Armc, und bekenne demüthig und aufrichtig deinen unheiligenWandel, und sie wird mit Frcudcnthrcincn dich umhalsen, undmit der himmlischen Lösegcwalt, gleich dem barmherzigen Sa-mciritan, sacramentalischen Wein und Oel in deine Seclenwundengießen, sie gchcimnißvvll heilend verbinden, und dich wieder mitdem Lilienklcidc der h eiligmache ndcn Gnade schmucken,worüber der Himmel sich freut, und die Hölle knirschet.
Ja, noch mehr! Ein köstlich Mahl ist dir bereitet, wunder-bar dich stärkend i» Dieser zweite» Taufgnadc, die du erlangt durchinnern Schmerz und Bußthnincn; denn der von einer schwerenKrankheit Genesene bedarf stärkender Nahrung. Diese findest du indem allerhciligstcn Altarssacramcntc, in welchem Jesus durchseine heilige Kirche sich selbst uns zur Scclenspcisc gibt, um nichtuur die hciligmachcnde Gnade in uns zu erhalte» und zu vermeh-ren, sondern um sich mit uns auf'S innigste zu vereinigen, vonläßlichen Sünden zu befreien, die Seele vor zukünftigen Uebelnzu bewahren, die böse Lust in uns zu mindern und zu unterdrü-cken, und uns den Eingang zum ewigen Leben zu eröffnen.„Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, bleibtin mir und ich in ihm » . . der hat das ewige Leben."(Joy. v, 57, 59.)
Wer kann unsere Seele mehr heiligen, als der Urheber allc^Heiligkeit selbst, wenn wir uns recht ost und wohl vorbereitet mitihm in diesem Sacramente zu vereinigen suchen?
So will uns der Heiland mittelst seiner heiligen Braut,der heiligen, römisch-katholischen Kirche , heiligen, sucht denVerlornen, heiligt den Unheiligen, kräftigt ihn mit himmlischerSpeise, und gebiert und führt ihn zum ewigen Leben.
Der Stammbaum dcö menschlichen Geschlechtes, der Ehestand,wurzelt im Paradiese, gepflanzt, gesegnet und geheiliget von dem,der da sprach: „Wachset und vermehret euch, und erfül-let die Erde." (Genes. 1, 28.) In reiner Liebe, ferne vonwilothicrischcr Lnst, in heiliger Absicht, nach Gottes heiligem undweisem Endzwecke knüpfe sich das eheliche Band zwischen EinemManne und Einem Weibe — Mann und Männin, zwei in EinemFleische — Ein großes Geheimniß, ein Sinnbild der VerbindungChristi mit der Kirche — Ein wichtiger Stand auf Erde », ei»scgcnvvllcr für Kirche und Staat. Segen- und gnadcnvoll für dieVerehelichten, wenn sie durch Wachsthum in Rcligionskenntnisft»,Gottesfurcht und Tugend in ihrem jugendliche» Stande, wieNebckka, Joseph, Tobias, Sara ?c. sich dazu vorbereiten,uud so ihre Jugcndjahre heiligen, wozu ihnen eben wieder, wiewir bisher betrachtet, die heilige Kirche durch Lehre, Heilungs-und HciligungSmitlcl heiligend an die Hand geht. Nur einfrühe veredelter und sorgfältig gepflegter Banm läßt gute Früchteerwarten. Die Jugcndjahre sollen auch in dieser Beziehung diePflanzschule für deu ehelichen Stand seyn, deren sorgfältige Pflegeder Heiligung in den Händen der Kirche liegt. Kenntnisse inder Religion, Gottesfurcht, Frömmigkeit und Tugend müssen mitden Jahren zunehmen. O gebet uns eine fromme Jugend, undWir geben euch fromme Eltern I
Im Ehestände sind der Pflichten viele und schwere, derDrangsale, anch in der glücklichsten Ehe, ost nicht wenige, hartund drückend, die Erziehung der Kinder in der Furcht des Herrnsehr schwierig, kummcr- und mühevoll; die Pflichten der Ehelcutegegen Gott, gegen cinaiwcr, gegen ihre Kinecr, Untergebene,Ncbenmenschcn :c. mannichfachc; Ehelcute sollen einander lieben,schützen, und nie verlassen, als gctrc»c Gefährten durch das ganzeLeben, was immer für Trübsale und Mühseligkeiten sie treffen
mögen, so wie Christus seine Kirche beständig liebt, schützt undnie verläßt.
