Misi?vncn dieser Väter bezeichnen, so daß man an der ganzlichenreligiösen und sittlichen Umwandlung der Herzen der Bewohnerdie Gegend leicht unterscheidet, wo diese Apostel arbeiteten, die-selben sezenreichen Spuren sind auch hier in Amerika dem morali-schen Boden tief eingeprägt, nur in einer noch enlschicdcnern Weise,da der Mensch in Amerika einfacher und direkter ist als in Europa .Und diese Merkmale sind: ernste und zwar nicht augenblicklich er-künstelte, sondern dauerhafte Bekehrung der halsstarrigsten in Sün-den verknöcherten Gemüther, ein neues, heiteres, natiirlichcS, vomwarm?« Hauche unseres Alles belebenden katholischen Glaubensdurchwehtes Leben, Friede und Einigkeit im Herzen der Familienund der bürgerliche» Verhältnisse. Die drei großen Waffen, derensich die Vorsehung durch diese ihre getreuen Diener überall zur'Rettung der Seelen und zur Befestigung und muthigcn Forderungjm begonnenen Guten bediente, bewähren auch in Amerika ihreunwiderstehlich siegreiche Gewalt: die heiligen Saciamentc der Bußeund des Altars unv die Andacht zu unserer geliebten Mutter, derallcrsrligstcn Jungfrau Maria. Nichts ist rührender, aber auchnichts den katholischen Muth belebender und den menschlichenDünkel demüthigender, als diese ganz bescheidenen, ganz demüthi-gen, ärmlich gekleideten, gläubigen Priester Gottes mitten in demreich-n, trotzigen, ungläubigen, amerikanischen Wohlleben, wie sie,die die Schwächsten, die Unbedeutendsten scheinen, durch die vonGott erhaltene Kraft die Gemüther bewältigen, den Trotz in De-muth und Folgsamkeit wandeln, dem ungläubigen Herzen denGlauben schenken, das in babylonischer Veiwir.ung des Sectcn-Geistes verlorene Gemüth ordnen, aufklären und zu einfach klarerErkenntniß heranbilden. Nichts ist erhebender, ich wiederhole cö,als diese Herrschaft des einfachen kalholischen Glaubens über dashoffärtizc, heidnische Treiben der Welt. Und nirgends zeigt sichdiese Herrschaft entschiedener, augenfälliger als in Amerika . Wirsehen einen einsamen, schweigsamen, in Allem die Einfachheit, dieDemuth alhmenden Priester, dessen Erscheinen vielmehr äußernBeistand zu fördern scheint, als geeignet, mit der hochfahrenden,trotzigen Welt in Kampf zu treten, auf Hunderle von Meilen zueiner Missio.ecstativn gesandt, in fremdes Land, unter fremdeMenschen, in fremdes Klima, versehen nur mit ärmlichen Mittelnzum W-ge, aber ausgerüstet mit seinen heiligen Gelübden derKeuschheit, der Armuth und des Gehorsams unv ausgerüstet mitdem Geiste u d der Sendung von dem, der rncher ist als dieErre, die Er geschaffen, der mäch'igcr ist als der Arm der Welt,den Er zerbricht, wie es ihm gefällt. In wenigen Wochen sehenwir denselben guten Boten Gottes umgeben von einer Gemeindevon mehreren Tausenden von Gläubigen, die vielleicht seit zwan-zig. dreißig Jahren nicht mehr das G-ück hatten, einen Priesterzu scheu, ihre Gewissen in der heiligen Beichte zu. reinigen, dasWort Gottes zu vernehmen, ihre Kinder taufen unv erziehen zalassen. Wir sehen ihn, den anscheinend Schwachen, wie er inwenigen Wochen Arbeiten zu Stande gebracht hat, welche die mensch-liche Berechnung und die menschliche Kraft veizweffeln würde ineinem ganzen, langen, angestrengten Menschenleben zu vollbringen.Er hat das Zeichen in den Grund der Er« und in den Grundder Herzen gepflanzt, in welchem Gott unö allein den Sieg ver-heißen, und in diesem Zeichen hat er die Küche Gottes wieserunter den Menschen ause baut. Und was wir hier eben sagen,ist nicht etwa eine fromme Netcformel, eS ist die einfache, schlichteGeschichte sämmtlicher Missionen der Nctcmptoristcn in Amerika ,Wie wir jetzt im Einzelnen nachweisen wollen.
