Ausgabe 
(1.2.1894) 5
 
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Mangel an wissenschaftlicher Kritik und Unbefangenheit, anphilosophischer Schalung, naiver Dogmatismus" ec., all dieseVorwürfe verfangen sehr wenig und werden den Verfasser un-berührt lassen, wenn sie mit nichts begründet werden. Wir be-merken es noch einmal: Auch nicht mit einem Nachweis ausInhalt und Methode der Schrift begründet Kritiker jene zartenPrädikate. Weder eine Inhaltsübersicht, noch eine Kritik desHauptresnltates, noch eine solche der Auffassung beider Lehr-systeme, gar nichts bringt Kritiker vor. Der fehlendeNachweis wird durch allgemeine Redensarten nicht ersetzt. Werlächelt nicht, wenn Kritiker angesichts dieser Arbeit die Forderungstellt,da§ ethische Wollen im Zusammenhange einer Entwick-lung der sittlichen Weltanschauung zu bieten", und dem,derdies nicht kann"(t), diephilosophische Kraft" abspricht! Alsob nicht mit der Darstellung des letzten Zieles undhöchsten Gutes bei Aristoteles und Thomas, wie sie indieser Schrift weitläufig vorliegt, die ganze sittliche Welt-anschauung beider Denker in ihren Grundzügcn entwickelt wäre!Geleistetes fordern, muthet bei einem Kritiker und genauen Leserseltsam an. Und als ob nicht dasethische Wollen" dann ambestenim Zusammenhange der sittlichen Weltanschauung ent-wickelt" wäre, wenn sein letztes Ziel untersucht und dargestelltworden ist! Kurz, es scheint zu ernsteren Ausstellungen gegendie Dissertation ein sachlicher Grund nicht gegeben zu sein.Darum ist auch zu wünschen, daß die Fortsetzung der Arbeit,eine Vergleichung der ganzen Ethik bei Aristoteles und Thomas,in Bälde erscheinen möge, woran der fromme Wunsch der Re-cension, welche so eine Kühnheitfast nur pcrhorreScircn kaun",voraussichtlich nichts wird ändern können. Wer an der Ge-schichte der Ethik so viel Interesse hat, daß er das bescheideneSchriftchen selbst zur Hand nimmt, der wird dem VerfasserDank wissen, daß er, wenn auch in der Kürze einer Doktor-arbeit, jene Grundbegriffe der Ethik, Ziel und Glückseligkeit,Wie sie Thomas von Aristoteles entnommen und entwickelt oderverändert hat, sicher, klar und gründlich darzustellen mit Erfolgsich bemühte. O. S. in Fr.

Oküeium xarvnm Loatas Zlarias VirZinis oum VII xsalmis

xosuitontialibus st lütanüs Lanetorum. Xilitio tsrtia.

LuAnstas Viiutsl. 1893. Lnmptibno Inst. Intsr.

Dr. 21. Uuttlor (21ietmel Leiten), in Call. geb. M. 1..

- 2 i. Im Mittelaltcr war das Psältcrlein unsrer liebenFrauen in aller Händen. Daß man auch heutzutage in denKreisen der Gebildeten wieder zurückkehrt zu der Betweise derfrommen Vorzeit, bekundet vorliegender innerhalb kurzer Zeitzum dritten Mal von der rührigen Firma Huttlcr-Seitz aus-gegebener Abdruck des otüoinm parvnm, diesmal vermehrt durcheine rnbricistisch-ascetische Abhandlung, die einerseits alle auf-tauchenden Fragen bezüglich der Recitation berücksichtigt, andrer-seits die Andacht des Beters selbst bei täglicher Recitation immerneu anzuregen im Stanke ist. Papier , Druck und Ausstattungsind in jeder Beziehung musterhaft. Für eine künftige Ausgabemöchten wir die Beifügung der Gradualpsalmen wohlwollenderBerücksichtigung empfehlen. Um den Gebrauch vorliegenderAusgabe auch in Instituten zu ermöglichen, die von Benedik-tinern geleitet werden, hat der Herausgeber die Beilage derHymnen für Matutin, Laudcs und Hören in der ursprünglichenForm, wie sie das monastische Stundengeber bewahrt hat, aufeinem fliegenden Blatte, das leicht jeweils eingelegt werden kannund zugleich einen Merkzettel bildet, in liebenswürdigster Weisezugesagt eine Beigabe, die auch für andre Beter willkommensein wird, da die alte Fassung der Hymnen vor Urban VIII.kennen zu lernen Vielen angenehm sein dürfte.

1) küito soptiia. Lloralis. In usum solwlaruw. Luotors

Victors ltatdrsin 8. I. L.pprol>. Lmi ^.reliiep. Iri-bnr§. 8° (X, 396 x§.) II. 3.50; roli§ato clorso eorio('/- Franzband) 21. 4.70. PridurZi Lris§., Uerclsr 1893.

2) Pogioa. In us. soliol. Unet. Oarolo Vriok 8. I. ^pprob.

