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Auflage, bearb. von I. Niedle, Pfarrer. München . Stahl, 1890"keineswegs überflüssig, da letztere Arbeit die Verbindlichkeit derbaulichen Erhaltung und Wiederherstellung der Cultusgebäudeauch in ihrer bistorisch-gcnetischcn Entwicklung von den frühestenZeiten der Kirche bis herab auf die Gegenwart darstellt unddaher nicht bloß praktischen, sondern auch wissenschaftlichenWertb besitzt.
—s. Bildergrüße auö dem hl. Land. So ist einWerk betitelt, das im Verlag von Otto Brandner, Charlotten-burg, in 14tägigen Zwischenräumen mit 30 Lieferungen ä 50 Ps.erscheint. Das Werk enthält 400 Originalillustrationen vondem Landschaftsmaler Harper, der während dreier Jahre sämmt-liche in der hl. Schrift genannten Plätze, soweit noch Spurenanzutreffen sind, an Ort und Stelle aufgenommen hat. Schreiberdieses, der das hl. Land gleichfalls sckon bereiste, muß gestehen,daß die Bilder so naturgetreu sind, wie er sie noch inkeinem anderen derartigen Buche gesehen. — Auch der Text istvon einem Kenner Patästina's, nämlich von dem protestant-ischen Theologen Dr. Geikie. Er schreibt einen sehr angenehmenStil, hält sich im einfachen erzählenden Ton, fern von allerSchwulstigkeit und Ucbertricbenheit. Der Verfasser verräthgroßes Wissen in der Geschichte, Geographie, in der Bibel undAlterthum-kunde. Das „Einst und Jetzt" dieses Landesmit seinen Bewohnern, ihren Sitten und Gebräuchen kommtrecht lebendig zum Ausdruck. Als einen Hanptvorzug vor allenanderen Werken über Palästina betrachte ich aber in dem ge-nannten daö kultnr historische Moment; nach dieser Seitehin bietet cS soviel Neues und Interessantes, daß die Lektüreeinen geradezu fesselt. — Aufgefallen ist mir nur, daß bei derSchilderung von Jaffa das großartige FranziSkanerllostcr, daswie eine mächtige Citadelle die Stadt beherrscht, so nebensächlicherwähnt ist und bei Namleh das dortige Fraiiziskancrüvspizgar nicht. ES wäre zu wünschen, daß in den nachfolgendenHeften die Institute der Söhne des hl. FranziSkuS, welche dochseit Jahrbundcrten fast die einzige christliche Ehrenwache an denheiligen Orten bilden, die verdiente Berücksichtigung finden.
Anton Weber, Albrecht Dürer . Sein Leben, Wirken undGlauben. Mit 11 Abbildungen. Ncgcnöburg 1894(Friedrich Pustet). 115 S. 1 M.
Ein hübsch ausgestattetes Werkcben, das sich durch Ilcbcr-sichtlichkeit und einen gefälligen Stil auszeichnet. Besondersanziehend ist der letzte Abschnitt über Dürers GlanbenSbekennt-niß, in welchem W. sämmtliche Zeugnisse, die für oder gegendie Katholicität Albrecht Dürers beigebracht worden sind, zu-sammenstellt und mit großer Ruhe und Objektivität bespricht.Gewiß wird jeder, der seinen Ausführungen gefolgt ist, ihmbeipflichten, wenn er am Schlüsse sagt: „Es ist über jedenZweifel erhaben, daß Dürer mit aller Wärme seines Herzensdie allseitig ersehnte kirchliche Reform herbeiwünschte, und daßer mit manchem seiner Nürnberger Freunde das erste AuftretenLuthers begrüßte. Aber eS ist ebenfalls gewiß, daßDürer sich nicht von der alten Lehre abgewendethat und im Frieden mit der katholischen Kirckeverstorben ist." Hatte doch Niemand mehr als Dürer selbstunter dem neuaufgekommencn Wahne zu leiden, daß die Kunstder Malerei „zur Abgötterei diene", und schon im Jahre 1524beschwerte sich Dürer in einem Schreiben an den NürnbergerRath bitter über den Undank seiner Mitbürger, den er um sodrückender empfand, als er die vortheilhaftestcn Angebote derSignoria von Venedig und des Raths von Antwerpen ausLiebe zur Vaterstadt ausgeschlagen hatte. Um nicht müßig zugehen, mußte er sich in seinen letzten Lebensjahren aus die Schrift-stellerei verlegen, da nach Bildern keine Nachfrage mehr war.Erst lange nach seinem Tod brachten Kaiser Rudolf II. undder Bayernhcrzog Maximilian Dürers Namen wieder zn Ehren,indem sie hohe Preise für seine Werke bezahlten. Alles dieshat W. in seinem Büchlein näher ausgeführt und wir stehendaher nicht an, dasselbe allen jenen, die sich rasch über Düreroricntiren wollen, aus's Beste zu empfehlen.
vr. B. Sepp.
* Der Breslauer Universitäts -Proscsfor vr. Probst läßtsoeben bei Aschendorff in Münster ein umfangreiches Werküber die „Liturgie des 4. Jahrhunderts und derenReform" erscheinen. Dasselbe bildet die Fortsetzung des imJahre 1691 im gleichen Verlage von ihm herausgegebenenWerkes: „Die ältesten SakramentarienundOrdineö"und enthält eine aus den Schriften der großen Kirchcnvätcr ge-schöpfte Darstellung der Messe, wie sie seither nicht bekannt war.
