Ausgabe 
5 (7.12.1845) 49
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Am 26. März dieses Jahres feierte der würdige Priesterseine Secundiz und ward innigst gerührt durch die ungeheucheltenBeweise von Hochachtung und Verehrung, die ihm damals vonder Liebe, die er allenthalben genoß, sprechendes Zeugniß gaben.Eine rüstige Gesundheit, deren er sich stets erfreute, versprach ihmder Jahre noch viele zum segcnvollen Wirken; doch Gott hatte esanders vor. Eine besondere Freude gewahrte ihm und dem ganzenKonvente auch noch der gnädigste Besuch unsers innigst geliebtenKronprinzen, tonigl. Hoheit, bei Hochdessen jüngster Anwesenheitin Burghanscn, wo er sich mit demselben auf das Herablassendsteunterhielt.

Nach langer Unterbrechung sah er auch noch kurz vor seinemHingange durch Versetzung des Noviciats der bayerischen Provinzin hiesiges Zlloster den mitternächtlichen und täglichen Chor begin-nen und unt>r einem liebevollen, würdigen Guardian die heiligeOrdensdisciplin hcrcmblühen und gedeihen.

Daß ?. Pcilmatius so gähling dahinstarb, darf wohl beieinem Ordensmanne wie er war, kein unvorhergesehener Tod ge-nannt werden, da er ja täglich seine Seele mit gläubig frommemSinne dem Herrn anempfahl:In msrnis tug8 vomins eom-menclo s^ii-itum meum" und noch Tags vorher das heiligeMeßopfer, das er immer mit großer Auferbauung dem Allerhöch-sten entrichtete, wie er es öfters zu thun gewohnt war, als Weg-zehrung für sich und um eine glückliche Sterbstunde applicirte.

Bcmerkcnswerth ist hier noch, daß um dieselbe Zeit, da sürdcu Seligen das Ossioirim OLlmictorum gebetet ward und seineLeiche in den Sarg gelegt und in die geweihte Erde bestattetwurde, 1'. Georg, seit längerer Zeit ohne Hoffnung auf Genesungdarnicde!liegend und von 1>. Palmatius mit allen heiligen Stcrb-sacramenten versehen, in die Züge griff und ruhig und gottergebendahinstarb. Beide rühm sie nun, wie im Leben nur eine Wandihre Zellen trennte, in Dem durch unsern vielgeliebten OberhirtenHeinrich erst bei seiner letzten Anwesenheit geweihten neuen Fried-hofe im Garten der ?. Kapuziner nebeneinander. Der liebe-volle Wunsch des Bischofs, den Er nach vorgenommener Feierlich-keit auosprach:Mögen Sie noch lange von diesem Gottesacker,den ich nun im Namen der heiligen Kirche eingeweiht, keinen Ge-brauch machen dürfen," ist also leider nicht in Erfüllung gegan-gen; darum können wir nur wünschen, daß die Schlußwortedes Hochwürdigsten:sollte aber dieß früher oder später geschehen,so möge Ihnen Die Erde leicht seyn, und der große Auferstchungs-tag uns alle -inst ei» recht freudiges Wiedersehen im Reiche deshimmlischen Vaters bringen" in Erfüllung gehen mögen.

Deutschland .

Wir haben unsern Lesern von dem großartigen Werke derNächstenliebe, welches der am 11. Oct. in Salchurg verstorbeneBürger Matthias Bayrhamer in seiner lctztwilligen Beifügungausgeübt hat, noch nicht Mittheilung gemacht. Der Inhalt desBavrhamcr'schcn Testamentes verdient aber als ein Muster derumfangSreichsien Nächstenliebe in den weitesten Kreisen bekannt zuwerden. Wir berichten deßhalb das Wesentlichste desselben im ge-drängten Auszüge aus der Beilage der Salzburgce Zeitung.Mattbias Bayrhamer, geboren am 5. Febr . 1769 zu Fischtagingbei Seckirchcn in Baiern , war der Sohn biederer, unbemittelteraber arbeitsamer Landleute. Als Kcllerjunge zu Seekirchen undspäter in Salzburg , und insbesondere als Hausknecht in einem

