Ausgabe 
(27.2.1894) 17
Seite
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Mit Franz Adam von Pappenheim starb 1700 dieseWertinger Linie der Erbmarschälle von Pappenheim ausund Bayern zog das Lehen ein. Dieser letzte Pappenheim liegt in der Kirche zu Gottmannshofen begraben. 1704wurde Wertingen vom Reiche eingezogen und Fürst Lob-kowitz damit belehnt, der es aber nur bis 1714 innehatte,wonach von Bayern die zwei schwäbischen Kabinetsherr-schaften Wertingen und Hohenreichen gebildet wurden.1799 wurden beide Herrschaften der allgemeinen Staats-verwaltung einverleibt. Wertingen war früher befestigt;es hatte drei Thorthürme und Ringmauern, wovon nochNeste vorhanden sind.

Wann die Pfarrkirche erbaut wurde, ist nicht zu er-mitteln; dieselbe wurde 1646 durch die Schweden nebsteinem Thurme zerstört, nachher aber wieder hergestellt.Die Thürme, welche mit einem gemauerten Kranze um-geben sind, sind einzig in ihrer Art und soll einer römi-schen Ursprunges sein. An der Pfarrkirche befinden sichnoch alte Grabdenkmäler aus Stein gehauen; insbesondereist das an der Ostseite angebrachte sehenswerth.

Zweimal wurde Wertingen auch von den Franzosenheimgesucht, und 1805 fiel hier zwischen diesen und denÖsterreichern ein Treffen zum Nachtheile der letztern vor.

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Zu unseren Bildern.

Die letzten Augenblicke christlicher Märtyrer.

Unter den römischen Kaisern, welche die Christen ihresGlaubens wegen verfolgten» war es besonders Diokletian (284bis 305), der den Christen am längsten und heftigsten nachstellte.Das Papstbuch erwähnt, daß es im Jahre 304 während eineseinzigen Monates in den verschiedenen Provinzen des römischenReiches 17,000 Märtyrer gegeben habe. Auch unter Kaiser Nero schon hatten die Christen Unsägliches zu dulden. Theils kreuzigteman sie, theils ließ man sie, in Thierfelle eingenäht, von Hundenzerfleischen, theils wurden sie, in brennbare Stoffe eingehüllt,Nachts als Fackeln in den kaiserlichen Gärten verbrannt. Einetiefergreifende Scene stellt uns der Künstler auf unseren: Bildevor Augen: den Abschied der zum Tode verurtheilten Christen,welchen der Priester soeben die Absolution spendet.

Dildrr aus Palästina.

Das österreichische Hospiz. Unter den neuen Privat-gebäuden in Jerusalem macht das neue österreichische Hosvn einenfreundlichen Eindruck und bildet einen wohlthuenden Gegensatzzu den vielen Spuren des Zerfalles und den Haufen von Trüm-mern und Schutt in der heiligen Stadt. Eine breite Doppel-treppe führt zu demselben empor. Einen hübschen Anblick ge-währt die blumengeschmückte Terrasse. Im oberen Stocke be-finden sich die Fürstengemächer.

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Allerlei.

Ländliche Wegweiser-Dichtung. Wenn manden Weg LeipheimLangenau zu Fuß zurücklegt, kommtman über den Ort Niedheim. Will man von hier ausden näheren Weg nach Langenau einschlagen, so mußman den Fußweg über dasRied" oderMoos" gehen.In einer Seitengasse in Riedheim nun, ein Häuschen ober-halb der Mühle, steht ein Wegweiser, der auf seiner mühl-radförmigen Tafel folgende Inschrift trägt, die bei derArt ihrer Fassung trotz ihres Ernstes sehr komisch berührt:

Nicht dort, wo das Mühlrad brauset,

Geht der Pfad nach Langenau,

Sondern da lauf' sanft im FriedenDurch's Moos unter'm Himmelsblau.

Wandle nie den Weg zu spat,

Noch betrunken diesen Pfad.

Nach Langenau.

Kasernenhofblüthe.Kerl, mach' doch nichtso ein jämmerliches Gesicht, wie eine Siegesgöttin, dieeinen Civilisten heirathen solll"

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's Aug'nmaaß.

Beim alt'n Lehra, Mahr Bastl,

Da ham die Buam g'rad' Zeich'nlehr'

Und fleißi' draht a unsa WastlFigur'n schiach und krumm und quer.

Und Strich'ln macht dös Büawei mehra,

Von dena is koa oanz'ga grad;

Z'letzt gront halt do' der guate Lehra:

Wo denn der Bua sei' Aug'nmaaß hat!

Der Bua moant d'rauf:Herr Lehra Mahr,

An Aug'nmaaß? Dös sakrisch DingIs g'wiß do a nöt gar so deier!

Glei' kaaf i 's bei der Krämer in."

F. Weiß (W'stein).

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Himmelsschau im Monat März.

X. Merkur verschwindet schon nach den erstenTagen als Abendstern am westlichen Horizont.

Venus § taucht als Morgenstern aus den Strahlender Sonne auf und wird schnell Heller.

Mars im Schützen geht auf zwischen 4 U. 21 M.und 3 U. 38 M. früh und steht am 2. in der Nähedes Mondes.

Jupiter 2 t geht schon nach Mitternacht unter undbefindet sich am 12. nahe beim Mond.

Saturn H steht in der Jungfrau links von derSpika und ist bis 9 U. 30 M. vorm. sichtbar. Am 23.steht er in der Nähe des Mondes.

In den ersten Tagen des Monates ist das Zodiakal-licht sichtbar.

--SÄWMS-

Schachaufgabe.

Von P. Bernhard (Augsburg ).Schwarz.

Mat in 4 Zügen.

Auflösung des Zahlenräthsels in Nr. 16:

Bonn, Anden, Don, Ob, Stade, Tanna, Eton, Nab, Dan, Esens .Bad Ost ende.

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