Jahrhunderts auszeichnen, das Concilium von Trient als diebedeutendste zu bezeichnen, von dem man auch die neue Epoche inder Geschichte beginnen würde, wenn man nicht in derselben mehrauf daS äußerlich als auf das innerlich Bedeutende zu sehen ge-wohnt wäre. Der allerdings nur für die Außenseite der Dinge,nur für gewaltige Massen und für plötzlich und sichtbar ins Lebeneingreifende Veränderungen Sinn hat, oder der gar die dogmati-schen Bestimmungen der Kirche nur als nichtsnutzige Spitzfindig-keiten betrachtet, dem wird eine solche Behauptung lächerlich er-scheinen. Wer eö aber einmal inne geworden ist, daß alle Bewe-gungen in der Geschichte im Grunde von geistigen Mächten aus-gehen , wer es weiß, daß diese höchsten geistigen Güter der Mensch-heit eben in den Geheimnissen des Glaubens enthalten sind, demwird eö leicht einleuchtend, daß eigentlich die allgemeinen Conciliender Kirche die epochemachenden Begebenheiten in der Entwicklungder chrisilicben Welt bilden, wo dann wieder die hervorragendstendiejenigen sind, in denen die Grund- und Knotenpuncte im Sy-steme des christlichen Glaubens zur Sprache kamen. — An solcherinnerer Bedeutung aber alle überragend ist wie wir schon bemerktenneben dem Concilium von Nicäa das Tridentinische. —
Ehe wir nun darlegen, wie das Concilium seine große Aus-gabe gclösct habe, geben wir einen kurzen Abriß der so bewegtenäußeren Geschichte desselben.
Nachdem die vielen Hindernisse beseitigt waren und die Päpstevon ihrer Forderung, daß das Concil in Italien gehalten werden!solle, in so weit abgestanden hatten, daß man eö in einen deut-schen Grcnzort verlegte, wurde am 13. December im Jahre 1545unter Papst Paul III. das Concilium zu Trient durch die päpst-lichen Legaten den Caidinalbischvf Johann Maria del Monte,den Cardinalpriester Cervini und den Cardinaldiacon RcginaldPoluS und nur 31 Vätern eröffnet, und eö wurden in ununter-brochener Reihe bis zum 11. Mai 1547 acht Sitzungen gehalten,nachdem die Zahl der Väter sich allmälig vermehrt hatte. AufBei langen des Papstes, das durch eine zu Trient auSgcorochenepestartige Krankheit unterstützt wurde, wurde darauf das Conciliumnach Bologna verlegt, wo aber, weil nicht alle Väter dahin folg-ten , nur drei nichts entscheidende Sitzungen gehalten worden sind.Unterdlssen starb Paul III. Ihm folgte Julius III. , unterdem daö Concilium im Jahre 1551 zu Trient wieder begonnenund bis zur 16. Sitzung (1552) fortgesetzt wurde, anfangs ohnedie französischen Vischöf-, welche König Heinrich II. von Frank-reich , der mit dem Kaiser im Kriege war, zurück hielt. M>t der16. Sitzung erfolgte eine abermalige Suspension, weil Morizvon Sachsen, nachdem er den Kaiser verrathen, plötzlich mitfeindlichen Truppen der Stadt sich näherte. Nach neunjährigerUnteibrcchung, in welcher Zeit auf I u l iu S III., MarccllusII.und Paul IV. auf den päpstlichen Stuhl g-folgt waren, wuidees endlich unter PiuS IV. am 13. Januar 1562 mit der 17.Sitzung wieder eröffnet, und bis zum 4. December des Jahreö1563 fortgesetzt, wo es mit der 25. Sitzung bcschloss-n wurde.So ist es äußerlich zcrstückt und zerrissen, aber trotz dem im In-neren ein Werk aus einem Gusse und eben dadurch ein um sosiegreicheres Zeugniß der katholischen Einheit.
(Schluß folgt.)
Die Redenrptoristeu in den vereinigten Staatenund die deutsche Colonisattou.
(Schluß.)
