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Klängen der Llissn f?axas Naroslli, oder Ulrrur rs-äswxtoris, oder Isis conkeLsor lauschten.
Wenn sich die Chorregcnten und Freunde klassischerMusik mit dem Studium der Werke der Alten, speciellPalestrina's, enger befassen wollten, wahrhaft, da wärekeine Mühe vergeudet, denn sie schenken sie einem Manne,der als unerreichter Genius die Poesie der kirchlichenLiturgie in seraphischen Melodien und Harmonien nach-gedichtet hat und dem kein größeres Lob hätte gespendetwerden können, als der Ehrentitel auf seinem Grabe:Nusioas I'riuosxs, der Fürst der Tonkunst.
Das Kloster Monheim und die Reliquien derheiligen Walburga: 893—1893.
Zum 1000. Jahrestag der Neliquienübertragungund Stiftung des Klosters.
Von A. Zottmaun.
(Fortsetzung.)
III. Vom Aufhören des äußeren Glanzes biszum Verfall: o. 1000 —1500.
Das Wenige, was über diese Zeit gefunden wurde,wird hier in Kürze mitgetheilt.
Bis zum Jahre 1400 finden sich folgende Namenvon Monheimer Aebtissinnen, - leider ohne Angabe derbestimmten Jahreszahl:
Anna die Fcstcnbcrgerin,
Sophye von Maurn,
Knnignnd die pirkcnfelseriN,
Agnes von Umendorf,
AgneS von Pflaunlach,
Liukart von Grcdingen,
Gute diu Marspcckin,
Grcte von Maurn,
Anna von kalenthcin undKatharina von Wemdingcn.
Dieselben sind genommen aus einem alten Mon-hcimer Salbuch. Darin finden wir bei Auszählungder gestifteten Jahrtage auch einzelne aus dem Klerusder Klosterkirche während dieser Periode angeführt,nämlich:
bor Knäolks v. baloutin ains pbarrers lartag;
bor Uberbartü ilos xbarrers 1arta§;
Her Hansen Pöppsing Jahrtag, eins Kapl. zu Maunhaim;
Her Hausen Camererz, der caplan hch gcbescn ist;
Her Hermanns des Capplans Zahltag.^)
Im Jahre 1060 weiht Bischof Gnndekar II. vonEichstätt in Monheim eine neue Kirche?^) Es ist die-selbe, von welcher heute noch ein Theil des Thurmes,des Krenzganges 6°) und wahrscheinlich auch der Grund-mauern steht?')
1161 brennt die Kirche in Heidenheim ab undwenden sich die Heidenheimer an Bischöfe und Klösterum Mittel zu einem Neubau; dazu hat sicher auch unserKloster beigetragen, das ja, wie kein anderes, mit Heidcn-heim in Verbindung gestanden.
°') Nach Klosteraufzcichnungen aus d. I. 1381 ok. später.
°°) In dem betreffenden Gundekarischen Verzeichnis; der ge-weihten Kirchen heißt cS: Istas, guas bie oeruitis, subuvtataseeotosias cousoorarit Eunäeobar s. aureateusis oeelostasoetavns äoeiwus opiseopns: ... 36 Nuouboiw.
°°) Vgl. Sighart, Bild. Künste im Kgr. Bayern pg. 775.Vor kurzer Zeit erst fand man ein Stück dieser altenGrundmauer aus; sie liegt etwas innerhalb der Grundmauernder jetzigen Kirche unter dem Pflaster. Allerdings wäre es auchmöglich, daß die aufgefundene Mauer zur ehemaligen Kryptagehörte; denn daß diese römische Kirche eine Krypta zur Auf-nahme der bl. Reliquien hatte, erhellt daraus, daß man um'sJahr 1500 beim Bau einer neuen Kirche unter der Erde einenAltar fand.
1180 findet sich eine Urkunde, nach welcher Mon-heim Besitzungen in Otting hat.