1) Die ersten Nedemptoristcn kamen im Jahre 1832 ausWien nach Nordamerika . Sie waren zehn Jahre lang aller Noth,
allen Entbehrungen ausgesetzt, ohne daß sie dahin kommen k»n«.>en, ein Haus zu gründen; sie waren genöthigt, vereinzelt zuarbeiten und konnten daher keine geordneten Misstonen halten.Aber diese wahrhaft apostolischen Männer schienen von Gott geradedazu bestimmt, die amerikanischen Bischöfe mit dem Geiste diesesOrdens bekannt zu machen; denn welches Prüfungsfeuer mag ge-eignctcr seyn, den apostolischen Beruf zu bewähren, als die Leiden,vcnen diese Männer so lange ausgesetzt waren! Der HochwürdigsteEr;bischof von Baltimore erkannte zuerst, daß dieser Ordenganz den amerikanischen Bedürfnissen entspräche und lud ihn ei»sich in Baltimore niederzulassen. Er übertrug dem Orden diedeutsche Gemeinde unter der Beringung, eine Kirche zu bauen undein Missionshaus zu gründen, um darin mit der Zeit Missionärefür Amerika zu bilden. Von dieser Zeit an, es sind etwa vierJahre, verbreitete sich die Kongregation mit großer Schnelligkeitüber Nordamerika , so daß wir in diesem Augenblicke schon neunMissionshäuser gegründet sehen. Mit dieser Ausbreitung derRedemptoristen beginnt eine neue Epoche in der religiösen Ent-wickelungsgeschichte dieses höchst merkwürdigen Landes: das katho-lische Leben unter den Deutschen, welche bis dahin fast ganz ver^lassen waren, die fast ohne alle deutschen Priester, ohne Beichte,ohne Predigt nur aus Barmherzigkeit in den irischen Kirchen ge-duldet wurden, obgleich sie alle Lasten derselben gemeinsam mitden Jrländern trugen, wird selbstständig, überall bilden sich com-pacte Mass-n katholischer Deutschen von zweitausend bis zehntau-send Menschen um diese Väter; Amerika , welches bis dahin nurLcrsammlungssäle gekannt hatte, sieht die ersten Häuser Gott-Semporsteigen, die dem katholischen Begriffe einer Kirche entsprechen,während zugleich in den Herzen der Deutschen ein praktisch katholischcs Leben erwacht, da man sich bis dahin mit dem äußernNamen begnügt hatte, der sogar oft aus feiger Menschenfurchtverheimlicht war. Es wurde eine Ehre Katholik zu seyn und zuden Gemeinden dieser Väter zu gehören, welche ohngeacktet desdirccien Gegensatzes, worin ihre Weise dem ganz »lateneUcn ame-rikanischen Leben gegenüber steht, doch von Allen mir Ehrerbietungund einer Art Staunen betrachtet werden wegen ihrer großenSittenreinheit und Steenge, neben väterlicher Milde, ihrer kind-lichen Einfalt vereint mit großer Erfahrung und einem Schatzevon g ündlichen Kenntnissen, welcher die Oberflächlichkeit und Un-wissenheit der Seelen mit Furcht erfüllt; wegen ihres ganz daseigene Interesse verschmähenden, aufopfernden Eifers für das Heilder Seelen, Der sie freudig allen ihren schweren persönlichen Man-gel ertragen ließ, um nur keine Mittel dem Dienste GoiteS zuentziehen; wegen der ächt katholischen Friedfertigkeit, welche sie alle»nnvthige Controverse vermeiden ließ, und e blich wegen ihrerimmer zum Geben und zum Helfen bereiten Baimherzigkeit, diesich gern selbst daö Nothwendigste versagt, um dem armen Bruderzu helfen. Welch ein Segen ist aus diesen, selbst ganz armenBrctterhciusern über Tausende, namentlich deutscher und belgischerFamilien gcflossn, wie viele sind aus bitterster Noth, wie vieleunsrer Ländöleute vcm Untergange gerettet worden duich die Väterder Armen! O, daß Deutschland einen Blick auf sie werfe»könnte, um zu sehen, wie sie, ohne daß das Mutterland es ahnet,als die Schutzengel und Netter seiner ausgewanderten Kinder aufdiesem fremden Boden erschienen sind, um uicht allein ihren Glau-ben und ihre Seelen zu retten, sondern auch ihre zeitliche Existenz,ihre Ehre, ihre Nationalität. Denn seit gutkatholisch unddeutsch durch die Nedemptoristcn gleichbedeutend in Amerika ge-worden ist, scheidet sich d'e deutsche Nationalität immer schärfer,immer vorteilhafter von der englischen, der sogenannten Jankee-