Kehren wir nuu zu den einzelnen Missionsstationen zurück.Wir sanden die erste in Baltimore , gegründet auf den Ruf des
hochwürdlgsten Erzbischofs Samuel Eccleston. Da» erste noth-wendigste Bedürfniß war der Bau einer hinreichend geräumigenKirche für eine Gemeinde von wenigstens fünftausend Deutschen,und einer nicht geringen Anzahl Franzosen , Jrländer und Ameri-kaner. Zwar steuerte der Lyoner Verein, so wie die Leopoloinen-Stiftung in Wien zu diesem Baue bei, allein diese Hilfe warnicht im Stande die Ausgaben nur einigermaßen zu decken, dader Bauplatz allein 10.000 Dollars (1 Dollar — 5 Francs30 Cent.) kostete und der Bau, wenn er ganz vollendet seynwird, bts auf 371,00» Francs sich belaufen wird. Düse Kircheist die bedeutendste der bisher von den Vätern in Am°rtka gebau-ten. Sie ist in einem einfachen gothischen Slyle, mit Vermeidungaller nicht unumgänglich nothwendigen Ornamente, gebaut. Wennauchdie Gemeinte nach Kräften beisteuerte, so lastet doch noch einegroße Schuldenlast auf dieser Kirche, in welcher bereits seit län-gerer Zeit Gottesdienst gehalten wird. Wegen dieser Schuldenlastkonnte man noch nicht dazu kommen, neben der Kirche ein HauSfür die Patres und Laienbrüder zu baue» und sie müssen sich nochimmer mit einer alle Unbequemlichkeiten darbietenden Localität be-gnügen. Es befinden sich hier vier Vät.r und eben so vieleLaienbrüder, wrlchc theils zur Bedienung des HauseS verwendetwerden, da die Ncdcmptoristcn niemals weibliche Bedienung zulassen,theils zum Dienste der Kirche und zu Anfertigung von Tischler-arbeiten im Jlincen der Kirche, worin dieselben eine kunstreiche Ge-schicklichkcit entwickelt haben. Diese Kirche ist dem heiligen Alphon-sus von Liguori geweiht.
2) Der Herr Erzblischof übertrug der Congregation die Be-sorgung einer zweiten Kirche in Baltimore , der des heiligenJacobuS, mit einer Pfarrei von circa 3000 Scel,n, ebenfallsg> öszlcntheiis Deutsche, obgleich, wegen der Engländer, welchedazu gehen, bestimmt wurde, hier später auch einen englischenGvttlSvlenst abzuhalten. Neben di scr Kirche zum heiligen JacobuSWurde ein Haus zur Aufnahm? der angehenden Missionäre gebaut,welche hier ihre Studien machen, nebst den nöthigen Wohnnngcnfür die Patres, die z>> Professoren bestimmt sind und die nöthigenLaienbrüder. Von diesen beiccn Häusern aus, nämlich dem vonSt. Alphons und von St. JacobuS, wird auch der Gottesdienstund die geistliche Leitung des Hospitals der barmherzigen Schwe-stern und des StaatSgcfängnisscS besorgt, so wie den sehr verlas-senen Carmcliterinn n und den schwarzen Schwestern, welche letzteresich dem Unterrichte und der Erziehung farbiger Kinder widmen,nach Kräften dagestanden. Eben so veische» die Väter von Bal-timore den Gottesdienst mehrerer c^dcicr deutscher Gemeinden ingrößerer oder geringerer Entfernung, so in Washington , Rich-mond in Virginien und bei den zerstreut lebenden Deutschen die-ser Gegenden.
3) Fast gleichzeitig mit der Gründung der Häuser in Balti-more ist die des Hauses in Pittsburg, im Jahre 1841. Eslebte» hier damals gegen 6000 katholische Deutsche, wie überallohne geistliche Hilfe. DaS erste Bedürfniß war auch hier der Baueiner Kirche, und man mußte bauen, von Mitteln entblößt, alleinauf die Vorsehung vertrauend. Der Bauplatz für die Kirche kostete65.000 Frcs. und die Kirche, welche bereits unter Dach ist, gegen100,000 Frcs. Und demungcachtet zeigt sich schon jetzt die Aus-sicht der Nothwendigkeit eine zweite Kirche zu bauen, da die Zahlder katholischen Deutschen täglich zunimmt. Die Gemeinde machtedie freigebigsten Anstrengungen, um den Vätern im Bau beizu-stehen, da aber die meisten unvermögend sind, so sehen sich dieguten Väter noch immer mit einer großen Schuldenlast beschwerteNicht einmal an den so nothwendigen Ba» einer Wohnung für die