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auf seiue Erhaltung. Ja, er weiß, daß Fräulein Adairkommt, und er freut sich auf das Wiedersehe»."
(Schluß folgt.)
-—SWNS-«-
AiLerrLei.
Polarreise im Luftballon. Für AndrsesPolarfahrt sind der Luftballon und daS HauS für diesenjetzt fertiggestellt. DaS HauS ist 24 Meter hoch. Die Er-richtung des HauseS auf Spitzbergen muß, wie der Voss.Zeitung geschrieben wird, so erfolgen, daß weder eineSteinsprengung noch Ausgrabung des Bodens in Fragekommen kann. Andräe gab kürzlich vor einem großenKreise geladener Gäste im Ballonhause eine vollständigeDarstellung, wie er sich das Aufsteigen aus diesem Hausegedacht habe und wie dieses dazu eingerichtet sei. DerZweck des Hauses ist, den Ballon während des Füllenszu schützen und ihn im gefüllten Zustande vor allen Ge-fährnissen zu bewahren, während auf günstigen Wind ge-wartet werde. Das Gebäude ist für daS Aufsteigen desBallons so konstruirt, daß die eine Hälfte mit großerLeichtigkeit niedergelegt werden kann. Da die Auffahrtnur mit südlichem Winde geschehen soll, so ist die nieder-legbare Seite nach Norden gerichtet. Eine solche An-ordnung ist deßhalb nothwendig, weil der Ballon sonstbeim Aufsteigen, bevor er genügend in die Höhe gekom-men ist, von dem Winde gegen die Schntzseite des Ge-bäudes geworfen würde; ist die Seite fortgenommen,dann erhält der Ballon freie Bewegung und kann inschräger, aufsteigender Richtung das Haus verlassen undseine Fahrt antreten. Dies Niederlegen kann durch Ziehenan einigen Seilen in ganz kurzer Zeit bewerkstelligt wer-den. Der Apparat zur Bereitung des Wasserstoffgaseswurde am 16. Mai in der Jnedahl'schen Werkstatt beiStockholm in Gegenwart Andraes und vieler Fachleutegeprobt; die Gasentwicklungsgefäße ergaben im Durch-schnitt während einer mehr als zweistündigen Thätigkeit67 Kubikmeter Gas in der Stunde, ein Ergebniß, dasdas berechnete übersteigt. Die Gasentwicklung ging be-sonders regelmäßig vor sich. Nach zweistündiger Thätigkeitergab der Apparat nur 2 Prozent unverbrauchte Schwefel-säure. Der Dampfer „VIrgo", Kapitän Zachan, der Andrsemit seinen Mitreisenden und Apparaten nach Spitzbergenführen soll, hat bereits seine werthvolle Ladung einge-nommen. Andrer hat aus den Vereinigten Staaten einenBrief zur Beförderung erhalten, der an Nansen adres«firt ist.
Der Spargel, der im Augenblicke wieder dieVorherrschaft auf dem Gemüsemarkt ausübt, war schonbei den Alten ein gesuchter Leckerbissen. Bei den römi-schen Schriftstellern Cato, Columella, PliniuS und PalladiuSfinden wir nach Pros. Fischer-Benzon (Altdeutsche Garten-flora, 1894) sehr genaue Angaben über die Spargelcultur.Damals machte man die Sache genau so wie jetzt. NachColumella werden die aus Samen gezogenen Pflanzennach 2 Jahren, wenn sich ein ordentliches Wurzelgeflechtgebildet hat, versetzt und wenigstens ein Jahr lang ge-schont, damit die Wurzeln ordentlich fortwachsen können.Columella (um 50 n. Chr.) erwähnt übrigens 2 Spargel-arten, den Gartenspargel und jenen, den die Landleute„corruäa" nennen. Dies ist wahrscheinlich der bereitsvon Theophrast (f 286 v. Chr.) erwähnte fpitzblättrige
Spargel (^sxargH-ns aoutikoliua), der in Griechenland und Italien wild wächst; seine zarten und wohlschmecken-den Triebe werden in beiden Ländern gern gegessen.Auch die wilde Form des Gartenspargels (^.axaragu»Eainalia) wird noch jetzt, z. B. in Südtirol, von man-chen höher gestellt als däe zahme. Cato (der Aeltere),dessen Angaben über Spargelcultur (in einem Werkeüber den Ackerbau) die ältesten sind, die wir besitzen,läßt die aus Samen gezogenen Pflanzen 9 — 10 Jahrestehen; erst dann setzt er sie um. Es ist bemerkenswerth,daß man heute beginnt, dieselbe Art der Cultur anzu-wenden, die der erste bekannte Spargelzüchter vor mehrals 2000 Jahren angewandt und beschrieben hat. DieSpargel, welche die Alten zogen, standen an Größe denheutigen nicht nach. Plinius sagt an einer Stelle, woer über die Feinschmeckeret der Reichen eifert: „DieNatur gab uns milden Spargel, damit sich ein Jederdavon ausstechen könne; doch siehe, jetzt hat man ge-mästeten Spargel, und in Navenna wiegen drei Stückein Pfund." Auf den Wandmalereien von Pompeji sindauch eine ganze Reihe von Zier- und Nutzpflanzen, vonBlumen und Früchten mit großer Treue wiedergegeben.Der Spargel fehlt darunter nicht. Er findet sich nachOrazio Comes in einem Bündel von dicken Stengeln imSpeisezimmer des Hauses „Der Hahn". Nach K. I.Slang war der Spargel wegen der Leichtigkeit, mit derer gekocht und zubereitet wird, bei den Alten das Sinn-bild der schnellen Beendigung und Vollbringung einerSache. Der Kaiser Augustus pflegte daher von jederleichten und geschwind abzuthuenden Sache sprichwörtlichzu sagen: Sie wird geschwinder als ein Spargel gekochtsein. Im Mittelalter ist die Spargelcultur in Deutsch-land sehr gering gewesen, jedenfalls fehlt es an Nach-richten; eS ist nicht sicher, ob der von Albertus Magnus angeführte „axaigus" wirklich unserem Spargel entspricht.
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Des Znngkittgs Lust.
Kennst Du vielleicht die Freude,
Die 'S JünglingSherz durchbebt,
Wenn er von seiner Arbeit,
Nicht fremdem Brode lebt.
Er gleicht dem Wüstenkönig,
Frei von Gefangenschaft,
Der nun mit eig'ner BeuteErneut die welke Kraft.
Im Jüngling brennt VerlangenNach Arbeit, Tbat und Müh'n,
Und mutz er müßig weilen,
Mutz seine Kraft verblüh'».
Daher die stolze Freude,
Wenn er verdienen kann,
Daher die stolze Rede,
Seht her, ich bin ein Mann.
Was ich sür's Leben brauche,
Verdien' ich mir allein,
Ich will mich selbst ernährenUnd will kein Bettler sein.
Dann bin ich werth, zu leben,
Scheid' gern aus dieser Welt,
Wenn zu mein Auge fällt.
Schillenaner.
Auflösung der Schachaufgabe in Nr. 48:Weiß. Schwarz.
1. T. 66-63 beliebig.
2. L. L3-V4 oder
D. LS—L2 (W) Matt.