derbnisse in der Kirchc seyen, gegen welche die Kirchenversammlungselbst die Stimme erhebt, welche aber nichts desto weniger nochbestehen und laut eine Verbesserung fordern. — Er behauptetimmer, daß die Theorie der Kirche rein sey, indessen nach gewissen,zu allgemein verbreiteten Andachtsbüchern und den Erzählungenmehrerer aufgeklärten und vom gewöhnlichen Protestantismus ganzfreien Reisenren fürchtet er, eS sey ein gutgeheißenes System vor-handen, welches in der Ausübung, statt der Seele des Sünderödie heilige Dreieinigkeit, den Himmel und die Hölle vorzustellen,die heilige Jungfrau, die Heiligen und das Fegfcuer an die Stellejener setzt. Allerdings bildet alles diess keinen wesentlichen Theildes Glaubens der Kirche; indessen gesteht er, daß dieses Systemso laut eine Reform erheische, daß es der anglicanischen Kircheunmöglich sey, sich der römischen in die Arme zu werfen."
Das sind also die Irrthümer des „praktischen Systems,"die Newmcm von der Kirche ferne hielten. Das Aufgeben dieservermeintlichen Dinge ist ihm die Reform, die er von Rom fordert,um alebald in Gemeinschaft mit demselben zu treten, „ungeachtetalles Widerspruchs der Staatsmänner und der bürgerlichen Gewalt."Man sieht hier, was Vorurthcile, anerzogener Haß vermögen,selbst bei einem Manne von so scharfem Blick und großem Geiste.Newmcm bucht anfänglich mit allen seinen Glaubensgenossen überdie katholische Kirche den Stab, seine Studien lassen aber keinenZweifel mehr in ihm aufkommen, daß alle Ergüsse des anglicani-schen Eifers Bcrlcumdungcn sind; er spricht die Kirche theoretischfrei. Unbekannt mit dem katholischen Leben und Leiden trägt erdas Bild, das ihm von Kindheit an von der Kirche gemacht undeingeprägt wurde, auf die Praxis über, und glaubt hier denGötzendienst, den Irrthum, die Lüge zu finden, die er in denDogmen der Küche vergebens sucht.
Will man die Thätigkeit und den Einfluß Newmcm's nachseinem ganzen Umfang kennen lernen und würdigen, so darf manden Antheil, den er an dir Herausgabe und Redaction der LritisKeritie bat, nick't übersehen. Als die cmglokatholische Partei erstarkte,schuf sie sich bald Organe, durch die sie ihre Ideen als fruchtbareKeime verbreitete. Dahin gehören die bereits erwähnten .Abhand-lungen für die gegenwärtige Zeit" und die IZritisI, eritic!, derenRedaction Newmcm übernahm. Es ist dieses eine Licrteljahrschrift,die eben so Theologie als Kunst und Politik in ihren Bereich ziehtund mit großer Gründlichkeit und umfassender Gelehrsamkeit vomanglokatholischen Standpunct aus beurtheilt. Die Gediegenheit undernst, wissenschaftliche Haltung verschafften der Zntschnft sehr schnellEingang und mit ihr auch puseyitischcn Ansichten und Grundsähen.
War Ncwman geistreich und muthig genug, die Halbheit deranglokatholischen Bewegung zu durchschauen und nach gewonnenerErkenntniß in die Küche zurückzukehren (denn daß seine Ansichtvon dem praktischen System ein Irrt um ist, bedarf keiner Erwäh-nung), so ist dieses Pusey bis jetzt nicht gelungen. Er stehtnoch auf dem Standpunct, den Newman vor 1841 eingenommenhat und durch die Vorgänge im Jahr 1843, wo er die bekanntePredigt hielt, wurde er nur noch mehr hineingetrieben und scheintsich festgerannt zu haben, so er nicht, durch die göttliche Gnadegezogen, endlich doch noch die Heimath findet in der katholischenKirche .
Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen.
