Ausgabe 
5 (5.10.1845) 40
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Holland, und Franz Arnold Mclchers, Bischof von Hebron nnd Wcihbischvf von Münster , die Consecration, dein 'Abte Karlron Kerscnbrock zu Licsborn und dem Prior Eugen im Tra-pistenkloster zu Klein-Burloe die Bcncdiction zu ertheilen. Sokann mit Recht von dem würdigen Jubelgreise gesagt werden, wasPaulinus vom heil. Ambrosius von Mailand erzählt: daßer allein mehr gesinnt und gcwcihet habe, als fünf seiner Nach-folger. Aber nicht allein die Tausende, denen er in Deutschland und den Niederlanden die Hände aufgelegt, sind Zeugen seinerapostolischen Thätiqkcit, und bewahren Dankbar sein Andenken, son-dern auch viele Kirchen und Altäre, die er am Rhcine und inWestfalen geweiht hat, erinnern an sein langes gesegnetes bischöf-liches Wirken.

In der Diöcesc Münster fuhr er auch nach der Wiederbe-sctznng des bischöflichen Stuhles, welche nach einer beinahe zwanzig-jährigen Erledigung am 7. Juli 1321 erfolgte, wie bisher fort,alle bischöflichen Functioncn allein zu verrichten, und vollends alsder neue Bischof, Freiherr Ferdinand von Lüning nicht langenach seinem Antritte von einer schleichenden Krankheit befallenwurde. Dieser muszte als sich seine Gesundhcits-Umstände täglichverschlimmerten, ,'m Octobcr des genannten Jahres ans Anrathender Aerzte alle Geschäfte aufgeben; er verließ Münster , um esnie wieder zu sehen, und begab sich auf das Gut Ahsen in derNähe von Soest , zu seinem Schwager, um hier Erholung vonfrühern Anstrengungen zu suchen. Bald darauf reiste er nach demihm so theuern Corvey , das er einst als Bischof und Fürstregierte, und beschloß hier den trüben Abend seines Lebens. Erstarb am 1!). März 1825 und wurde am 22. beerdigt.

Unter der Regierung des Bischofs Lüning war die DivccseMünster in Folge der Circumscriptions-Bulle vom 16. Juli 1821bedeutend vergrößert worden, indem das Best Rcckling Hausen,früher zur Erzdiöccsc Köln gehörig, das mit der nunmehr aufge-hobenen Diöcesc Aachen verbunden gewesene Herzogthum Eleve,die dem Weihbischofe von Osnabrück untergeordnet gewesene Graf-schaft Oberlingcn und die von den nordischen Missionen ge-trennte Psarrc zu Oldenburg damit vereinigt wurden. Es hatteauch unterdessen das Domcapitel zu Münster das Recht der freienWahl der Bischöse wieder erhalten, und machte hiervon jetzt zumersten Male Gebrauch. Die Augen vieler waren auf den lang-jährigen würdigen Weihbischof gerichtet der bei der Einrichtungdes neuen DomcapitelS im Jahre 1823 zum Dechant desselbenernannt war, und dadurch Gelegenheit gefunden hatte die Feierdes Gottesdienstes im Dome dessen er sich immer mit Eifer an-genommen noch mehr zu fördern. Die Wahl war auf den 15.Juni 1825 festgesetzt; die Feierlichkeiten dazu begannen am 12.mit einem dreizchnstündigcn Gebete,damit der Herr, der dieHerzen Aller kennt," sagt das hochwürdige Domcapitel in seinemPastoral-Schreiben,uns zeigen wolle, wen er erwählt habe."(Apostclgcsch. 1, 24.) Die Geistlichkeit der einzelnen Pfarren vonzahlreichen Schaarcn Andächtiger aus allen Ständen begleitet, sowie die Schüler des Gymnasiums, die Studirenden der Akademieund die Alumnen des bischöflichen Seminars begaben sich abwech-selnd in feierlichen Proccssioncn zur Domkirche, um von Gott dieGnade zu erflehen, daß die Wahl auf ein würdiges, das Wohlder Diöcesc und das Seelenheil seiner Untergebenen wahrhaft för-derndes Oberhaupt fallen möge. Sowohl an diesem als am Tageder Wahl selbst hielt der Weihbischof die feierliche heilige Geist-Messe. Die Wahl ging am genannten Tage nach kirchlicher Regel!vor sich, und gegen 11'/^ Uhr Morgens wurde dem königl. Be-vollmächtigten, Grasen von Merveldt , durch eine Deputation^