Ebenso werden die Motive und die Beschaffenheit der Meßrcsorrnin einer noch nicht einmal versuchten Weise behandelt.
Pädagogische Vortrage und Abhandlugen. In Ver«bindung mit namhaften Schulmännern herausgegebenvon Jos. Pötsch. Keuchten, Jos. Kösel. 1. Heft: PapstLeo XIII. und Kaiser Wilhelm II. über die Aufgabe derSchule in der heutigen Zeit. Von Jos. Pötsch. 32 S.30 Pf. 2. Heft: Die Schule im Paradiese der Social-demokratie. Von Heinrich Bals . 60 S. 50 Pf.v. Diese „Pädagogischen Vortrüge " erscheinen in zwang-losen Heften, jedes eine abgeschlossene Arbeit. Ihre Tendenzist zeitgemäß, praktisch, katholisch. DaS eben erschienene 2. Heftnimmt seine Darstellung durchaus anS socialdemokratischenSchriften. So behandelt es den Kindergarten, die einzelnenLehrgegenstände und die Erziehung nach socialdemokratischenForderungen. Am häufigsten ist benützt Tonen (Kindergartenund Volksschule) und Bcbcl (Die Frau), aber auch andere, wie:Stern, Religion der Zukunft; Wille, Lehrbuch; Werra , Lese-buch u. s. w. Aus diese Weise wird der Leser schnell, praktischund anschaulich in den Gegenstand eingeführt. Das Unter-nehmen verdient Unterstützung und Förderung.
Die Glückseligkeitslehre des Aristoteles und deshl. Thomas v. A. Jnaugiiral-Dissertation von Se-bastian Huber . Frcising, Datieren 1893, S. 96.
Wer eine vergleichende Paraphrase von den Büchern I u.X der Nikom. Ethik des Aristoteles und den ersten 5 Quästionender Thomistischen 8umma moralis universalis i. s. 8uw. tlisol.1. 2 gu. 1—5 nebst üb. III der Summa, contra. Zentilssliefern würde, hätte nach Inhalt und Form geleistet, was unsereDissertation anbietet. Höhere geschichtliche oder philosophischeGesichtspunkte sind aber darin nicht verwerthet worden, undden Anforderungen wissenschaftlicher Kritik und Unbefangenheitoder philosophischer Schulung ist nicht von Ferne entsprochen.In einem Punkte oder Theile eines großen Problems nur denAristoteles an Thomas messen und dies noch dazu nach demfast Heiterkeit erregenden Grundsätze (S. 2): „Thomas bekämpftAristoteles überall, wo er ihn auf einem Irrwege ertappt, undhuldigt ihm dort, wo derselbe die Wahrheit lehrt" — das istHuldigung des naivsten Dogmatismus. Wir können darumden Vorsatz des Vers. (Vorwort), „die begonnene Arbeit fort-zusetzen und über das ganze Gebiet der Ethik auszudehnen",nach dem Vorliegenden fast nur perhorrcsciren. Wer dasethische Wollen nickt im Zusammenhange einer Entwicklungder sittlichen Weltanschauung bieten kann, dem gebricht eS anphilosophischer Kraft, und mit dem Willen allein ist hier nichtsgethan. Wir empfehlen ihm, damit seine benutzten Autoren dieZahl 30 erreichen, angelegentliches Smdium von Wundt's Ethikund Paulscn'ö System der Ethik. Dadurch könnten ihm überVieles die Augen aufgehen. vr. K.
I. N. Ahle. VIII Oautiovss saoras vooibus asgualibuseoneinsnäas. op. 4.
Von dems. VII vautiouss saoras vooibus inaogrialibusooueinsnäas. ox. 5.
Von dems. Vitamins äs 8t. Llo^sio, in 2 Ausgaben,op. 6 a und 6b. Regens bürg, Alfred Coppenrath'SVerlag.
G Freunde echter und werthvollcr Kirchenmusik, besondersdie Schüler und Freunde des Componisten, werden das Er-scheinen obcngcnaniiter Gesänge freudigst begrüßen. Op. 4 ent-hält ein Voni sanoto Lpiritus, die Offertorien für daS Herz-Jesu-Fest, für die Feste des hl. Alcysius und des hl. Lau-reutius, eine Antiphon zur Prozession am Palmsonntage.Graduelle und Osfertorium für das Rosenkranzsest und, fürPriester eine theure und fromme Erinnerung an die Ordination,das Respousorium: öain nou äieam vos sorvos. Partitur u.Singst. 2 M. Ox. 5 bringt ein Voni sauots Lpiritus fürfünfstimmigen gemischten Chor (2 Teuöre), mehrere Offertorienund die Partitur von 12 vaisiboräoni, ohne Text, für dieVespern, welche sich durch Frische, Gedrängtheit und Wohllautauszeichnen und vielen Chorregcnten sehr erwünscht sein dürsten.L- Hcinze nennt diese Werke „fein durchgeführte, durchwegnobel gehaltene Compositionen, in denen der polyphone Stilmit dem homophonen zu schönster Klangwirkung sich vereint."C. V. C. Nr. 1593. Part. u. Singst. 3.60 M. In op. 6liegt eine Litanei zum hl. Aloysius vor, voll edlen Wohlklangsund inniger Melodien. Der Ausgabe op. 6 a, für zwei Vor-sänger und sünfstimmigen gemischten Chor (2 Teuöre), würdenwir den Vorzug geben; in der Ausgabe ox. 6d ist dieselbe