5 Kloster Oberschönefeld. In unserer Klosterkirchewerden sich am 2. December wieder fromme Seelen zu einer reli-giösen Feier versammeln, die schon mehrmal statt fand, seitdem dieschirmende Hand der Vorsehung dem völligen Untergänge unsersStiftes wehrte, und durch ihr zum Besten unserer heiligen Reli-gion allzeit bereites Organ, unsern Allergnäbigstcn Landesvater,dasselbe wieder in's Leben rief. Diese Feier betrifft drei Jungfrauen.
Eine Laienschwester, Francisca Schwarz von Ettenbeuern,legt auf 3 Jahre ihre Prvfeß ab, und zwei Andere, von denendie erste für den Chor und die Arbeitsschule, und die zweite zuden Diensten einer Laienschwester bestimmt ist: Joscpha jetzt AlaidisSchmid von Augsburg , und Nadegunda jetzt Wendelina Joachimvon Margarshausen, werden eingekleidet. Möchte uns bald eineinträgliches Institut zugewiesen werden, wodurch unsere Fortdauerhinlänglich gesichert wäre, da die oft zahlreiche Arbeitsschule armerLandmädchcn dem Kloster nichts einträgt, vielmehr große Kostenverursacht! Wie wohlthätig wäre z. B. eine Versorgungs-Anstaltfür verwahrloste, unmündige, weibliche Kinder, einstweilen etwabis auf sechs Jahre, ein Vorschlag, der gleich bei unserer Restau-ration, sogar in Tagblättcrn, mit vollem Beif.elle aufgenommenwlüde. Allein bis jetzt fehlen noch immer die Mittel, nm diesefrommen Wünsche in Wirklichkeit zn verwandeln; doch wir ver-trauen auf Gott , mit dem wir das Werk angefangen haben, undder es auch zu seiner Ehre, und zum Heile der Seelen hinaus-fuhren, und so die Standhciftigkeit krönen wird, womit unserealten Conventualinnen unter hundert leidigen Zufällen in ihremgeliebten Stifte ausgehalten haben, und ihrer frommen Sehnsuchtnie entsagen werden:
Nur immer bei JesnS zu seyn und zu bleiben,Und alle Gedanken der Welt zu vertreiben;Ihr Ringen und Flehen geht einzig dahin,Für Ihn zu erglühen mit heiligem Sinn.
Statistik der katholischen Kirche in Nordamerika .
AuS dem katholischen Almanach dieses Jahres ergibt sich, daßdie vereinigten Staaten, das eben anncxirte TcxaS nicht miteinbegriffen,
21 Diöcesen und ein apostolisches Vicariat, 675 Kirchen und 592Kapellen, 572 in den Messionen beschäftigte Peicster und 137 Prie-ster in den Kollegien und Seminarien, 22 geistliche Lehranstalten,
22 Seminarien, 28 Kollegien und höhere Bildungga stalten fürdie Jugend, 2g religiöse Gene ssensckaflen, 94 katholische WolMätig-kcitS-Bereine und eine katholische'Levöllerung von ungefähr 1,300,000S.clen besitzen. Letztere Angabe beruht jedoch nur auf einer ohn-gefähren Schätzung und der wirkliche Stand der katholischen Bevöl-kerung ist wahrscheinlich viel stärker.
Vergleicht man diese statest schen Angaben mit den älteren,so ergibt sich daraus das erfreuliche Resultat, daß unsere heiligeReligion dort in steter Zunahme begriffen ist. Im Jahre 1835gab es in den Vereinigten Staat. « nur 13 Diöcesen, 14 Bischöfe,272 Kirchen, 327 Priester, 12 Seminarien und 9 Kollegien; imJahre 1840 zählte man schon 16 Diöcesen. 17 Bisctöse, 454Kirchen, 432 Priester, 18 Seminare und 11 Kollegien; und jetztim Jahre 1845 haben wir 21 Tiöcesen, ein apostolisches Vicariat,26 Bischöse, 675 Kirchen, 709 Peiester, 22 Seminarien und15 Kollegien, ohne von der Zunabme der weiblichen religiöscnGenossenschaften und Töchterschulen hier zu reden. _ ^
Verlags-Jnhab.r: F. C. Krem er.