Ausgabe 
5 (20.7.1845) 29
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In cin besonders nahes und freundschaftliches Verhältnißtrat er mit dem berühmten kölnischen Theologen und SchriftstellerLaurentius Surius . Sie untcrhiclten sich oft über die Weiseeines heiligen Lebens und über das Verlangen nach den himm-lischen Gütern, und Canisius rettete seinen Freund von dem Gifteder neuen Lehre, welche ihn fast anzustecken drohte. Beide er-kannte», daß das Leben kurz, die Hoffnungen der Menschen eitelund hinfällig und alle Wünsche nichtig und ungewiß seyen, wennsie nicht den Himmel suchen. Surius trat in die Karthause deshl. Bruno in Köln .

Um diese Zeit war von Paul

lung unter den höhern Ständen, und seine Liebe zu den Armenhatte bereits die Herzen des Volkes ihm gewonnen.

Mittlerweile starb Canisius ' Vater; er eilte deßhalb nachNvmwegen, um die Kindespflicht an ihm zu erfüllen, nahm dengesetzlichen Antheil von der Hinterlassenschaft seines Vaters inEmpfang und verwandte einen bedeutenden Theil davon, um zehnseiner Genossen in Köln zu unterhalten, das Ucbrige gab er denArmen. Von Nvmwegen reisete er sogleich wieder nach Köln .Auch auf dieser Reise war er nicht unthätig. Er traf auf demWege drei Jünglinge, mit welchen er von göttliche» Dingen mitsolcher Kraft sprach, daß diese durch seine Sieden bewogen sofortder Welt entsagten und zwei davon in den Karthäuscr-Ordentraten, der dritte aber in die Gesellschaft Jesu aufgenommen wurde.

Aller weltlichen Sorgen frei, vollendete nun Canisius dasOpfer und wurde im Jahre 1545 im 25. Jahre seines AltersPriester. Nunmehr widmete er sich aufs Neue den Studienund es fing au, die Fülle und der g.-.nze Reichthum seines Geistessich zu offenbaren. Am Montano - Gymnasium zu Köln wurde erzum Magister der evangelischen Geschichte erhoben, während er ander Universität über ras Sendschreiben des hl. Paulus an Timo-theuS Vorlesungen hielt. Bei Auslegung der hl. Schifft beflißer sich der Beleuchtung durch die hl. Väter, die er unermüdctstudirte und dadurch einen so reich-n Schatz von Gelehrsamkeit sicherwarb, daß er in der Folge die an Gründlichkeit ausgezeichnetstenWerke schrieb. Damals schon gab er die Schriften Cyrilli desAlexandriners heraus. Er predigte in Köln mit Macht dem Volke,wies ihm dem Irrthum gegenüber die Wahrheit und begeisterte

jener Orden bestätigt,welcher nach den: Plane der Vorsehung Großes für die katholischeSache und für das Heil der Menschheit wirken sollte, der Ordendes hl. Jgnatius oder der Orden der Gesellschaft Jesu . PeterFabcr, der erste Genosse des hl. JgnatiuS, war nach Main; be-rufen, wo er über die göttlichen Schriften lehrte, zum Volke pre-digte, mit den Gegnern des katholischen Glaubens disputirte undin den geistlichen Uebungen des hl. Jgnatius Anleitung gab. DieZeit war gekommen, wo an Canisius in Erfüllung gehen sollte,was eine fromme Wittwe Ncinnlda schon in seiner Kindheit überihn geäußert hatte. Canisius selbst bezeugt, wie sie im Kreise vonFreunden oft von den schweren Ungewittcrn gesprochen, welcheüber den Katholicismus hereinbrechen würde», wie ein neuer Or-den von Priestern entstehen würde, durch welche Gott treue Ar-beiter in seinen Weinberg senden und daß er auch ihn ^Canisius )ihnen beigesellen werde. Seine Schriften und Bemühungen wür-den zur Zeit der Kirche vieles nützen. Sie klopfte bei dieser Ge-legenheit dem Knaben Canisius , welcher damals 13 Jahre alt war,auf die SchulKr und fuhr fort:Auch dieser wird einer aus derFamilie jener Priester Jesu seyn, der die Wunde» der Kirche hei-len, viel arbeiten und schwitze» wird."

