Ausgabe 
5 (12.10.1845) 41
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nach der weißen Anordnung des Hochwürdigstcn Bischofs vonEichstädt Alles zusammen, um diese Tage zu einer wahren Jubel-feier zu machen und Manchen, die vielleicht Jahre lang in be-drängtem Gewissen dahin gelebt, mit cinemmale die Fesseln derSünde zu nehmen. Die bischöflichen Hochämter und alle Prachtim Dome fesselten die Gemüther und faßten das Herz des Men-schen von der sinnlichen Außenseite, die Proccssionen und alle dieMenschcnzügc, die aus weiter Ferne herbeiströmten, brachten eineeigene Stimmung der Religiosität und der Verpflichtung zu geisti-ger und nicht bloß äußerlicher Fcsithcilnahmc hervor, die Predig-ten endlich erschütterten die Seele und führten sie und hoben sieaus dem weltlichen Taumel mit cinemmale zu den Wahrheiten derEwigkeit, und es war kein Frieden und keine Ruhe mehr, bevornicht Jeder seine Last in der Beichte zu den Füßen des Priestersniedergelegt halte. Die acht Väter der Redemvtoristcn, unterwelchen sich auch Pater HugueS, der llebcrselzer der Werke desheiligen AlphonS befand, wechselte» in den Predigten so ab, daßJeden die seiner Individualität am meisten entsprechenden Gegen-stände trafen. Hohe und Niedere nahmen an den Vorträgen un-ausgesetzten Antheil; selbst aus dem Augsburgischen warenganze Gemeinden gekommen, eben so aus Württemberg .

Nachdem am Sonntag Morgen der Bischof von Eichstävtdie Schlußprcdigt in der Domkirche gehalten un.d in der wärm-sten Begeisterung zur Bewahrung der nun gewonnenen Früchteangefeuert hatte, hielt der Hochwürdigstc Bischof von Straßbur.zdas letzte Pontisicalamt und am Nachmittag die Vesper, nachwelcher die Schlußproccssion in derselben Ordnung, wie die zurEröffnung, statt fand. Die beiligen Reliquien wurden von demjlrcuzaltar, auf dem sie bisher ausgesetzt waren, erhoben und dannin die Stadt hinaus getragen, die während dieser acht Tage immerwie am ersten Tage geschmückt geblieben war. Dann wurden siewüdcr in dem Dome auf dem Willibaldsaitare beigesetzt, wo sieeine große Marmvrurnc bis zum künftigen Jubiläum verschließt.Nach der Rückkunft wurde die Feier mit einem feierlichen 'I'o Ooumgeschlossen, und ein schlagender Beweis, daß die Feier nurreligiöse Motive auch in den Einzelnen gehabt, in der kurzenZeit von einer halben Stunde schien die Stadt wie geleert, alleFremden waren verschwunden und auf der Heimreise begriffe».Am Abende brachten die Bürger der Stadt Eichstädt ihren hohenund aus weiter Ferne gekommenen Gästen, den Bischöfen, vordem bischöflichen Palais einen glänzenden Fackclzug. Der gauzeMagistrat begleitete denselben und brachte im Namen Aller denAusdruck seines Dankes. Die hiebci so wie während der übrigenFcstzcit an den Tag gelegte noble Haltung aller Bewohner Eich-städtS fand bei allen Fremden die vollste Anerkennung. Wunder-bar ist es, daß gerade am Schlüsse aller Feste der Himmel,der sich immer bisher heiter gehalten, überzogen wurde, und essogleich heftig zu regnen begann. Montag Morgens kam noch dasDomcapitel, um den Bischöf.n seine Aufwartung zn machen. UmMittag hatten alle unsere Mauern verlassen. Wer weiß, wannsolche Tage wieder über Eichstädt kommen!"

Deutschland .

