Ausgabe 
(1.2.1894) 5
 
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bildeteren hervorgingen, sind sie wohl in der Regellateinisch, so g. B. das folgende:

Oenelogia Interim

Iinmorsnm Xebula L'sgit Du Roms, Impia llLuuäuwImpia June 1'ento 12 t Komauo8 Inusbo ülorsslukero iMuue Lsrris Dx Rom» Lneowmoäa Multa.Interims Ulsro lorgueo Däax Daxio Imxis ütlrreto.

Andere enthalten vielfache künstliche Wortspiele:

Interim interimit, mox interimetnr et ipsuiüInteritne äivi nomine rsZio zotest,

oder Nachahmungen klassischer Versmaße:

Interim innltoe kaoio interirs?eräi8 inknntee, xorimi8gus kerroLt manne wnltn mneuln8 ernentaOaeäs xiornm.

LtrnnAniee, msrga.8, koäias, cremesgu»

Rumbus, I^mxbis, Alaäiis et iZneVnw libi tote liest st licebitteinxors xarvo

Leos non lallor venit illnä temxustzno tut xoenL8 äsäeris kuroris6 um tuis sevio iternm iuteribisInterimistis.

Die deutschen Verse sind meist derber gehalten, javielfach so, daß sie nicht wohl hier angeführt werdenkönnen. Nur ein Beispiel (von einem Protestanten):

Interim, das ist ein Buch

Nit besser, denn ein be-Spruch.

TeuffelSdrcck wobt und Papstes GreuelEin recht roh'r Vogel und Ewcl")

Rombzüglich fromme ChristenIst darum erdicht' von PapistenMich dünkt'S, sie haben sich be-.

Und zum Schlüsse noch ein Exemplar, bei welchemdeutsch und lateinisch auf einem Blatte vereinigt ist:

Merkt

»luäas

Jr

Jr

Akostium

Narrete

Ncichsstett

1'raäiäit

Teutschen

Euch

Dlsetoreiu

Eur

Thut

üomano

Reich

Nott

Imperator!

Ist

Mein.

W. Hoffmann.

Zusehen")

Vlereeäs

Das Kloster Monheim und die Reliquien derheiligen Walburga: 8931893.

Zum 1000. Jahrestag der Ncliguienübertragungund Stiftung des Klosters.

Von A. Zottmann.

(Fortsetzung)

II. Aeußerer Glanz und höchste Berühmtheitdes Klosters. 893 bis o. 1000.

In Kürze sei zuerst angegeben, welches der Bestanddes Klosters war. Dasselbe besaß zwei Kirchen: die neueeigentliche Klosterkirche und dann eine kleinere, aber be-deutend altere, die Peterskapelle: beide werden dusiliea?")genannt; erstere muß nach Andeutungen Wolfhards ganzdie Lage und Anordnung der jetzigen Pfarrkirche inMonheim gehabt haben: nach Osten gerichtet, hatte siedrei durch zwei Säulenreihen gebildete Schiffe?") Gegendie westliche Ecke an der Nordseite war das Hanptportal

2) Ewcl vrcvcl Frevel.

"> Von unten nach oben zu lesen."") Wolfhard 1. o. p§. 526 u. 541.2°) Ibiä. xss. 539.

mit einer Vorhalle??) Diesem Portal gegenüber warein zweites, südliches, welches in den Kreuzgang hinaus-führte, an welch letzteren sich sodann das oosmsterimnanschloß?") und darüber sowie rechts davon die Kloster-gebäude. Die Kirchweihe dieser Basilika (in IronorsLalvatoris nostri et oxilioio) wurde jedes Jahr alshoher Festtag begangen und muß nach einer AndeutungWolfhards in die kalte Jahreszeit gefallen sein?") DieBasilika mag auch eine ziemliche Größe gehabt haben,da nichts berichtet wurde, daß die zahlreichen Wallfahrts-züge und Pilger, die dort zusammenströmten, nicht Platzgefunden hätten. Daraus, daß Wolfhard erzählt, daßineinen Stein neben dem Nordportale fleißig dasWeihwasser nachgegossen wurde?") damit es für die Ein-tretenden ja niemals fehle," können wir wohl folgern,daß die ganze Kirche aus Stein gebaut war. An der-selben waren auch mehrere Priester angestellt; das warschon nothwendig wegen der vielen Pilger. Wolfhardredet von drei Priestern: dem Archipresbhter, dann demPresbyter Himondus"?), welcher, wie es scheint, die ver-schiedenen Weihungen und Segnungen vorzunehmenhatte,"") und sodann von dem gerade für den Altar derhl. Walburga investirten Priester MegiupertuS. Aufdiesem Altar waren die Reliquien der hl. Walburga aus-gestellt, vor welchen die Wallfahrer beteten und viele auchdie Heilung in den verschiedensten Krankheiten erlangten;er bildete den eigentlichen Wallfahrtsaltar. Eine derNonnen, Deithilda genannt, besorgte in der Kirche denMeßnerdienst?")

Die zweite Kirche, die jetzige Peterskapelle, welcheheutigen Tags in einer Vorstadt Monheims liegt, nördlichvon der Hauptkirche, lag damals im Orte selbst, war alsowohl die alte Pfarrkirche, und um sie hatte sich auch an-fangs Liubila mit ihren Genossinnen in Zellen angesiedelt.Die Kirche gehörte auch zum Kloster und wurde eben-falls von einer Nonne besorgt, welche dort eine eigeneWohnung hatte, denn Wolfhard berichtet, daß ihr einmaldort eine Kranke zur Verpflegung übergeben wurde;^)es war das demnach so eine kleine Filiale vom Haupt-kloster.

Das anfängliche Klosterpersonal ist aus dem früherangeführten Theil des Stiftuugsbriefes ersichtlich?")Liubila war Aebtissiu; ihr zur Seite standen noch vierNonnen. Diese werden aber rasch eine Vermehrung er-fahren haben; denn wenn auch aus den ErzählungenWolfhards, daß viele, welche in der WallfahrtskircheHeilung oder sonstige Gnaden erlangten, sich demDiensteder hl. Walburga geweiht haben", nicht mit voller Be-stimmtheit hervorgeht, daß sie wirkliche Nonnen wurden,so können wir es doch mit ziemlicher Sicherheit annehmen.Auch das Vermögen des Klosters muß sich rasch vergrößerthaben, denn Wolfhard bemerkt als Augenzeuge, daß esgeradezu Sitte der Wallfahrer war, Geschenke wie Kerzen,Leinwand, Wolle u. dgl., auch Hühner, Brod, Bier rc.zu bringen?") Und bei der großen Menge der Pilger

"?) Ibiä. p§. 531.

-°) Ibiä. i>8. 529.

-°) Ibiä. pg-. 527.

-°) Ibiä. PA-. 534.

-") Ibiä. i>8>. 541.

-2) Ibiä. p§. 542.

Wolfhard 1. o. i>§. 536.

Ibiä. p-x. 541: . . . > eam, guas iu ipso vieoproxo moiissterium VirZsium e regions wontiz sita «8tseclesikmi ...»

Otr. Anm. 24.

°°) Wolfhard i>§. 534, 537, 529, 532.