(nt supra). 8° (VIII, 29b x§.) 21. 2.60; reliA. (utsnpra) 21. 3.30. ibidem.

k. I. Neben der großenkbilosoxbia Imeeusis" eröffnenmit obigen die deutschen Jesuiten eine Reihe von philosophischenSchulbüchern, welche sich jener in ihrer Weise ebenbürtig an dieSeite stellt. Der jedem Bande beigegebene Index atpbsbstiouserleichtert auch das Nachschlagen außer dem Schulgcbrauche, umsich schnell und sicher über den einen oder andern Punkt be-lehren zu können. Bei aller Reichhaltigkeit ist der Inhalt kurzund bündig und übersichtlich dargestellt. Die kliilosoxbia

2Ioralis ist gleichsam ein kerniger Auszug aus der vortreff-lichen, bereits in 2. Aufl. erschienenen, großen Moralphilosophie(vgl. Nr. 36 der Beilage zur Postztg. Jahrg. 1893) desselben Ver-fassers. Der noch größeren Uebeisichtlicbkcit wegen sollte wohl dieKirche (als Gesellschaft) und das Verhältniß der Kirche zumStaate in eigenen Kapiteln behandelt werden (wie z. B. Zigliarain seiner ?bil. 2Ior.). Recht lobenswert!) ist die wiederholt ge-eignetste Verwerthung der einschlägigen Rundschreiben PapstLeo's XIII. Keine der brennenden Fragen bleibt unberücksichtigt.Jede vielmehr wird eingehend und gründlich beantwortet.Die Po tz'isa. behandelt dievialsetiea" (eigentliche Denklehre),wie dieOritroa" (Nostik, Erkenntnißlchrc) in durchaus treff-licher Weise und schließt sich ziemlich enge an Tillm. Peschs,8. I., gediegene Institutlcmes loZioates (Bd. 1, 2) an. DieLatinität ist fließend und leicht verständlich und sollte gewißNiemanden abschrecken. Auch sind beide Bücher durch Anwen-dung der sogen, scholastischen Methode wohl geeignet, in besseresVerständniß des hl. Thomas von Agnin einzuführen. BeiderKlarheit und Deutlichkeit gewinnt wesentlich durch den Gebrauchder Tbesen, welche stets genau erklärt und gründlich bewiesenwerden. Jeder Band ist auch einzeln käuflich. Die äußereAusstattung ist der bewährten VerlagSbandluug durchaus wür-dig. So wünschen wir denn den trefflichen Büchern weitesteVerbreitung und eisrige Benützung.

Die Geistliche Stadt Gottes. Leben der jungfräulichenGottesmutter Maria, geoffenbart der ehrwürdigen DienerinGottes Maria von Jesus, Äbtissin des Klosters zuAgreda.. . . AuS dem Spanischen übersetzt von mehrerenPriestern der Congregation des allerh. Erlösers. Mitkirchlicher Approbation und Erlaubniß der Ordensobern.2. Aufl. I. Bd. S. 90- 1016, II. Bd. S. 1327.Gr. 8». NegenSburg. Pustet 1893. Preis M. 12.,geb. Frzbd. M. 16.-.

?. ll. Mit größter Freude begrüßen wir die neue Auflagedieses wahrhaft ausgezeichneten Werkes in zwei stattlichen Groß-oktavbändcn. Der Text selber blieb unverändert. Die Ein-leitung ist bedeutend erweitert. Sie bringt die wichtigstenApprobationen derGeistlichen Stadt Gottes", sowie eine gründ-liche theologische Abhandlung über deren übernatürlichen Ur-sprung und deren Werth. Der Abhandlung 1. Theil entwickeltdie Grundsätze der hl. Theologie über Privat-Offcnbarungenim Allgemeinen (Existenz, Zwecke, Kennzeichen, Glaubwürdigkeit).Der 2. Theil wendet die dargelegten Principien auf die Geist-liche Stadt Gottes an und zeigt näher, daß die Verfasseringlaubwürdig, das Werk selbst nach Inhalt und Zweck geeignetist, Ehrfurcht und Liebe für Gott und die allerheiligste Jung-frau einzuflößen, und daß gelehrte, kluge und in geistlichenDingen erfahrene Männer daö Werk als gut und erbaulichanerkannt und bezeugt haben. Die Geistliche Stadt Gotteslehrt uns so recht Maria kennen alsGipfel aller Wunder-werke Gottes und würdig, Mutter Gottes zu sein" (Pins IX.,BulleIirskkabilis"). Sie kann nicht warm genug empfohlenwerden den Priestern zu eigener und fremder Erbauung undBelehrung, aber auch solchen Laien, welche, nicht zufrieden miteinem sogen. Alltagschristenthum, ernstlich nach der christlichenVollkommenheit streben. Obwohl die neue Ausgabe der erstengegenüber in mancher Hinsicht vermehrt und verbessert erscheint,ist ihr Preis bedeutend ermäßigt und verdient deßhalb, sowiefür die treffliche Ausstattung, der Verleger alle Anerkennung.Mit den hochwürdigen Uebersetzern theilen wir den sehnlichstenWunsch, daß dieses herrliche Buch immer größere Verbreitungauch in den Ländern deutscher Zunge finde, damit unsere ge-licbteste Mutter, die erhabene Königin des Himmels, die un-befleckte Jungfrau Maria immer mehr erkannt, inniger geliebtund vertrauensvoller angerufen werde.

Gut-Tod-Büchlein, oder: Geistliches Sterben vor demSterben. Betrachtungen von Udalrikus Probst,8. I., nach dem Exercitiengange deö hl. Jgnatins. Neubearbeitet und herausgegeben von einem Mitglicde desKapuzinerordens. Preis M. 1.50, geb. M. 2.. A.Lau-mann'sche Buchhandlung in Dülmen i/W.

Dieses Buch gibt eine vorzügliche Anleitung zu einem> frommen Lebenswandel und zeigt uns den Weg zum innernI Frieden und lehrt uns, daß unser ganzes Leben eine Vorberei-' tung auf einen seligen Tod sein soll.

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Verantw. Redacteur: Phil. Frick in Augsburg. Druck u. Verlag des Lit. Instituts von Haas L Grabbcrr in Augsburg .