Ausgabe 
5 (10.8.1845) 32
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Dann ordnet sie noch sorgsamIhr ganzes kleines Haus,Und z''crt's mit süßen WUnnenUnd bunten Bänvcrn aus!

Dann f.icher sie die Lampe Der Liebe lodernd an,Und schreitet so ^ur 'IfortcVoll Seligkeit hinan!

Sie öffnet sie sinkt uicr>er!

Blickt zum Altarcsdom,

U»d stammelt: Mein Erlöser!

?!nn komm! Mein Jesu! Komm!

I. Sigbart.

Aus dem Hirtenbriefe

des hochwrirdigstcn Bischofes von Paderborn , FranzDrcppe r.Erlassen am 13, Inli 1845.

Wie maiuiichfachc Wtchsclfällc und Veränderungen, wie mancheGefahren und unqünstigc Zcitvcrhältnissc bcdrohcten das altehrwür-digc BiSthum Padcrborn von der Zeit an, da der glaubensstarkeKaiser, Earl der Große, cS gründete, bis auf den heutigen Tag?Aber die gefahrdrohende» Stürme sind vorübergegangen, und derWeinberg des hl. LiboriuS, den die Rechte des Herrn gc^pflanzt hat, besteht fort, ja ihm ist nach den überstcmdcnenStürmen einer wechsclvollcn Vergangenheit eine Ausdehnung ge-worden, wie nie zuvor. In ununterbrochener Reihenfolge führtenvor Uns 56 Bischöfe den Hirtcnstab über Unser Bisthum, vondem ersten und frommen Bischof Hathumar an, bis auf Unsernin Gott ruhenden ehrwürdigen AmtSoorgängcr Richard us. Unterihnen haben viele um die Stadt und das Bisthum Paderborn sichhohe Verdienste erworben, sey cS durch das Licht herzlicher Fröm-migkeit und apostolischen Eifers, womit sie ihren Untergebenenvoranlcuchtcten, sey eS dnrch die tiefe Einsicht und Umsicht, womitsie dem zeitlichen und ewigen Wohlc der ihnen anvertrauten Hecrdcihre unermüdliche Sorge wiömetcn, sey es durch den Glaubcns-und Kampfesmnth, womit sie dieselbe in bedrängnißvollen Zeitengegen die sie bedrohenden Feinde bewachten und schützten, sey esdurch die thatkräftige GotteS- und Nächstenliebe, womit sie erhe-bende Tempel erbauten zur Ehre des Höchsten, UnterrichtS-Anftaltcngründeten zur Heranbildung einer gottcsfürchtigcn Jugend, oderdurch milde Stiftungen bleibend fließende Quellen der Erstickungund dcS Trostes eröffneten für die leibende Menschheit.

Mit dankbarer Verehrung blicken Wir hin auf die langeReihe jener treu befundenen nnd nun in die Fr ende ihresHerrn eingegangenen Hirten. Das Andenken ihres gott-gefälligen, pflichttreuen, ausdauernden Wirkens, die Erinnerungan den Schutz und Segen Gottes, der auf ihren Arbeiten ruhcte,wird auch Uns zur Ermunterung dienen, alle Unsere Kräfte demUns gewordenen Apostolische» Amte zu weihen, auf daß Wir zurEhre Gottes, zum Wohle der Kirche und des Staates, und zuEurem Heile, geliebte Diöcesanen! den Bischöfliche» Stuhl derehrwürdigen Kathedrale einnehmen, in welcher so viele Denkmälerdes Frommsinncs Unserer verklärten AmiSoorgängcr Uns umge-ben.

