Bevölkerung aus. Bis dahin gingen fast alle die Tausende jähr-licher deutscher Auswanderer in der englischen Bevölkerung unter,sie verloren ihre Sprache, ihre Nationalität, und damit fast immerden katholischen Glauben. Das ganze deutsche Leben der Katho-liken in Amerika ist jetzt aber durch diese Vater emancipirt, undentwickelt mit jugendlicher Triebkraft rasch und tüchtig eine Zukunft,welche Niemanden, der Amerika aus eigener Anschauung kennt,mehr zweifelhaft seyn kann. Und diese Entwickelung ist um sosolider, um so tüchtiger, da sie ohne alle politische Einmischung,rein von innen heraus, aus dem katholischen Leben vor sich geht.Die Existenz der Nedemptoristen in Amerika ist durchaus einedeutsche National - Angelegenheit; dieß ist der Haupt-gesichtspunct, aus welchem diese Sache nächst dem ersten, allgemeinreligiösen Interesse zu beherzigen ist. Und wenn auch keine Na-tionalität von dem großherzigen universlllen Wirken der Nedempto-risten in Amerika ausgeschlossen ist, wenn sie gleich eine eigenesehr wichtige französische Missionsstation in Michigan unterhalten,so sind es doch überall die Deutschen, für welche die Vorsehungdiese Väter bestimmt zu haben scheint. Wie die Bienen um einhonigreichcs Blumenfeld, so sammeln sich Schaaren arbeitsamerDeutschen um den Wvhlgeruch der Frömmigkeit dieser Redemvto-ristcnhäuser.
(Schluß folgt.)
Coitversionen zu Nom.
(N»S Hurters „Geburt und Wiedergeburt", drittes Bündchen.)(Schluß.)
Die merkwürdigste Konversion in neuester Zeit dürfte ihrerwunderbaren Verumständungen wegen diejenige seyn, welche vorkaum anrerthalb Jahren in einer andern Hauptstadt Italiens er-folgt ist. Eine Dame von sehr guter Herkunft, geistreich undwahrhaft gebildet, hatte noch als Mädchen, zusamint einer gleich-gesinnten Jugendfreundin, in den Lehren des Protestantismus die-jenige Befriedigung, die Beiden Bedürfniß gewesen wäre, nichtgefunden; es dingten sich ihnen allerlei Zweifel auf, welche sienicht zu lösen vermochten. Sie nahmen Bücher zur Hand, mittelstwelcher ihnen wohl ein ctwelchcr Schimmer, nicht aber das volleLicht aufging. In dieser Ungewißheit wurden sie einig, sich aneinen Geistlichen in der Nachbarschaft zu wenden, der ihre Lcctüreleitete, und in der gewonnenen Richtung sie festigte. Nicht langehernach verheiratete sich die Eine an einen Mann, der mit demAdel der Herkunft aus einem der edelsten und angesehensten Ge-schlechter seines Landes denjenigen des Geistes und des Herzensverband, dabei aber ein cntschieiencr Protestant war, indem Prote-stantiomus die allein richtige und giltige christliche Lehre cincrk nnte.Eben so festgewurzelt war bei der Frau die Neigung für die katho-lische Kirche , ja sie gewann an innerer Gewißheit unendlich, alsspäter die Jugendfreundin, durch keine Rücksichten und Hindernissegehemmt, in den Schooß derselben zurückkehrte. Aber die Fraubrachte ihre Sehnsucht dem ehelichen Frieden zum Op'cr, der hic-durch nur hcitie können gestört werden. Viele Iah,, flössen überdiesem bittern Kampf dahin, r-ngetiübt für ihr etliches Verhält-niß, weil sie denselben in ihr innerstes Heiligthum verschloß. In-deß mächtiger ward der Zug zu dem reinen Quell aller Gnadenin ihr rege, als in dem Tod einer einzigen Tochter in der schön-sten Jugendblüthe die schwerste Hiimsuchung sie traf. Doch zukeiner Zeit weniger, als eben in jenen Tagen, hätte sie es wagendürfen, hierüber gegen ihren Mann auch nur die leiseste Andeu-
tung verlauten zu lassen. Denn dieser hatte cbev jemals in seinenDienstverhältnissen, aus Beweggründen, die ibm nur zur Ehregereichen, unter Untergebenen einigt gemischte Ehen zefordert, wasihm in dem streng katholischen Lande nicht geringe Unannehmlich-keiten zuzog. Dieselben niißstimmten ihn vorzüglich gegen diekatholische Geistlichkeit, welche hieran Theil hatte, und damit gegendie Kirche selbst. Entschiedener zugleich erwies er sich für denProtestantismus, dem er unzertrennlicher nicht allein für seine Per-son anhing, sondern welchen er auch mit aller Macht äußerer undinnerer Ueberlegenheit in denjenigen zu scsiigen sich angelegen seynließ, auf welche er seiner Stellung gemäß einzuwirken vermochte.
