Ausgabe 
14 (31.12.1854) 53
Seite
418
URN (Seite)
  
 
Einzelbild herunterladen

418

Die Mehrzahl aber jener 200,00(1 Heidenkinder, denen jährlich vor ihrem Todenoch das Glück der heiligen Taufe zu Theil wird, sterben eines ganz natürlichenTodeS. In Sutschuen allein, dem rauhen Berglande, von dem das Sprichwort sagt:Alter Mann, geh' nicht nach Sutschuen!" und das darauf antwortet:Und duJüngling, geh' nicht nach Canton!" (in das sittenlose Nest), in dieser Provinz alleinwurden schon vor 10 Jahren jährlich über 20,000 Heivenkinver in Todesgefahr getaust;mit Hilfe des Vereins der heiligen Kindheit aber hat sich diese Zahl fast versechsfacht(1852 belies sie sich auf 115,423). Darunter sind nach einem Bericht des hochwür-digsten Bischofs von Sinite, E. Jos. Defleches (vom 1. Nov. 1852) nur wenigeausgesetzte, da die Mehrzahl jener unglücklichen Kleinen, die man einmal nicht behaltenwill, gleich nach der Geburt heimlich getödtet wird. Man wird sich weder über diesegroße Anzahl von Taufen noch über den anscheinenden Widerspruch wundern, wennman bedenkt, daß Sutschuen 300 Stunden lang und 320 Stunden breit ist, 12Städte eisten, 19 zweiten, 121 dritten Ranges, nebst unzähligen Flecken und Dörfernhat mit einer ungeheuren Volksmenge (worunter etwa b0,000 Christen). Da in diesemVicariate die Umstände und Verhältnisse für das Taufwerk ganz besonders günstigsind, so hat sich schon 1838 eigens zn diesem Zwecke ein Verein gebildet,englischeGesellschaft" (soeietss i>nM>i<?3) genannt, die anch vom heiligen Vater bestätigt undmit Ablässen beschenk! wurde. Und da in dieser Provinz nach dem Zeugnisse deshvchwürdigsten Bischofes Perrochcau die Hälfte der Kinder sterben, ehe sie zum Ge-brauche der Vernunft kommen, so laß/ sich denken, welch ein unermeßliches Felddiesem Verein offen steht.

Dem chinesischen Volke ganz unähnlich ist das anamitische, das den Kindermorddurchaus verabscheut; dagegen huldigt es aber einem ebenfalls sehr verderblichen Aber-glauben, indem es Kinder, die ihre Mutter verloren, verhungern läßt, und Jeden,der ein solches berühren oder gar ernähren wollte, als Mörder bestraft wissen will,sobald das Kind, und wäre es auch erst lauge Zeit hernach, sterben würde, ES magdas freilich unglaublich scheinen, aber wo gibt eS einen Aberglauben, der vor demLichte der Offenbarung oder der gesunden Vernunft nicht alö Unsinn erschiene? Ueber-haupt darf man im Heivcnthume wenig Gutes suchen unv dieses wenige wird von demvielen Bösen und Verderblichen überwuchert. Beten wir inständig, daß der Herr auchdiese blinden Heiden erleuchten möge, un.d fahren wir fort, das Wirken der so opfer-willigen Missionen anch materiell nach Kräften zu unterstützen.

Concilien des vierten christlichen Jahrhunderts.

(Fortsetzung.)

25. Wer ein Empfehlungsschreiben von einem Bekenmr *) beibringt, soll nach-her von dem Bischöfe ein Schreiben über seine Wiederaufnahme (litterse cominum'ea-torise) **) erhalten.

26. DaS doppelte Fasten soll alle Samstage gehalten werden.

27. Bischöfe und andere Kleriker sollen nur ihre Schwestern und Töchter, wennsie Gott geweihte Jungfrauen sind und keine fremde Frauen bei sich haben.

23. Die Bischöfe sollen von den,n, welche nicht communiciren, keine Gabenannehmen.

29. Die Energumenen sollen am Altare nicht namentlich genannt und nicht zumDienste am Altare zugelassen werden.

30. Wer in seiner Jugend einen unzüchtigen Lebenswandel geführt hat, sollzum Subdiaconate nicht zugelassen, und wenn solche orvinirt sind, abgesetzt werden.

Lonlessionis litteliie, nach der Meinung Einiger die Empfehlungsschreiben, welche vonBetennern, Märtyrern den Büßern gegeben wurden, nach Andern Empfehlungsschreiben, daß Einerein Bckenner sey.

»«> csu. SS.