Ausgabe 
5 (28.9.1845) 39
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diSciplin abzuändern. So waren die Plane des stolzen Herrschers l vanna unter Ferdinand III. , dem Sohne des Kaisers, der eigent-

cm wehrlosen aber vom Geiste der Kirche durchdrungenen Män-nern gescheitert; zum ersten Male besiegt, ließ er das Conciliumam 2. Octobcr auflösen. Es wird dieses in der Kirchengeschichteniemals einen Namen erhalten, aber ein schönes Denkmal der

apostolischenbleiben.

Caspar

liche Führer des kaiserlichen Heeres, und dadurch das gottgesegneteWerkzeug, die Geistcrschiacht Der tirolischen Beter gegen den Pro-testantismus mit den vereinten Mitteln der Kaiscrmacht zu unter-stützen, ganz nach dcn Ansichten und Ueberzeugungen, die sich inGesinnung vieler der dabei versammelten Prälaten!den frommen Gemüthern festgesetzt hatten. Begeistert von dem

! feurigen Zureden seiner fernen Freundin und Landsmännin, dienach j ihm gewissen Sieg prophezeite, wagte er im Jahre 1634 die ent

Maximilian kehrte am 12. Octobcr 18 ll

Münster znrück und erhielt später von Pius VII. , nachdem dieserim Triumphe nach Rom zurückgekehrt war, ein Brevc vom 17.August 1814, worin er seinen unerschrockenen apostolischen Sinnund seine Anhänglichkeit an den Stellvertreter Christi aufErden rühmlichst erwähnte.

(Schluß folgt.)

Die Macht des Glaubens und Gebetes.

(Fortsetzung.)

GallaS stammte aus Judicarien und bestimmte sich alsJüngling für die militärische Laufbahn, zog über die Alpen ohneanvcrcs Gepäck als seinen unverwüstlichen katholischen Sinn, derihn unbeschwert zum muthigstcn Kämpfer für die katholische Sachemachte. Er diente zuerst unter Tillv der katholischen Ligue, spä-ter im kaiserlichen Heere ansangS in Flandern, hernach in Italien und Deutschland , und schwang sich durch Geist, Gewandtheit undHeldenmut!) zu den höchsten HccrcSwürden empor. Die fliegendeEile von einem Orte zum andern, der Muth mit geringer Mann-schaft eine weit überlegene Macht plötzlich anzufallen und zu schla-gen, die Kunst, sich in kürzester Zeit mit Umsicht unangreislich zuverschanzen, waren seine drei vorzüglichsten Eigenschaften, und da-durch stieg er zum kaiserlichen General-Feldmarschall-Lieutcnant auf,für seine großen Dienste mit Ansehen und Reichthum kaiserlich be-lohnt. Mitten in diesem ehrenvollen Gewühl von Kampf undSieg dachte er mit der Zärtlichkeit der ersten Liebe an seine Hci-math Tirol, mit der kindlichfrömmftcn Gesinnung hangend amkatholischen Glanbcn, thcilnehmend an der glühend erwachten An-dacht seiner Heimalhgebirge, nur von dieser Gottesbcgristerung derGemüther Sieg für den Kaiser, Heil für das Vaterland erwartend.Seine erste Gemahlin war Jsabclla, eine Tochter des GrafenSigmnnd von Arco, die ihm keine Erben gebar. Als er sichgegen das Jahr 1622 mit dnn Edclfräulein Dorothea Annavcrheirathctc, einer Tochter Philipps von Lodron, wurde er mitder Giovanna näher bekannt, die damals in der Blüthe vonzwanzig Jahren stand. Er knüpfte mit ihr jenen wnndersamenGeisterbnnd, der sich aus den Gebirgen Tirols leitend und ord-nend ins Hccrgcwühl nach Böhmen bis an die Ostsee schlang,und alle seine Schritte mit gchcimnißooller Gottcsmacht leitete.Er stand unaufhörlich mit ihrem Beichtvater in Verbindung, und