Dieses Auseinandcrgchen in der Erkenntniß und in den ge--hnlgtestcn Bedürfnissen des Herzens war das einsige Schwere, wasdie treffliche Frau zu tragen hatte; aber auch Etwas, was durchalles Uebrige, was sonst das Leben ihr darbot, nicht konnte aus-gewogen werden. In solcher Verlassenheit war sie cinsig auf einekatholische Freundin angewiesen, der sie ihre Bekümmernis; eröffnendurfte, von der sie verstanden wurde, bei der sie Theilnahme undErmuthigung fand, in deren Haus sie einen katholischen Priestertraf. Gemeinsam mit diesem wurden die Frauen einig, eine No-velle zu veranstalten, um G-'tt zu bitten, daß er dem Man» einengeneigteren Sinn in Betreff der katholischen Kirche verleihen wolle.Die Frau aber, weit entfernt, auf Kosten des in jeder andernBeziehung höchst glücklichen ehelichen Verhältnisses Gewährungihres Verlangens gleichsam erzwingen zu wollen, hielt sich so sehrzurück, daß sie nicht einmal eine katholische Kirche betrat; nur umb i dem Mann nicht Mißstimmung hervorzurufen. Deßwegenwurde die Noocne in der Art veranstaltet, daß die Frau in demHause der Freundin mit dieser gemeinschaftlich betete, währendgleichzeitig in der Kirche der Priester im Geist und im Gebet mitihnen am Altare sich vereinigte.
Balv hernach wurde der edlen Frau auch die Freundin durchden Tod entrissen. Welche Wunde dieser schwere, in fremdemLande doppelt schmerzliche Verlust ihr schlug, läßt sich leichter füh-len, als aussprechen. Indeß bli bcn die Verhältnisse einige Zeitnoch, wie sie seit langem gewesen waren, bis eines Tages uner-wartet der Mann seiner Gattin die E-öffnung machte: er sehewohl, daß ein unwiderstehliche Zug sie nach der katholichen Kircheziehe; hege sie das Verlangen, stch unterrichten zu lassen, so wolleer ihr hieran nicht hinderlich seyn; nur wünsche er, daß sie inder Wahl des Geistliche seine Neigung (oder vielleicht auch nochnicht verschwundene Abneigung) berücksichtige. Dieses war nichtschwierig, indem derjenige, auf den Beide, als auf einen Lande-mann, leicht sich vereinigten, les vollestcn Zutrauens bei Jedcr^mann stch erfriuen durfte.
Sofort wurden die nöth-gen Vorkehrungen zu baldigem Be-ginn dieses Unter ichts getroffen. Da die Dienstpflicht den Mannin einer andern Stadt zurückhielt, als in derjenigen, in welcherder Geistliche wohnte, verlangte er fortwährende Berichterstattungüber den Inhalt und den Erfolg des Unterrichts. Der GeistlichefA>d, daß dieses am Zweckmäßigsten durch die Frau selbst könnteübernommen werden, und veranlaßte diese, die gepflogenen Unter-redungen schriftlich an den Mann gelangen zu lassen, mildem An-erbieten, Unvollständiges ergänzen, Nothwendiges b.ifögen zu wollen.Sobald er aber die ersten Früchte seiner Belehrung gelesen, über-zeugte er sich alsbald, daß es der Nachhilfe von seiner Seite nichtbedürfe, wie es ihm auch erwünschter war, wenn dieser Verkehrzwischen Mann uns Frau statt fand ohne alle Dazwischcnkunstvon seiner Seite.
Um über die Contrvverspuncte sich selbst besser oricntiren und