82
Litanei eingerichtet für zwei Vorsänger und vierstimmigenMännerchor. Part. u. Singst. 1,90 M-, resp. 1,60 M.
Pros. Dr. Aemilian Schöpfer , Geschichte deS alten Testa-ments mit besonderer Rücksicht auf das Verhältnis vonBibel und Wissenschaft. Brixen , kath.-polit. Preßvcrein1893. 1. Halbband. VIII n. 210 SS.
-8. Die vorliegende Schrift konnte sich seit ihren! Erscheinenbereits mehrfacher Anerkennung von Seiten kirchlicher undkompetenter wissenschaftlicher Auktoritäten erfreuen. Ihr Haupt-vorzug liegt nach unserem Ermessen einmal in der auf demTitel ausgesprochenen Tendenz, die biblischen Berichte mit steterRücksicht auf die natürlichen Grenz- und Hilfswissenschaften derSchristkunde zu behandeln, sodann in der Art und Weise, wieihr dies in der Form eines theol. Lehrbuchs gelang. Der Planund die leitenden Gedanken der hl. Geschichte erscheinen in einertiefen Auffassung, treten bestimmt hervor und werden bei allerSchlichtheit und Kürze der Darstellung, die ein Lehrbuch er-heischt, in anziehender und geistreicher Form gegeben. Wirstimmen dem Verfasser vollständig bei, wenn er cS als einePflicht der Vertreter der alttestamcutl. Heilsgeschichte erachtet,gerade jene Punkte stets im Auge zu behalten, an denen der Fort-gang der Forschung in Geschichte, Naturwissenschaften und Kritikwerthvolle Bestätigungen oder Ergänzungen der biblischen Be-richte liefert, aber auch jene, an denen auf Grund angeblicherResultate, welche hergebrachten Auffassungen des biblischenWortes in mehr untergeordneten Fragen gegensätzlich gcgenübcr-treten, ein Hauptvorstoß gegen die Göttlichkeit und Glaub-würdigkeit der hl. Urkunden gewagt wird. Gewiß würde dietheol. Wissenschaft an lebendiger Fühlung mit den berechtigtenBewegungen der Zeit verlieren, und „würden die Theologengegen ihr eigenes Interesse handeln, wollten sie von der For-schung und deren Resultaten sich abschließen" (S. 01), anderer-seits aber bedürfen die Richtungen der modernen Forschungganz besonders auch aus dem Grunde fortwährender Kontrolle,damit der Clcrus nicht rath- und wehrlos gegenüberstehe einernegativen Kritik, die heutzutage selbst in dem entlegensten Ge-birgSdorfe ihren Nachhall finden kann. — Der bis jetzt er-schienene erste Halbband behandelt in drei Abschnitten die Urzeit,die Geschichte der Patriarchen und die Schicksale Israels vomAuSzug aus Aeghpten bis zur Besitzergreifung de-Z gelobtenLandes. Bei der Absicht des Verfassers mußte selbstverständlichdie Darstellung der Urgeschichte sich zur schwierigsten Partiegestalten. Besonders angezogen hat uns bei kontroversen Fragendie Präcision und Uebcrsichtlichkcit, womit unter Benützung derbeachtenswerthesten Literatur z. B. in der Frage über die Aus-dehnung der Sintfluth die verschiedenen Ansichten formulirt,die begründeten von den rein hypothetischen geschieden werdenund der eigene Standpunkt des Verfassers seine Motivirungfindet. Die Art und Weise, wie der Verfasser die pragmatischeGeschichte mit der Eiuleitungswissenschaft in die Schriften desalten Testamentes verbindet, zeigt am Ende dcö Halbbandcsdie Kritik der Wellhausen'schcn Beurtheilung des Pcntateuchs.— Wir werden uns kaum täuschen in der Annahme, daß dasgediegene Lehrbuch wie alles Gute und Brauchbare sich selbstBahn brechen werde. Möge es nur dem rührigen Verfasser,welcher leider seit längerer Zeit an einem hartnäckigen Augen-übel leidet, vergönnt sein, dasselbe recht bald in voller Gesund-heit zu vollenden.
Heldenlieder, von Alb. West ermann. Verlag von Hoferund Bürger in Zürich . Preis 60 Cent.
* In elfter Auflage liegen unö Westermann's „Helden-lieder " vor, welche die Heldenthaten der Eidgenosse» bei Mor-garten, Laupen, Sempach, Näfels , St. Jacob und Marignanoverherrlichen. Die Lieder, welche natürlich in erster Linie fürdie Sckweizer berechnet sind, beobachten historische Treue undsind Musterbilder poetischer Schlachtenmalerei. Ihre Lectürebietet auch dem Nichtschweizer Genuß.
Bach mann Fr., Was ist Krankheit und wie heilen wir?
8° p. XVIII -s- 142. Berlin , H. Steinitz 1894. M. 2.-.zp Das Buch will ein Versuch sein, unsere empirischen Heil-methoden wissenschaftlich zu begründen. Angeregt dazu wurdeder Verfasser, wie er selbst bezeugt, durch den so häufigenWiderspruch der an der Schule erlernten theoretischen Kennt-nisse mit der Praxis. Leser, willst du den Standpunkt deSVerfassers dieser Schrift kennen lernen, dann rathe ich dir ein-fach, das sehr interessante Buch zu lesenI In Kürze läßt sich
das nicht sagen. Daß Alle in Allein mit dem Verfasser über-einstimmen, ist nicht möglich, auch nicht nothwendig, wäre auchkeine gute Empfehlung für Originalität und sclbstständigeDcnk-thätigkeit. Der Inhalt des BuchcS ist reichhaltig und praktisch,und möge sich Niemand durch den etwas philosophischen Titelabschrecken lassen, das Werk einer prüfenden Lectüre zu unter-ziehen.