Der Kirchcnztg. f. d. kath. Deutschland ^früherePaß. k. K. Z.) wird auö der Diöccsc Regensburg geschrieben:Auch im heurigen Jahre hat unser Hochwürdigstcr Herr BischofValentin für seinen Diöccsan-ZllcruS geistliche Uebungen und zwar

wieder an drei verschiedenen Orten zu Amberg vom 1. bis 6.,zu Metten vom 15. bis 19., und zu Regensburg vom 29.Sept. bis 4. Oct. abhalten lassen. So ist denn zum vicrten-mal seit dem Bisthums-Antritt des Hochwürdigsten Herrn Ordina-rius die große Wohlthat einer solchen Geistes-Erneuerung seinemKlerus zu Theil geworden, in welcher nach dem Ausspruche desheiligen Franz von SalcS unser Inneres - gleich einer Uhrzerlegt, gereinigt und wieder zusammengesetzt werden soll. VielePriester haben in jedem dieser 4 Jahre die ihnen dargebotene Ge-legenheit hiezu benutzt, und es dürfte kaum mehr hundert Geistlichein unserer weitauSgcdehnten Diöcese geben, welche des Segens die-ser Uebungen sich nicht theilhaftig gemacht hätten. Doch welcherPriester sollte auch hievon sich ausschließen, da unser Obcrhirtselbst hierin mit seinem Beispiele vorlcuchtct, indem er auch Heuerwieder in Metten an diesen Exercitien Theil genommen hat! VonMetten begab sich der Hochwürdigstc Herr Bischof nach Lamm,königlichen Landgerichts Kitzing, um die dortselbst am 29. Sept.stattgefunden«: Sccimdiz des wahrhaft Hochwürdigen Ortspfarrersund geistlichen Rathes Stephan Neinhold durch seine hoheGegenwart und durch persönliche Abhaltung der Festpredigt zuverherrlichen. Möge der Herr diesem Priester-Veteran zum Lohneseiner ausgezeichneten Verdienste im Fach ver Scclsorgc die selteneGnade verleihen, daß er nach 7 Jahren auch das Pfcirr-Jubilciumfeiern könne; denn bereits 43 Jahre sind vorüber, seit diesermusterhafte Priester des Herrn vie Verwaltung der umfangreichenPfarrei Lamm übernommen hat, der er noch immer in vollerRüstigkeit und Thätigkeit vorsteht! Von Lamm aus reiste Se.Bischöfliche Gnaden nach Reisbach , zur Enthüllungofcicr des Mo-numentes, das die Bürger NcisbachS, in Vereinigung mit mehre-ren anderen Menschenfreunden, den drei großen und edlen ReiS-bachcrn: Maximns von Jmhof, gewesenem Augustiner, Prior undProfessor der Phvsik, Jgna; von Streber, Bischof von Birtha undDomprvbst zu München , Xaver von Schwcibl, Bischof von Rc-genSburg, gesetzt haben. Dasselbe besteht in einer von Stiglmayergelungen gearbeiteten Marien-Säule, an deren oberem Sokeldie Büsten der vvrbemcrktcn Männer, aus Erz gegossen, ange-bracht sind. Se. Bischöfliche Gnaden hielt ein Seclenamt für dieRuhe der drei Abgeschiedenen, denen diese Feier galt, und hieraufnach der Monuments. Enthüllung am Fnße desselben eine begei-sternde Rede, worin der Verdienste jener edlen Nciebacher Erwäh-nung geschah, und zur eifrigen Verehrung der jungfräulichenGottesmutter und zur vertrauensvollen Anrufung ihrer Fürbittemächtig aufgefordert wurde. Wohl gegen 109 Priester von Naheund Ferne, selbst aus fremden Diöceseu, nahmen außer einigenweltlichen Beamten an dieser seltenen Feier Antheil, so wie andem darauffolgenden gemeinschaftlichen Festessen, bei dessen Schlüsseder Hochwürdigste Oberhirt einen patriotischen Toast auf das WohlSeiner Königlichen Majestät so wie des ganzen königlichen HauseSausbrachte.

Italien .

Rom . Cardinal Patrizi, Generalvicar Seiner Heiligkeit,spendete am 17. August an einen 27jährigen Muselmann,Ibrahim Effcndi aus Scutari, und an einen 24jährigen Israe-li ten, Joseph Namcr aus Konstcmtinopcl, die Sacramente derTaufe und der Firmung.

Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen.

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