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5 (23.11.1845) 47
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früher der englische Priester Weedall in gleicher Jahreszeit Augen-s unv siehe! Kommen auch Sie und sehen auch Sie, nicht bloß anzeuge des Vorganges gewesen sey und beinahe die gleiche Argu-seinem einzigen Morgen, sondern jeden Morgen, die ganze Octavementation über das Wunder in dem einen oder in dem andernSinne (d. h. als Wunder des Betrugs oder als Wunder in Wahr-heit) aufgestellt habe, was er in dem zu Birmingham erscheinen-den Lulliolie ^lu^a/iii sn<l Keview veröffentlicht, hiedurch zueiner lebhaften unv lange dauernden Erörterung Veranlassung ge

hindurch. Prüfen Sie genau, und Sie werden finden, daß dasFlüssigwcrden nicht nnr wirklich erfolgt, sondern daß sich zuweileneine Vermehrung des Volumens zeigt, worin meiner Ansicht nach,die bemerkenswertheste Eigenthümlichkeit bei diesem Vorgange besteht."So, entfernt von Leichtgläubigkeit, wie von Ungläubigkeit,geben hatte, in welcher die Gegner bloß hinter unhaltbare Hypo°!unv nach sorgfältiger Beobachtung in freier Ueberzeugung zu be-iheftn sich verschanzten. Herr Weedall konnte den Hergang mit kennen genöthigt: daß hier Etwas vor sich gehe, zu dessen Erklä-gleicher Bequemlichkeit beobachten, wie ich; er beschreibt denselben >rung weder menschliche Erfahrung, noch menschlicher Scharfsinn

mit den gleichen Umständen, wie ich; und er begnügte sich mitdem am Abend in St. Chiara Gesehenen so wenig, als ich, son-dern verschob ebenfalls sein Urtheil, bis er am folgenden Morgen-im Dom zum Zweitenmal Zeuge gewesen. Hier stand er, gleich

hinreiche darf von der reinsten Gewissenhaftigkeit dennoch dieFrage gestellt werden: wozu dieses Wunder? Diese Frage darfum so unbedenklicher gestellt werden, weil die Gewissenhaftigkeitzugleich eine durchaus befriedigende Antwort zu ertheilen im Standemir, neben dem Priester und überzeugte sich, gleich mir, daß bei ^ ist. Beobachte den Neapolitaner, wie lebhaft, wie beweglich, wie

der Weise, wie derselbe das Gefäß halte, die körperliche Wärmeauf den Stoff in dem Mschchcn, möge nun derselbe bestehen,woraus es sey, nicht den allergeringsten Einfluß zu üben imStande sey.Leichter," sagt er,würde die an einen Leuchtergelegte Hand eine Kerze entzünden, als jene Berührung einen festenStoff flüssig machen" Hiemit bin ich vollkommen einverstanden.

Es wurde Hrn. Weedall von einem Ungenannten eingewen-det:die gebildetesten und achtungswerlhcsten Neapolitaner undder Erzbischof selbst (damals der greift Cardinal Ruffo) glaubtenWahrscheinlich nicht an das Wunder. Darüber machte Hr. Weedalldie gleichen Bemerkungen, wie ich. Ich setze in das Begleitender Procession und in den Besuch des Königs bei dem Blut nichteinmal so großen Werth, wie er; das ließe sich am Ende alsOstentation deuten; solche aber konnte sür jenes Haupt einer derersten Familien Neapels , mit welchem ich in der Capelle zufälligzusammentraf, unmöglich Beweggrund des bloßen PrivatbesuchsWerden. Auch könnte ich einen andern und zwar nicht blvß durchsogenannte Bildung, sondern durch tüchtige Wissenschaftlichkeit aus-

gezeichneten Fürsten nennen, der mit der vollesicn Anerkennung desUnerklärbaren mit mir darüber sprach. Ein Gelehrter, der zwarnicht genannt ist, den ich aber wohl kenne, und der zu den unter-richtctcsten und achtungswerthesten Personen Neapels gewiß mitRecht gezählt werden varf, zugleich Mitglied des Domcapitels ist,sagte zu Hrn. Weedall:Ich will Ihnen frei meine Meinung ge-stehen. Ich bin nicht leichtgläubig, und prüfe Alles. Man sprichtoft von Wundern, welche da oder dort sich sollen zugetragen haben.Im allgemeinen schenke ich ihnen nicht leicht Glauben. Was aberdas Blut des heiligen Jcmuarius betrifft, sodarüber aufgehellt. Ich halte das Flüssigwerden augenfälligohne Bedenken für eine wunderbare Sache. Ließe sich vernünftigerWeiftannehmen, es walte unter uns ein geheimes Einverstcmdnisz?Sie kennen unsere Stellung. Wir bilden zwei getrennte Korpo-rationen mit verschiedenen Capcllcn und ganz abweichenden Rechtenund Privilegien. Mir ist nicht gestatte:, den Schatz zu betreten,