Während Wir also im Aufblicke zum Hinimel, und im Rück-blicke auf die Vergangenheit Ermunterung und Ermuthigung zur

Uebernahme der schweren, Uns gewordenen Bürde finden, läßtauchdie Gegenwart, so ernst und sorgcnerregcnd sie vor Uns liegt,Uns nicht ohne Trost; denn Wir sehen in Unserm DomcapitelUns umgeben von einem Kreise ehrwürdiger, im Dienste der Kircheergrauten Brüder, die mit dem Ncichthume ihrer Kenntnisse undErfahrungen ihren Beistand Uns nicht versagen, vielmehr UnsereSorgen theilen, und dnrch Rath und That die Last des heute vonUns angetretenen Amtes UnS erleichtern werden. Wir sehen inden Städten und Dörfern Unsers ausgedehnten Bisthumes eingläubiges Volk der Hirtcnsorge würdiger Priester anvertraut, die^mit der Wissenschaft des Heiles, mit bewährter N'nnve in Führungder Seelen, Liebe ihres hohen Berufes und einen erbauendenWandel verbinden, die als gntc Hirten treue Sorge tragen fürldie ihnen anvertraute Hecrdc, und in Lehre und Beispiel sie hin-führen auf gute Weide. Ja, bei dem Gedanken an die zahlreichen,Unsrer Sorge übcrwicscncn Kinder, die Unserm Herzen so nahe,Leiber dem Wohnsitze ihrcö Bischofs und Vaters so ferne liegen,^ wo könnten Wir Ncruhigung finden, wenn nicht in dem Vertrauen,^welches wir auf Eure vereinte, eifrige Mithilfe setzn, ehrwürdigeBrüder und Mitarbeiter in dem Weinberge des Herrn.

In einer Zeit, in welcher so unsäglich Vieles abhängt vonwürdigen Priestern, die in Wort und Wandel, in Liebe,im Glaube», und i» Reinheit das Vorbild der Gläu-bigen, das Licht der Welt, und das Salz der Erdesind, in solcher Zeit werdet Ihr nicht täuschen die Hoffnung! Eures Bischofs, werdet seine Freude seyn und sein Trost, werbetmit Glaubensmnth und Bernfstrcnc um ihn Euch schaeucn, mitUhni, wie gesunde Glieder eines kräftigen Leibes Euch einen zu^gemeinsamen heiligen Streben, ans daß Wir kämpfen einenIguten Kampf, die Laufbahn vollenden und den Glau-ben bewahren. Viele aus Euch vernahmen einst aus UnsermMunde die Lehren unsers heil. Glaubens. Erweiset Euch nun alsUnsre treuen Gehilfen an der Euch angewiesenen Stelle dcö gött-lichen Weinberges; lasset vor den Enrcr Hirtuisorge übcrwiesencn! unsterblichen Seelen das Licht EureS thatkräftigen Glaubens undpriestcrlichen Wandels leuchten; verkündet mit Eifer das göttlicheWort, spendet mit Winde die heiligen Sacramcnte, feiert zur.Erbauung der Gläubigen das heiligste Opfer, snchct mit Liebe die^Verlorenen, seyd Väter der Armen, Tröster der Trauernden; wid-met Eure eifrige Sorge dem Unterrichte der Jugend, auf daß siein den Geist und Zusammenhang der christlichen HcilswahrhcitcnI tiefer eindringe, und das Wort Gottes die Leuchte ihres L.bcns! werde, und ihr Schirm gegen die mannichfachc» Gefahren, welche!im jugendlichen Alter den Glanben und die Unschuld bedrohe».Vernachlässiget die Gnade nicht, die Euch verliehenlst mit Auflegung der Hände des Priesterthums.Ihr habet dc» Hcrr» erwählt zu Eurem Erb theile. Lasset^ nicht erkalten die erste Liebe, womit Ihr Ihm Ench wcihctet, undEr ist es, der Euer Erbe Euch wieder erstatten wird.

Aber auch an Euch alle, vielgeliebte Diöcesanen, haben WirWorte väterlicher Liebe und Ermahnung zu richten, an dem Tage,an welchem Wir zum Erstenmale als Bischof und Hirte EnrerSeelen, als Wächter Eures Glaubens zu Euch reden. Eingedenkder Gefahren und Kämpfe, welche gegen Eure Glanbcnslrcue,und gegen Eure Anhänglichkeit an die einige, heilige, katholische,Apostolische Kirche, unsere Mutter, in unsern Tagen sich erheben,fleheten Wir heute beim Antritte Unsres Obcrhirtcnamteö für EuchAlle zu dem Vater der Erbarmungcn, und Wir werden nicht müdewerden für Euch zu flehen: Heiliger Vater, erhalte sie inseinem Namen, die du mir gegeben hast. Heilige sie