1256 werden in Eichstätt die Reliquien des heil.Willibald aus der Gruft erhoben und in einem erhöhtenMonument beigesetzt unter Bischof Heinrich IV. Zu dieserFeier, die großartig begangen wird, erscheint auch derKonvent Monheim mit den Reliquien der HI. Walburga und in Begleitung zahlreicher Andächtiger.
Von Eichstätt werden die Reliquien wieder zurück-gebracht und in der Krypta wieder beigesetzt. Jedenfallsnahm man gerade damals von dem wunderbaren Wal-burga-Oel in Eichstätt mit und legte es zu den hl. Re-liquien in der Gruft, wo es nach fast 300 Jahren nochrein und lauter gefunden wurde.
In dem Zeitraum von Mitte des 13. bis Endedes 15. Jahrhunderts entstand bei der Kirche und demKloster dreimal ein Brand; dabei wurde die Krypta mitden hl. Reliquien ganz verschüttet und waren dieselbenlange Zeit unbekannt und vergraben.
Es scheint, daß schon bald nach 1256 der ersteBrand stattfand und dabei solche Zerstörung verursachtwurde, daß die vollständige Verschüttung der Krypta mitden hl. Reliquien erfolgte und dieselben ganz außerKenntniß geriethcn.
1278 wird erwähnt ein Oürmraäus, ässumm äsNav/nlisim.
1369 verkauft das Kloster Vesitzthümer in Feld-heim an Scyfried Heyden;°o) es besitzt zu dieser Zeitauch das Patronatsrecht über die dortige Pfarrei.
Um 1370 bringt Bischof Nhabno Ordnung in diezerrütteten Verhältnisse Monheims?") Es muß also imKloster Etwas fehlen: freilich mochte schon die Zerstörungdurch's Feuer und die dadurch herbeigeführte Unordnungnachtheilig gewirkt haben. Die hl. Reliquien waren auchunbekannt mit Schutt begraben; die Verehrung der hl.Walburga demnach nicht mehr so blühend und eifrig.Was für Ordnung der Bischof hineingebracht, konntenwir nicht ermitteln. Da wir aber erfahren, daß er vonMonheim weg sein Augenmerk auf die Reform desKlosters Pillenreuth richtete und dort Canonisseneinführte, so möchten wir schließen, daß dasselbe umdiese Zeit in Monheim geschah. Gewiß aber ist nur,das; die Benediktincriuuenabtei Monheim überhaupt ineine Canonissenabtei verwandelt wurde?')
1381 ist Aebtissin : Katharina von Wemdingcn. Sieschrieb aus alten Büchern und Urkunden ein Verzeichnißder in die Klosterkirche gestifteten Jahrtage, sowie sämmt-licher Einnahmen des Klosters in einem interessantenPergamentcodex °?) zusammen, in welchem wir eine ziem-lich gute Uebersicht über den damaligen Stand des Klosterserhalten: »In irowins äomini. Urnen?, so beginnt sie,„Ditz puch ist geskriben und gcordiniert Da man zaltvon Cristz geburt Drützehen hundert Jar und da nachin dem ain vnd achtzigsten Jahr an dem nächsten
°s) »ea vero äie i !. 8. IVatbnrgis äo Llrumbeim pereonvontuw ejusäenr loei et s. Ooukossor ^Vuniunvalllus <tsboiäonbeim . . . bllstsv bonoriüoo ot magua clsvotiono obbonorow L. IVillibatäi, igsorum gsrmani, ut suag LäossontIranslatioui, rnagna, nrultitarämo bominnm, b^mnis ot oantieisveuernut.« Aus einer Beilage deS Gnndekarischen PontifikatS.°°) Steichcle, Archiv für die Geschichte des B. Augsburg,
I. Bd.. 246.
°°) Sax, Die Eichstäiter NcichSfürsten, PA. 265.
Falckenstein, Lutiqu. Korägav. im Hochstift Eichstätt ,
II. Thl., p§. 316.
°2) Derselbe befindet sich im Maximilians-Mnsenm zu Augs-burg und wurde noch nicht in Druck herausgegeben.