Kau», horte Canisius von der Stiftung dieses Ordens undvon der Anwesenheit Fabcr'S in Mainz , als er Köln verließ undnach Mainz eilte. Er glaubte in Faber einen Engel des Him-mels zu erkennen und übergab sich sofort und unbedingt der Lei-tung des großen Mannes, welcher mir der tiefsten Gelehrsamkeiteine kindliche Frömmigkeit und alle Gaben eines wahren VolkS-lchrcrs verband. Er wohnte den geistlichen Uebungen des hl.JgnatiuS bei, und noch ehe sie vollendet waren, erkannte er, daßdieses der Orvcn von Priestern sey, worüber die gottselige Nei-nalda sich geäußert hatte. Schon unter den geistliche» Uebungen

äußerte Canisius den Wunsch, in die Gesellschaft Jesu aufgenom- ^ Frömmigkeit,".? die'siege'nde Macht'der Wahr-

heit waren die Waffen, womit sie wacker kämpften, glücklich sieg-ten. Und bald waren Volk und Senat wieder gewonnen und den

es durch Erwcckmig des wahrhaft katholischen Glaubens.

In Köln schienen sich damals, um das Jahr 1546, dieUnistände mißlich gestalte» zu wollen. Der Erzbischof Hermannvon Wied , wenig bewandert in den göttlichen Wissenschaften, warden listigen Nachstcllnngcn der Gegner heftig ausgesetzt. Soforterhoben sich Peter Canisius und Johannes Groper zum heiligenKampfe für die Wahrheit. Die Gegner wußte» einige Gliederim Senate der Stadt zu gewinne» und hofften, die Zcsuiten zuvertreiben. Doch die Jesuiten wollten lieber alles Ungemach dul-den, als eine kranke Stadt verlasse». Auf Befehl des Seiiatesmußten Canisius und seine Genossen sich trennen. Sie blieben inKöln , äußerlich getrennt, im Herzen desto inniger vereinigt. Inverschiedene Stadtviertel vertheilt, wurden sie für jeden Theil derStadt cin Licht im Dunkel, ein Salz wider die Fäulniß derIrrlehre».

icht

Scmftmuth, Demuth, Geduld, Ergebenheit, wahre

men zu werde» und Fabcr, der in ihm ei» würdiges Glied des!

Ordens erkannte, genehmigte seinen Wunsch. Es war am Festeder Erscheinung des hl. Michael , an seinem 23. Geburtstage,am 7. Mai 1543, als Canisiuö in den Orden der GesellschaftJcsu eintrat.

Bald nach seiner Aufnahme in den Orden wurde Canisius von Fabcr wieder nach Köln gesandt und dahin trug er nun mitder ganzen Lebendigkeit jugendlicher Kraft jenes himmlische Feuer,welches er aus dem Munde deö fromme» Mannes geschöpft hatte.Er setzte seine Studien fort, ergab sich aber der Pflege der Ar-men und der Uebung der LicbeSwerke mit solchem Eifer, daß seineStudien daruntcr litten. Faber milderte durch Briefe das jugend-liche Feuer und gab zu bedenken, wie er an einem so wichtigenOrte, wie Köln , durch gediegene Wissenschaft festen Stand fasse»und wohl erwägen müsse, was er in Zukunft säen wollte. Cani-sius gehorchte und ergriff wiederum die Studien mit ungetheilterKraft. Sein Ruhm als Gelehrter bereitete ihm bald seine Stcl-

Jesuiten ward ei» freies und ungcstöiteö Wirken in Köln gestattet.CanisiuS trat wider Buzer von Straßbnrg, Melanchthon undPistvr, die nach Bonn berufen waren, in den Kampf, bewährtesich herrlich im Kampfe für die katholische Wahrheit und wurde ander Spitze einer auserlesenen Gesandtschaft des Klerus, der Aka-demie und der Stadt Köln nach Lüttich gesandt, um durch denBischvs von Lültich, Georg Austriacus, dein Sohne Kaiser Mar-milians I., auf den Kaiser für die bedrängte kölnische Kirche zuwirken. Da cr aber in Lllttich sein Geschäft nicht so schnell alser dachte und wünschte, vollenden konnte, so übernahm er, umdie Stunden nicht mußig hinzubringen, nach der Weise der Gesell-schaft Jesu die Kanzel, tröstete die Katholiken und gewann nichtwenige für die alte Wahrheit. Viele brachte er durch die geistlichenUebungen des hl. JgnatiuS zu einem andern und bessern Leben.Oft predigte er drei und viermal im Tage und bekehrte Männer