damals sehr besuchten Gasthause daselbst, fand er viele Gelegen-heit, sich praktische Kenntnisse im Geldgeschäfte zu erwerben, wobeiihm seine erprobte Redlichkeit und das in ihn gesetzte Vertrauenersprießliche Dienste zu pecuniärcn Speculationen that. Im Jahre1812 wurde er dortiger Bürger, kaufte sich sofort zwei Wohn-häuser, und betrieb seit dort bis zu seinem Tode Handel mit Zucker,Kaffee u. dgl., und vorzüglich Wechselgeschäfte. Im Februar 1844machte Bayrhamer ein Testament, wo er 111,800 sl. als Stift-capital zum Unterhalte für 55 arme, gebrechliche und erwerbsun-fähige Genieindeglieder der Stadt Salzburg bestimmte und anwies.In Anerkennung dieser großmüthigen Nächstenliebe wurde ihm am15. Febr. d. I. von Er. Majestät dem Kaiser von Oesterreich ,Ferdinand I. , die große goldene Civil-Ehrenmedaillc mit Kettehuldreichst verliehen, und dieselbe am 15. Mär; feierlich übergeben.Bayrhamer überlebte diesen Freudentag nur mehr wenige Monate.Er verschied am 11. Oct. 5'^ Uhr Abend. Gleichwie schon betLebzeiten seine Sparsamkeit durch Wohlthun veredelt ward, so zeigtesich sein Wohlthätigkeitssinn doch vorzüglich in seinem Testamente.Außer der obenerwähnten großen Summe von 111,890 fl. zumdortigen Bürgerspitale und Bruverhause legirte er:

Zu einer Armen-VersorgungSanstalt in Seekirchen 100,900 sl.Zum dasigen Irrenhause . . . 7,200 Leproscnhcmse . > . 4.050 Bürgersäckel . . . 10,000 Armenfonds . . . 9,980 Ausstattungsfonds für Bürgerssöhne 20.900 Knabenseminar . . . 5,000Für die barmherzigen Schwestern in Schwarzach 19,900Als Fonds zur Untersetzung armer Einwohner der

Stadt Salzburg .... 15,000,Zu Handen Sr. Eminenz, des Hrn. Cardinals-

Fürst-Erzbischofts sür wohlthätige Zwecke 24,930Ueberdieß noch an auswärtige Fonds eine Summe

von wenigstens .... 25,000Und an minder wichtige Anstalten daselbst ungefähr 12,000 »Somit im Ganzen die höchst beträchtliche Summe

von beiläufig .... 355,999 fl.

Deßungeachtet erhielten seine dürftigen Verwandten mit Aus-schluß der Realitäten ungefähr 340,009 sl.; obschon auch die Legatean Nichtverwandte und die Vorsorge für Dienstboten u. s. w.bedeutende Summen forderten.

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München , 21. Nov. Mit der Gründung eines Klostersdeutscher Benediktiner in Nordamerika soll es wirklich ernst werden.

- Der kirchliche Festtag des heiligen Korbinicm ward in allenKirchen unserer Diöcese mit Hochamt gefeiert, in mehreren KirchenMünchens wohnten aber sehr wenig Leute demselben bei. Mansucht gegenwärtig auf lobenswerthe Art die NeligionSwahrheitcndurch schöne Bilder dem Volke näher zu bringen und zugleichdessen Geschmack zu bilden. Besonders auszuzeichnen sind dieBildchen des Düsseldorfer -Vereins, die des Manzischen Verlages,und die äußerst billigen colorirten des hiesigen Lithographen Driendl,die den faden französischen Producten dieser Art weit voranstehen.Bischof Galura in Briren hat den ganzen Katechismus in rechtsinnreiche Bildchen gefaßt, nur Schade, daß der Lithograph sienicht besser ausgeführt hat! (K.-Z. f. d. k. D.)

Nerannvorrlicher Redacteur: L. Schönchen.

VeÄagS-Inhaber: F. C. Krem er.