Ausgabe 
5 (5.10.1845) 40
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Iweite Jahreshälfte.

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dem Leben des hochwürdigften Bischofsvon Munster ^

Caspar Maximilian , Neichsfreiherrn Droste zuVischering.

(Schluß.)

Zwar niedergeschlagen über die traurigen politischen und kirch-lichen Verhältnisse, aber mit festem Vertrauen auf Gott , der seineKirche wohl prüfte, aber nie verläßt, kehrte Caspar Maximi-lian von Paris nach Münster zurück. Doch noch zwei Jahreharter Prüfung mußten vergehen, noch erst viele kirchliche Insti-tute und Stiftungen heiliger und frommer Männer fallen, da er-hörte Gott die Gebete für das unterdrückte Vaterland; auf demSchlachtftlde bei Leipzig wurde im October 1813 DeutschlandsBefreiung erfochten. Die Nachricht von dem großen Siege ver-breitete sich schnell durch das ganze Land und rief überall diegrößte Freude hervor, feierliche Dankfefte wurden in allen Kirchenbegangen. Wie der Herr die frommen Gebete der für die gerechteSache Kämpfcnden erhörte und wie die Sieger Gott die Ehregegeben, das legte der hochwürdige Weihbischof der Bürgcrwacht^Mannschaft von Münster , als er die ihr von des Königs Majestätgeschenkten Fahnen am 17. October 1815, am Tage vor wrErbhuldigung, aus dem Domhvfe stierlich einweihete, nachdrücklichans Herz, und ermähnte sie zum unumschränkten Vertrauen aufdie allwaltende Vorsehung und zur unverbrüchlichen Treue gegenden König.

Caspar Maximilian stellte in den kriegerischen Unruhenseine Reisen zur Ertheilung des heil. Sacramcnts der Firmungnicht ein, vielmehr besuchte er auch während derselben nicht alleineinzelne Psarren der Diöccse Münster, sondern auch der Erz--diöccse Köln . Als aber der allgemeine Friede wieder hergestelltwar, konnte er seinem Eifer, für die Ehre Gottes und das Heilder Menschen zu wirken, ungestörter nachkommen. Am 26. August1816 trat er eine große apostolische Reise an ia die ErzdiöccscKöln und bcsuchte die ganze Rhcingcgcnd bis an die Gränzen derNiederlande . Mehrere tausend Familien strömten ihm in feierlichenProcessionen entgegen, und baten für sich und ihre Kinder umdas heil. Sacramcnt der Firmung, In Gladbach wurden alleinm fünf Tagen 24,437, und während dieser Reise vom 27. August

1816 bis 4. Februar 1817 im Ganzen 328,597 Gläubige ge-filmt. Er ertheilte auch vielen Candidaten des geistlichen Standesin dieser Zeit die heiligen Weihen; in der Domkirchc zu Köln wurden allein 63 Priester gcwcihet und 109 erhielten die andernheil. Weihen. Doch nicht allein in Köln , sondern auch in denKirchen zu Düsseldorf, Bonn , Koblenz, Dürcn, Mal-me dy, Aachen und mehrerer anderer Städte spendete er das hl.Sacramcnt der Priesterweihe und zwar nicht bloß Kandidaten ausder genannten Erzdiöccsc, sondern auch aus dcn Diöcescn Trier und Lüttich und der Holländischen Mission; überhauptwurden 97 Priester gcwcihet, und 316 empfingen die andernWeihen zum geistlicbcn Stande. Caspar Maximilian wirktebis zum Jahre 1325 im Erzbisthum Köln als Weihbischof, ebenso auch für dic Katholiken in Holland bis zum Jahre 1833.Mehr als einmal bcsuchte er die weite Erzdiöccse, in den Jahren1822 und 1823 sogar jährlich zwei Mal; 1822 weihte er auchdie Kirche zu Bcnrath bet Düsseldorf ein. In Münster warum diese Zeit die Zahl der zu Weihenden bei jeder Ordinationsehr groß; alle junge Geistlichen aus den Niederlanden kamen biszum Jahre 1833 zu diesem Zwecke dahin, eben so auch viele ausder Diöccse Osnabrück , so daß an einem Tage wohl 290 unddarüber die heiligen Weihen empfingen. Caspar Maximilian hat im Ganzen mehr als einer Million Katholiken die hl. Fir-mung, und 3173 Diaconen die heil. Priesterweihe ertheilt, derandern Weihen, deren Zahl mlhr als das dreifache beträgt, nichtzu gedenken. Mehrcrc der von ihm gewcihctcn Priester sind inder Folge auf bischöfliche Stühle berufen worden, z. B. der ver-storbene Erzbischof von Köln, Ferdinand August Graf vonSpiegel , der jetzige Erzbischof, Clemens August, Freiherrvon Droste, der Bischof von Lüttich, Cornelius van Bommel,der Bischof von Paderborn , Franz Drcpper, der Weihbischvfund apostolische Vicar von Osnabrück, Carl Anton Lüpkc.Zudem hat unser hochwürdigster Bischof das gewiß seltene Glückgehabt fünf Bischöfen, Joseph von Hommcr, Bischof vonTrier, Richard Dammers , Bischof von Tibcrias und Weih-bischof, nachher Bischof von Paderborn , Clemens AugustFreiherr Droste zu Vischering, Bischof von Calama undWeihbischos von Münster, nachhcriger Erzbischof von Köln , Baronvan Wykersloth, Bischof von Curlum und Weihbischvf von