenen, Energumenen u. s. w. gebetet, und nachdem diese entlassensind, ermahnt der Diacvn zum Gebete, daß Gott diesen Tag und alle Zeit deS LebenSunS'schützen möge (37), der Bischof betet daS Morgen geb et (38), und gibt denMorgensegen; worauf der Diacon: ^dito in psce (39). Auch für die Früchtedes Feldes soll das vorgeschriebene Gebet verrichtet werden (4l)), so wie auch für diein Christo Verstorbenen (41); die Erequien für diese werden am dritten, nenntenund vierzigsten Tage abgehalten und am Jahrestage ihr Gedächtniß dadurch gefeiert,daß von ihrer Hinterlassenschaft Spenden an die Armen verabreicht werden (42); diesesgilt aber nur von den frommen und gläubig«. Verstorbenen (43); bei den Todtcn-mahlen soll indeß die größte Ordnung, Mäßigkeit und Nüchternheit herrschen (44).Flüchtlinge» welche ihres Glaubens wegen aus einer andern Stadt vertrieben wurden,sollen gastliche Ausnahme und Unterstützung finden (45). Jeder soll zufrieden seyn mitder Stelle, welche er in der Kirche einnimmt und die Ordnung Christi nicht stören,kein Kleriker aber soll ein höheres Amt in der Kirche sich anmaßen (46).

(Nun folgen die kirchlichen, apostolischen Canones.)

Kirchliche Notizen.

Königsberg. Am 15. Nov. Vormittags 10^ Uhr versammelten sich dieMitglieder derevangelischen Dissidenten" im Kneiphöfischcn Junkerhofe zum Gottes-dienst. Es waren 48 männliche und 1!3 weibliche Personen anwesend. Zu orderstwurt>e das Lied:,Wenn Einer alle Kunst und Weisheit hätte zc," gelungen und dannvon Dr. Rupp ein Vortrag über:Was Wahrheit ist, ron der Christus gelehrt,"gehalten. Darauf wurde eine Tause abgehalten, vor weicher das Lied:LiebeS Kindlieblich und mild :c " gesungen wurde, Dr. Rupp legte dem Kinde die rechte Handauf die Stiine mit den Worten:So sey gegrüßt, Anna Louise," womit dieHandlung beendet war. Während des Gottesdienstes wurde kein Gebet verrichtet.

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DaSMagdeb. Jüd. Voiköbl," bringt folgende Neuigkeiten im Jndenlhum: InBerlin wohnten 1839: 6028 Juden, 185V: »946, jetzt über 13,000 DaSpreußische Ministerium hat entschieden, das jüdische Stadtverordnete bei der Wahl derProvinzial-LanstagSal'gcoidnklen nicht mitwählen dürften. Der oberste Medizinal-Director der Heilanstalren bei der französischen Armee in der Krim ist ein Jude,Dr. Michael Levy, In Nordamerika ist im Jahre 5614 ein Jude, Herr Benjamin,zum Senator, ein anderer, Herr Cohn, zum Repräsentanten gewählt worden; deramerikanische Gesandte in Span en, Svnlcz, ist ein Jude, und der Agent der ameri'a-nischen Regierung in Biüssel, Belmont, ebenfalls, In demselben Jahre sind 8000Juden dort eingewandert.

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PiuS lX. Es war im Jahre 1844 oder 1845, in den Carnevalötagen, zuJmola, wo kardinal Masten damals den bischöflichen Stuhl einnahm. Vr dem zum40stündigen Gebete ausgestellten heiligen Sacramenle kniete der fromme Oberhin inder unterirdischen Capelle (Crypla) der Haupikirche, als von Seufzern unterbrochenesGeschrei und herzzerreißende Klagen in sein Ohr drangen. Der Bischof eilt hinauf,findet einen von Dochstichen schwer verwundeten Mann, kauert sich zu ihm nieder,befragt ihn leise über seinen Unfall, hebt ihn auf, legt ihn auf seine Kniee und forschtemsig nach der verwundeten Stelle. Auch schickt er durch den ersten besten nach einem