des DomcapitelS gemeldet, daß dieselbe zu Stande gekommen,worauf sich dieser ins Capitclhaus begab, vor dem versammeltenCapitel Namens seiner Majestät des Königs die Wahl genehmigteund Caspar Maximilian als gewählten Bischof begrüßte.Nachdem die Wahl der im Chöre harrenden Geistlichkeit bekanntgemacht war, verkündigte der Domcapitular und Professor Brock-mann dieselbe den in der Kirche zahlreich versammelten BewohnerMünsters, worauf ein dreimaliges Lebehoch unter den Gewölbender altehrwürdigcn Cathcdrale wiederhallte und die Freude der überdie getroffene Wahl laut bekundete. Als Papst Leo Xll. diesedurch eine Bulle vom 19. December 1825 nicht allein bestätigt,sondern auch durch zwei Sendschreiben vom nämlichen Tage derganzen Geistlichkeit und sämmtlichen Einwohnern der Stadt undDiöccse Münster Caspar Maximilian als ihren Bischof ver-kündigt und sie zur Treue und zum Gehorsam gegen den neuenOberhirten ermähnt hatte, wurde er am 4. April 1826, amTage des heil. Ambrosius , als der dreiundsechzigstc Nachfolgerdes heil. Ludgerus feierlich inthronisirt.

Mit jenem unerschütterlichen Vertrauen auf Gott , das ihnstets auch in den schwierigsten Zeiten beseelt hatte und voll vonheiligem Eifer, trat er in sein hl. Amt ein.Vereinigt eureGebete mit den unsrigcn," schreibt er an die Diöcesanen,damitGott Unsern Bemühungen zu Seiner Ehre und zum Heile derUns anvertrauten Heerdc Seinen Segen verleihe." Durch lang-jährige Erfahrung war er mit allen Verhältnissen der Diöcesc innigvertraut geworden und er konnte daher mit vollem Rechte in sei-nem am Tage der Inthronisation an die Geistlichkeit erlassenenHirtenbriefe sagen:Das Amt eines Weihbischofes haben Wirdreißig Jahre hindurch verwaltet und den Meisten von euch durchdie Auflegung Unserer Hände die heiligen Weihen ertheilt; euchalle kennen Wir, zugleich sind Wir aber auch euch allen bekannt."Und so war es; ein inniges vertrauliches Verhältniß bestand zwi-schen dem Bischöfe und der ganzen Geistlichkeit der Diöcesc, undwurde ferner unterhalten, ein Verhältniß wie das des Vaters znseinen Kindern. Alle Geistlichen besuchen den Bischof, wenn siezur Hauptstadt kommen, und werden von ihm auf das freund-lichste ausgenommen. Bei den Visitationsreisen, welche der eifrigeOberhirt fast jährlich unternahm, verkehrte er stets mit Pfarrernund übrigen Geistlichen nicht als Vorgesetzter, sondern als väter-licher Freund, er erkundigte sich mit der größten Theilnahme nachallen Verhältnissen, ermunterte und mahnte liebevoll zu einem hl.Eifer und war wahrhaft rührend, wenn er beim Abschiede,wenn auch nicht auf ein diesseitiges, doch gewiß auf ein jenseitigesfrohes Wiedersehen vertröstete. Dagegen wurde er auch nicht alleinvon der ganzen Geistlichkeit, sondern auch von den Laien inniggeliebt und hochgeehrt. Auf allen seinen Visitationsreiscn, welchenTheil der Diöcesc sie auch immer berühren mochten, wurde erimmer mit Herzlichkeit und unter großen Ehrenbezeugungen vonden Bürgern und Landbewohnern empfangen und gleichsam imTriumphzuge von Ort zu Ort begleitet. Uebcrall strömten Tau«sende zusammen, um den geliebten Obcrhirtcn zu sehen, ihm ihreAnhänglichkeit und Verehrung zu beweisen und seinen Segen zuempfangen; man hatte nicht allein die Kirchen und die Ocrtcr,welche er besuchte, sondern auch die Wege, durch welche er kam,festlich geschmücket. In den Jahren 1837 und 1833 wurde ervon körperlichen Leisen schwer heimgesucht und konnte längerej Zeit hindurch seinen Amtsfunctionen sich nicht unterziehen. ManI hegte allenthalben Bcsorgniß um den verehrten Obcrhirtcn, groß!war daher Die Freude, als er zum ersten Male wieder im Dome^beim feierlichen Gottesdienste erschien. Der Empfang auf seiner