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Postzeitung.
Zweite Iahrcohällte.
M° S8.
SÄ. Sept. Ä84S.
Aus dem Lebe» des hochwürdigften Bischofs ^ wieder zu fthcn hoffen." Di.se Freunde trafen den Grafen und
von Mü»»fter,
Caspar Maximilian, Neichsfrciherrn Droste zuV ischering.
(Münst. Sonnt.igöblatt.)
Caspar Maximilian stammt aus dem alten Geschlechteder Münster 'schcn Erbdrostcn, der Ncichsfreihcrrcn, jetzt GrafenDroste zu Vischering, und wurde auf dem Schlosse Vorhelmam 9. Juli 1770 gehören; sein Vater war der Fürstlich-Mün-ster'sche Geheime Rath Clemens August Droste zu Vische-ring, seine Mutter Sophie Alcxandrine von Droste Füch-ten. Nachdem er im elterlichen Hause von Privatlehrern, undnamentlich von Nckolaus Vüngens, der am 31. April 1808 zuMünster als Professor der Kirchengeschichtc starb, unterrichtet war,besuchte er 1788 die Universität zu Münster, und widmete sichhier drei Jahre lang den philosophischen und theologischen Stu-dien. Er war damals schon im Besitze der Dompropstei zu Min-den, und erhielt im letzten Jahre seiner akademischen Laufbahnvom Papste Plus VI. eine Präbcnde im Domcapitel zu Münster, auf welche seines Vaters Bruder, Maximilian Heinrich, zuseinen Gunsten resignirt hatte. Um seine Kenntnisse zu erweiternund in Rom am Grabe des Apostelfürsten seine Andacht zu ver-richten , unternahm er eine Reise nach Italien und Sicilien. Nach-dem er am 2. December 1791 beim Domcapitel Urlaub zum Ne-suche der Gräber der heil. Apostel genommen hatte, reisete er balddarauf ab; sein ciltcrer Bruder Adolph Heidenreich, seinLehrer Büngcns und der Hauptmann Colson begleiteten ihn.Die ewige Stadt, der Mittclpunct der katholischen Welt, wo Alles,was das Alterthum und die neuere Zeit Großes hervorgebrachthat, gesammelt ist, und wo die größten und merkwürdigsten Denk-mäler der Kunst und Religion aufbewahrt werden, machte auf dasfromme Gemüth des jungen Droste einen bleibenden Eindruck.Zu Portici im Königreiche Neapel traf er im April 1792 denberühmten Grafen Friedrich Leopold Stolberg, den er schonin Münster kennen gelernt hatte. Er verließ diesen zwar nacheinigen Tagen, aber »ur um ihn in Sicilien wieder zu sehen.„Am 29. April," schreibt Stolberg, „nahmen wir des Morgens
seine Begleiter im Juni zu Palermo wieder, und erfreuten ihn,wie dieser sagt, auf der schönen siciliscbcu Reise mit ihrer Gesell-schaft. Nachccm Caspar Maximilian nach seiner Rückkehrvon Sicilien in der PcterSkirchc zu Rom, wo die heil. Gebeinedes Apostclfürsten ruhen, am 29. September 1792 seine Andachtverrichtet hatte, verließ er diese Stadt, bestärkt in seiner Anhäng-lichkeit an d>n apostolischen Stuhl. Nach Münster zurückgekehrt,führte er ein stilles, zurückgezogenes Leben, um sich zum geistlichenStande vorzubereiten. Am 22. Februar 1793 empfing er dieheil. DiaconaiSweihc (die Subdiaconatswcihe hatte er bereits am7. Juli 1791 empfangen) und wurvc am 1Z. Juli 1793 zuRheinc, wo sich der damalige Wcihbischvf d'Alhaus gewöhnlichaufhielt, zum Priester gcwcihct. Mit inniger Andacht und hohemErnste empfing er dieß heil. Sacrament, es nicht ahnend daßer berufen war dasselbe in der Folge so Vielen wieder zu spen-den. Seine erste heil. Messe feierte er am folgenden Tage in derCapcllc des Schlosses Darfcld im Krcisc der Scinigcn.
Die Zeit, wo Gott ihn zum Hirtcnamtc berufen wollte, kambald. Im Jahre 1795 starb der Wcihbischof von Münster, Carld'Alhaus, und zu seinem Nachfolger wählte der Kurfürst von Köln und Fürstbischof von Münster, Erzherzog Maximilian Franzvon Oesterreich, den durch Frömmigkeit und Tugend ausgezeich-neten jungen Domherrn, Freiherr» Caspar Maximilian Droste. Papst PiuS VI. bestätigte den Gewählten, und gab ihm den Titeleines Bischofs von Jericho. Die feierliche Weihe wurde auf den6. September 1795 festgesetzt; der Kurfürst selbst nahm die heil.Handlung vor, und ncihete außer dem Wcihbischofe von Münster den Freiherr» Ferdinand von Lüning und Carl von Gru-ben, jenen zum Fürstbischöfe des neu errichtete» FürstbisthumsCorvcy, diesen zum Bischöfe von Paros und Wcihbischofe vonOsnabrück. Bei der Weihe assistirten die damals hier in derVerbannung lebenden französischen Bischöfe von Ltmoges und Seez.Die Feierlichkeit der Consccration dieser drei Bischöse ist, wie dasMünstcr'sche Jntelligenzblatt vom 7. September berichtet, „mitgroßer Pracht und Ordnung in der hohen Domkirche vor sichgegangen, und der Anstand und die Würde, mit denen Se. Kur-fürstliche Durchlaucht diese Function vornahmen, allgemein bewun-