als Spielball seiner Einbildungskraft er sich erzeigt! Sein Auftre-ten, in welcher Gestalt du ihn sehen magst, seine Gebärden, derAusdruck seiner Sprache verräth dir schon sein wallendes Blut,seinen des Ungewöhnlichen bedürftigen Sinn. Bei einem solchenVolk könnte bloße Belehrung unmöglich lange vorhalten; dasselbebedarf Etwas, was ihm seine Abhängigkeit von dem Höhern nichtvor die Ohren, sondern durch die Augen vor den innern Sinnbringt. Ihm ist eine gewaltige Macht nothwendig, die ihn zwi-schenein von der Erde, welche gleich einer Buhlerin alle Reize undLocknngen vor ihm enthüllt, oder deren verzaubertes Kind er ist,losreist, die ihm laut und vernehmlich zuruft: cS ist Etwas überdir, in dessen Hand dein Geschick steht, was mit Segen dich über-schütten, was Landesnoth über dich herwälzen kann. Dieses Ver-borgene, Geheimnißvolle ist ihm, der weniger durch die Specula-tion, als durch das Wahrnehmbare sich ziehen läßt, zu unfaßbar,gewinnt unmittelbar auf ihn nicht diejenige Einwirkung, wie aufden mehr geistigen Menschen. Darum ruft jener alljährlich Wie-derkehrende Vorgang, für seine Begriffe weit verständlicher, ihmzu: das Verborgene, welches jenes so Erfreuende als Bekümmerndedir zu bereiten vermag, tritt dir nahe in seinem Boten, dem hei-ligen Jcmuarius, der zugleich dein Anwalt vor demselben ist; indem, was unter deinen Augen zu verschiedenen Zeiten des Jahressich zuträgt, hast du das Siegel, daß Gott deiner gedenkt, zu-gleich die Weckstimme, daß du seiner ebenfalls gedenkest.

An Calculatoren, welche längst schon in Groschen und Pfen-nigen berechnet haben, welchen Schaden dasjenige bringe, was sieAberglauben nennen, fehlt eS nicht; möchte einmal Einer in derist mir jeder Zweifel! Berechnung, welchen Nutzen die Beseitigung des Glaubens an die-len augenfällig und sts Wunder dem neapolitanischen Volk bringen dürfte, die Probeliefern! Wenn aber der leichtfertige, sinnliche, zu mancherlei Bösemgeneigte Neapolitaner auch nur einmal des JahreS, zerknirscht oderin Anbetung hingerissen, vor dem Altar liegt, auf welchem er dieverehrten Ueberreste erblickt, sollte dieses, weil er vielleicht, desanvern Tages wieder seinen gewohnten Gang fortgeht, darum gar

und die Kapellane vom Schatz haben keine Befu,,niß, in unserem seinen Werth haben? Und wenn ihr eine ganze Litanei von

Capitel sich cinznfindcn. Wir mögen uns gegenseitig k-nncn, eineengere Verbindung aber besteht unter uns nicht. Das Wundergeht bald in unserer Kirche, bald in der Capelle vor, und dießdurch so manche Jahrhunderte hinab, unter so vielen politischenRevolutionen, über welchen so oftmals die Interessen und die Ge-sinnungen der Bürger in Zwiespalt gekommen sind. Es wäreunmöglich, daß wir in verstcckier Spitzbüberei eine geheime Verab-redung treffen, daß so viele unserer Vorfahren sie hatten aufstellenund festhalten können. Wer über diesen Gegenstand mich befragenmag, dem weiß ich keine andere Antwort zu ertheilen, als

Schlimmem über die Neapolitaner abzukugeln Wisset, würde dieselbesich verkürzen, wenn ihr ihm das Wunder mit dem Blut desheiligen Jcmuarius zu sequestriren vermöchtet?

Die katholische Mission in Schweden .

(Katholik )

Stockholm , 31. Oktober. Es hat sich hie und da dieAnsicht geltend gemacht, die Schweden seyen nur darum intolerant,Komm jweil ihre Gesetzgebung sie dazu nöthige. Dagegen müssen Wir uns