Wohl eine schwere Bürde, ihr Eheleute! lastet auf euer»Schultern. Ihr sollet in cuerm ehelichen Stande bisin den Tod gottselig verharren, und cuerc Kinderchristlich erziehen. Ihr brauchet höhere Kraft, höhere Weihe,und diese wird euch vom Himmel durch die Kirche i» dem hl.Sacramcntc der Ehe, wenn dieser Stand nach Gottes weiserund heiliger Absicht angetreten und gehalten wird, uud wird eralso angetreten, so ist solchen Ehclcutcu verheißen Gottes Segen,Vermehrung zcitlicher Güter und Nahruug, gotteSfürchtige undgehorsame Kinder und Kindcskiuder, und nach dem Austritte ausdieser Welt die ewige Seligkeit.
Also ist es wieder die heilige Kirche, welche heiligend vor-bereitet, heiliget dnrch das hl. Sacramcnt der Ehe. uud lehretund führet und leitet durch das heilige Wort und andere sacra-mcntalische Gnaden, wie auch durch tägliches Gebet, auf diesemDornige» Pfade zum ewigen Heile.
Wie bei dem Eintntte i» dieses Leben und durch den ganzenVerlauf desselben, so sucht die Kirche beim Austritte aus dieserirdische» Laufbahn den Menschen durch die hl. Sterb sacra-mcntc zu reinigen, mit dem Mgercchtcn auszusöhnen, zu heiligen,und so in den Schooß des ewigen Friedens zu führen; ja ihremütterliche Liebe bleibt nicht beim Grabe stehen, sondern bethätigtsich noch eifrig über dasselbe für die leidende Kirche durch dasinnige Band geistiger Gemeinschaft. Wie ein tröstender Engeles scheint der Priester am Sterbebette, wenn kalter Schweiß dieStirne decket im Kampfe mit dem Tode, und sanftes Wehen eineshöhern Geistes erquickend und crmuthigend durchströmet seine gläu-bige Seele, sey es, daß ich betrachte die hl. Sacramcntc, odervie kraft- und salbungSvvllcn Gcbcte und Segnungen der Kirche.Die Kirche ist hier die reale Repräsentation des wahren, göttlichen,barmherzigen Snmaritan in diesem wichtigen Monuntc, von demeine Ewigkeit abhängt, damit, w.nn der Ewigkeiten Thore sichöffnen, kühlende Luft, (wie schön ein Anderer sagt,) aus andererWelt in das vom Todcsschweisze feuchte Angesicht beseligend wehe.
Wer ist es nun aber, durch welchen die Kirche die beseligendegöttliche Lehre uns ertheilt, und die Heilsqucllcu so mütterlichliebend uns öffnet, und deren Gnaden so reichlich auospcndet?Der Priestcrstand ist es, dem sie — die Kirche — auch wiederhöhere Kraft und Weihe gibt, damit sie — die Priester — ihregeistlichen Aemter recht und wohl versehen mögen; besondere Gnade,vasz sie als Lichter auf dem Leuchter, als das Salz der Erdeerfunden werden , daß sie gekräftigt, wie durch Worte, so vorzüg-lich durch Beispiel, Lehren.
So ertheilt nun die Kirche dnrch jedes heilige Sacramcnteine besondere, eigene Gnade, um durch alle Stufen undStände des menschlichen Lebens zu reinigen und zu heiligen.
O heilige Kirche, wie kann ich dich genug erheben! Wahr-lich von dir rufe ich auch aus: „Saucta et immaeulala . . .eiuiliu8 to IgucIil)U8 vtlvi-am, nvseio." Oktio. K. Al. in 83dl).„Vicii civilolvm 8gnelinn ^vrusalem novam clöSLonelentomcls coolo a Duo ..." ^noe. 21. Wie glücklich, in dem Schvoßceiner so reinen und heiligen Mutter zu ruhen, an ihrem Herzenso wonniglich sich zu nähren! „Deine Brüste sind besserals Wein: sie riechen nach den allerbesten Salben:dein Name ist ein ausgegossen Oel." (Hohcl. 1, 2.2, 10.) Wahrlich: „Dein Bauch ist wie ein Waizen-Haufen, von Lilien umlagert.« (Hohcl. 7, 2.) Was vonder göttlichen Weisheit geschrieben steht, 'l)öre ich von dir sagen