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Augsvurger
Iweite Jahreshälfte.
KD.
Poftzeitung.
s« Au« 1845.
Leben des seligen Petrus Canisius ,
Priesters der Gesellschaft Jesu .
(Münst. SonntcigSblatt.)
Petrus Ccinisius wurde im Jahre 1.521 den 8. Mai zuNymwcgcn in Geldern geboren, in demselben Jahre, in welchemJgnatius Loyola iu Pampclona verwundet ward und in jenerbewegten Zeit, wo durch die Reformation der unselige Kampfgegen die Kirche sich erhoben hatte. Carl V. war deutscher Kaiserund Leo X. saß auf dem römischen Stuhle. Canisius stammteaus einer geachteten Familie. Sein Vater, reich und angesehen,wissenschaftlich und beredt, leitete sorgsam vic Erziehung seinesSohnes und unterrichtete ihn selbst in den Elementen der Wissen-schaften. Schon als Kind und Knabe liebte Canisius die Einsam-keit, sonderte sich häufig von der Menge ab und suchte einsameOrte. DaS Gebet war seine Freude. Selbst Abtödtungcn, welchedie Jugend kaum ahnet oder verwirft, kannte und liebte CanisiuS.Er trug heimlich ciu hartes und rauhes Bnßhemd. Die gewöhn-lichen Spiele der Jugend waren ihm fremd. Am liebsten ahmteer pricstcrlichc Handlungen nach, sang Kirchenlieder, sammelte dieBessern seiner Gespielen um sich und ermähnte sie in kleinen Re-dlu und Predigten zum Guten. Frühzeitig offenbarte sich in ihmeine glühende Verehrung des allcrhciligsten AltarSsacramenteS.Daher fand man ihn nicht selten iu der Kirche vor dem hochwür-digcn Gute in Gebet und Betrachtung. Er bebte vor dem Ge-danken einer Sünde und bewahrte deßhalb die Tugend der Un-schuld, diese heiligste Blüthe des LebenS, von frühster Kindheitunangetastet.
Mit fünfzehn Jahren verlies; CanisiuS das väterliche Hausund kam nach Köln , um seinen Geist durch höhere Wissenschaftenauszubilden. Unter Leitung dcö Nikolaus EschiuS, eines eben sofrommen als gelehrten Mannes, betrat CanisiuS die wissenschaft-liche Laufbahn. Eschius ward ihm Lehrer und geistlicher Führer.Canisius machte rasche und bewunderungswürdige Fortschritte.Man staunte nicht weniger über die Tiefe und Zartheit seinesGemüthes, als über die Schärfe seines Verstandes, und baldwaren die ersten Gelehrten Kölns seine Freunde. Sein unermü-deteS Streben ging dahin, gediegene Wissenschaft mit wahrerFrömmigkeit zu verbinden und so leuchtete er schon als Jüngling
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für Köln im Lichte der Weisheit und in der Kraft der Tugend.Schon jetzt offenbarte sich, wie er Allen Alles werden sollte.Darum war er Freund der Gelehrten, Muster der Frommen,aber auch Freund und Vater der Armen. Seine Liebe gegen dieArmen ging so weit, daß er nicht selten seine Bücher verkaufte,um den Armen geben zu können.
CanisiuS hatte bereits das Ziel seines Lebens festgestellt: —Gott und der Kirche zu dienen war der Entschluß dcö Jünglings.Er folgte dem Zug!' der Gnade, schlug die edle und reiche Braut,welche der Vater für ihn bestimmt hatte, aus, zog die evangelischeArmuth einer reichen Pfründe vor, lehnte deßhalb selbst ein an-sehnliches Kanoniccit in Köln ab, und bat seinen Vater, ihm dochin der Wahl seines Amtes und Standes volle Freiheit zu lassen.Der Vater wußte die Gesinnung seines Sohnes zu schätzen undüberließ ihn fortan seiner Neigung.
Nachdem Canisius seine Studien am Gvmnasium Montanumzu Köln vollendet und unter Leitung seines treuen Führers Eschiusdie Gefahren des jugendlichen Lebens glücklich überstanden hatte,widmete er sich dem Studium der Philosophie, und zwar mit soglücklichem Ersolgc, daß er am Schluß des philosophischen Cursusmit dem Doctorhnt beehrt ward. Darauf studirtc er das welt-liche Recht zu Köln , das geistliche zu Löwen, verwandte jedochden größt-n Theil seiner Zeit für die theologischen Wissenschaften,und so mit gediegener Gelehrsamkeit allseitig gerüstet ward er be-reits von den Gelehrten seiner Zeit anerkannt als tiefer Philosoph,gründlicher Rechtskcnner und großer Theolog- So groß er indeßin den Augen Anderer war, so klein erschien er sich selbst. De-muth war die Grundlage seines Lebens, Demuth krönte den gro-ßen Mann, und gab ihm jene Liebenswürdigkeit des Charakters,welche in die Gemüther dringt und die Menschen mit einerunwiderstehlichen Gewalt gchcimniszvoll fesselt. Die Wissenschaftblähte ihn nicht auf, denn er hatte das Geheimniß erkannt, inwelchem alle Schätze der Weisheit verborgen liegen, — JesumChristum, und dicstn als den Gekreuzigten. Man sagt von ihm,er habe, um gegen die eitle Ruhmsucht der Gelehrten sich zu be-wahren, unter seinen Büchern und Papieren den Calvarienbcrgaufgerichtet. Im steten Hinblick auf den Gekreuzigten bildete sichallmcilig die bewuuderungSwürdigc Weisheit, Tugend und aufopferndeLiebe, womit alle Schritte seines Lebens bezeichnet wann.
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