Birnbaum M-, Die Kneippkur: Die Wasserkur des PfarrersKneipp, ärztlich beleuchtet und beschrieben. Berlin-Leipzig ,H. Steinitz 1893. (5. Tausend.) 8° SS. 88. M. 2.—.
-> Rabbi Jannai, so erzählt der Talmud (Sabbat 103),hatte den Mar Ukba ersucht, ihm eine von den Augcnsalbendes berühmten Arztes Samuel zu schicken. Der Erbetene ant-wortete: „Damit du mich nicht für ungefällig haltest, erfülleich deinen Wunsch, kann aber nicht umhin, dir noch ein besseresRecept anzurathen, das von demselben Arzt hcrrübrt, nämlichseine Regel: Ein Tropfen kalten Wassers am Morgen, dasWaschen von Händen und Füßen am Abend ist wirksamer alsalle Augensalben der Welt." Diesem Grundsätze huldigt inneuer Zeit auch Pfarrer Kneipp, dessen Wasserkur unanfechtbareErfolge ausweist, fodaßPindarsWort'^c-arc,-- heute
doppelt hoch steht. Alle Bücher, die im Zeichen deS Wasser-mannes erscheinen — und deren Zahl ist bereits Legion —können auf einen großen Absatz rechnen, so bedeutend ist dieBewegung für nrzneilose Kuren. Vorliegendes Heft stellt dasKaUwasserbcilvcrfahrcn in ruhiger, objckiiver und allgemein ver-ständlicher Weise dar, und kann allen Interessenten zur Orien-tirung gut empfohlen werden.
Literarische Rundschau f. d. kathol. Deutschland .
Hcrdcr'schcr Verlag. Preis per Jahr 9 M. (12 Nummern.)
* Im Dczemberhest nimmt der bisherige Redakteur Pros-Dr. C. Krieg von den Lesern Abschied. Er ist durch Er-weiterung seiner Lehrtätigkeit genöthigt, die von ihm seit neunJahren geführte Redaktion niederzulegen. An seine Stelle trittHerr Professor Dr. G. Hoberg, eine vorzügliche Kraft, welcheGewähr dafür gibt, daß das hochangcschcue Organ feinen wissen-schaftlichen Charakter in der Richtung ernster Kritik beibehaltenund auch ferner ein „möglichst zuverlässiges und vollständigesSpiegelbild der literarischen Gegenwart, zumal nach der kathol.Seite hin" bieten wird. — Das Dczemberhest der Lit. Rund-schau brachte n. A.: Kunstgeschichte (Kelchncr, Donner- v. Richter,Galland, Firmcnich-Nichartz). — Feine, Eine vcrcauonischeUeberlieferung des Lucas. (Schanz.) — Brandscheid, XovnmNootamsntnm Zraoeo ot latius. — Brandschcid, Handbuch derEinleitung ins Neue Testament. — Cathrein, Moralphilosophie.— Canct, Im libsrtö cko oorweieneo. (Jeilcr.) — Nottmanner,Predigten und Ansprachen. (Kcpplcr.) — v. Hcrtling, Natur-recht und Socialpolitik. (Natziugcr.) — Schanz, Geschichte derrömischen Literatur. (Scibel.)
Kirchenmusikalische Vicrtcljahrsschrist. Heraus-gegeben vom Salzburger Diöcesau-Cäcilienvcrcin. Salz-burg , Verlag von Math. Mittcrmüllcr. Jahrcsprcis2 Mark.
Inhalt des IX. Heftes 1893: Das liturgische Hochamt.Die Choral - Nesponscricn. Fortbildungscurs in Salzburg .Recensionen rc. rc.
Unter dem Titel „Unser HauStheater" ist» wie HerrDr. Holland schreibt, abermals von M. Zenner eine Samm-lung erschienen (München 1894 bei E. Stahl zum), welche sichin würdigster Weise an das schon 1877 bekannt gewordene,gleichnamige Bündchen anschließt. Das sind niedliche Dramen,für kleine Leute leicht ausführbar, theilweise in Prosa und inflüssigen Reimen abgefaßt, von ächtem Humor getragen, welchemgleichwohl ein ernsterer Gehalt zur Seite geht. Im ersten Stückerscheint der leibhaftige Kafperl als Arzt, kurirt die verzogene„Prinzessin Bumphia" und erhält dafür von den! gerührtenPapa König die Hand der Prinzessin und damit die Nachfolgeim Lande der Birmanen. Das zweite Stück „Tausend-schönchen" ist ein lustiges Märchcuspiel mit komischen Ver-wandlungen und sinnreich-ernster Lösung. Manch' namhafterDichter könnte diese Dramen ihres sicheren Erfolges halber be-neiden: Wo sie über die Bretter gingen, haben sie immer eindankbares Publikum erobert! (Ladenpreis 80 Pf.)