scheivende -Schlacht bei Nördlingcn gegen die Schweden , die unterBernard von Weimar und Gustav Horn heranrückten, er stlbstglühend wie ein Jüngling in den Flammen der GvttcSbewcqungaus Tirol, getragen durch die mächtigen Schwingen des entzücktenGebetes, mit einem Kreuze auf der Brust, das ihm Giovannaals Unterpfand des Sieges geschickt, ein anderes Kreuz ebenfallsvon ihr seinen Vorposten voraus, fast zu persönlich kühn, weilfortgerissen von der Sicgeöfreudigkcit, die ihm aus den tridcutini-sehen Alpen zugeflossen. Das Heer der Feinde wurde gesprengt,viele Officiere ersten und zweiten Ranges lagen todt auf demSchlachtfcldc, andere wurden gefangen, Horn selbst verwundet,Bernard von Wcimar entging mit genauer Noth der Gefangen-schaft. Durch diesen unerwarteten Schlag war das erstemal derSiegesstolz der Schweden auf deutscher Erde vernichtet, die Ucbcr-macht der Protestanten gebrochen, und ungeachtet der Krieg nochviele Jahre fortwüthcte, war die tödtliche Wunde bet Nördlingcndoch nicht mehr zu heilen. Die Gegner fühlten selbst am tiefstendie Wichtigkeit dieser Niederlage, und bis auf dcn heutigen Tagist der Haß gegen GallaS nicht erstorben.

Er stiftete im Einverständnisse mit seiner hellsehenden Freun-din das Karmeliterkloster in Trient auf dem Nordsonncnabhangeüber der Stadt als dankendes- Siegeszeichen für die GottcShilfeaus Tirol. Das Denkmal ist gefallen wie so viele andere inTirol im Sturme des antikathvlischen Princips, aber in denAugen kundiger GeschichtSfrcunde singen die Ostcrkränzc von tau-send Pfirsichbäumen noch alljährlich von den schönen Hügeln her-unter von GallaS und seinem Siege, vom Uebcrgewichtc der katho-lischen Sache durch die aus Gott geschöpfte Glaubenskcaft derTiroler.

Von diesem Zeitpuncte an änderte sich der Zustand derGiovanna auf einmal. Sie wurde ein wundersames Wesen, ihrevorige Schlachtenfreudigkeir war verschwunden, das Gräuclbild desdreißigjährigen Krieges zog mit tövllichen Pcincn in ihre Seeleein, mit dcm Klagegcwinsel der Sterbenden, mit dem erstorbcnenWuthblick der Todten, mit dcm unseligen Röcheln trostloser Ketzer.Furchtbare Schmerzen zuckten durch ihren Leib, erstickende Trost-losigkeit durch ihre Seele, ihr Hcrz schien sich zu spalten in strö-mender Thränenfluth über das Unheil eines Krieges ohne Mensch-lichkeit, ohne Schonung des deutschen VluteS in deutscher Brüder-schlacht. Sie sah in diesem KricgSabscheu eincS TageS die Hölleangefüllt mit Verdammten aus deutschen und italienischen Schlacht-bediente sich in seinen Briefen einer eigenen Chiffer zur Unter-^ fcldern, unv ächzte in tiefer Angst:Das sind die Blutfrüchteschrift, um dic Quelle seiner Schlachtplätte und seines ganzen Ver- aus Deutschland und Italien ! Seelen, erlöst durch Christi Blut,

Haltens sorgsamst zu verdecken. Als WallcnstcinS Benehmen immerbedenklicher wurde, fragte er Giovanna um Rath, was er in die-ser räthsclhaften Lage der Sachen thun solle. Sie antworteteschnell:Wallcnstcin ist ein Verrcithcr an dcn Katholiken, und

crkaust mit dem übcrschwänglichen Preise seiner Todesangst gehenjämmerlich verloren im liebclvscn Mordgewühle. Die gegenwär-tigen Zeiten sind schlechter als die ersten Zeiten der Kirche imHcidenthum und in heidnischer Blutgewalt. Damals tödtcten un-

diescm Verrathe wird er zum Opfer fallen!" Auf ihr Anrathen ^ zählige Tyrannen dic heiligen Blutzeugen, diesen die Thore desmachte er jenen frühzeitigen, gchcimnißoollcn Rückzug aus der Paradieses öffnend, sich selbst dcn Schlund des Verderbens. Aber

nächster: Umgebung seines Oberfcldherrn, und rettete durch seineUmsicht dcn Kaiser und die Kampfchrc der katholischen Schlacht-luch. Er wurde dafür genau nach dcn VorauSsagungen der Gjo-

dle jetzigen Tyrannen sind grausamer, sie verspritzen das Blut derChristen, und senden sie schaarenweise in die Hölle, verdammtihnen nachzufahren, wenn sie nicht Frieden stiften I" Mit zermal-