Ausgabe 
(8.2.1894) 6
 
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Donrstag vor Thome Do sitz fraw Katharina zu der zitAptessin des Gotzhus zu Maunhaim nider mit irem pharrervnd mit treu zwain Cappellan vnd mit Gerdrautten vonStillnaw zu der zeitten Oblayerin des Gotzhus ze maun-haim vnd mit iren geschworenen amptlüten vnd mit irengeschworen purgern . . Monheim hatte also dazumaleinen Pfarrer und zwei Kapläne; das Präsentationsrcchtstand der Aebtissin") zu.

Weiter erfahren wir in diesen Aufzeichnungen, daßin die Klosterkirche 58 Jahrtage gestiftet waren, theilsfür Klosterfrauen, theils für Pfarrer und Capläne, theilsfür andere Personen, es scheint für Wohlthäter desKlosters. Ferner bestanden 2 Stiftungen zum Unter-halte zweier ewiger Lichter, einean sant Walpurgenliecht" und einean sant Johans liecht". Den größtenTheil des Buches, nämlich 40 Seiten von im Ganzen52 Seiten, nimmt das Aufführen der verschiedenenGülten und Zinsen, welche indes Klosters Oblcyamt"gehörten, ein. Darin stehen zinspflichtige Güter ausfolgenden Ortschaften: 74 aus Monheim selbst, 9 ausHochnelt (Hochfeld), 2 aus Ried, 4 aus Kölburg, 5 ausUtzingen (Jtzing), 1 aus Bolsingen (Polsingen bei Hciden-heim), 3 aus Ottingen , 2 aus Appenberg, 1 aus Zwerch-stratz, 1 aus Tegrishein (vielleicht Tagmershcim), 3 ausSybenaich, 1 aus Dietfurt (bei Treuchtlingen ), 1 ausNöchlingen, 15 aus Langenaltheim , 11 aus Wittens-heim, 4 aus Werchingen (Warching), 3 aus Negningen(vielleicht Nehlingen), 1 aus Ensfcld, 1 aus Emsken(Emskeim), 2 aus Flautzhin (Flotzheim), 1 aus Niuwen-husen (Neuhausen bei Rain), 2 aus Schwimmsbiund(Schweinspaint), 1 aus Schönfeld, 1 aus Hangendenmul, 1 aus Nottenberg (Nothenberg), 14 aus Norbach,5 aus Walthersperg, ein Wiesenrecht in Pettmez, 2 ausKindhausen, 2 aus Wagensenberg, 1 aus Immendorf,1 aus Hafnerhusen (vielleicht Hafenhofen bei Burgau ),1 aus Naygersheim (Neicherstein bei Pöttmes )") undaus Daiting .

Das Kloster hatte also gegen Ende des 14. Jahr-hunderts Eigcnthumsrechte an 176 Gütern in 34 Ort-schaften.

Von den Reliquien der hl. Walburga thut dieAebtissin auch nicht eine Silbe Erwähnung oder auchAnspielung; sie werden also um diese Zeit schon ganzvergraben und wenig beachtet gewesen sein. Es scheintdamals der Sinn der Klosterbewohner fast mehr auf diemateriellen Güter gerichtet gewesen zu sein; das lassenauch die letzten paar Zeilen der angeführten Schrift ver-muthen, welche lauten: ,,Ilona, es ist ze wissen, daßainem jeglichen Herrn und ainer jeglichen frauen jährlichwerden soll drei Fastnachtshühner von dem Oblay."

Die Entrichtung der Gülten und Zinsen an dasKloster geschah theils in Geld (schilling haller",Phundhaller" undphenning"), theils in Getreide und sonst-igen Lebensmitteln (walzen, habern, kern (Korn), kessKäsej, öl, vasnachthuner, herbsthuner sFastuachts- undHerbsthühner) und eher).

Da, wie aus Obigem ersichtlich, das Kloster auchin und um Pöttmes , also in ziemlicher Entfernung vonMonheim , begütert war, so hatte es auch einen eigenenkästen ze Pettemez", wohin die umliegenden Zinspflicht-igen ihr Getreide abzuliefern hatten.

"0 Die Aebtissin wurde gewählt durch den Pfarrer, diezwei Kapläne und die Klostcrschwesteru; in Eichstätt war nurdie Wahl zu bestätigen. 6k. Falckenstciii I. c.

0k. Strichele I. o. x§. 269.

Im Jahre 1386 ist der bayerische Herzog Stephanin Monheim und verleiht dem Klerus der dortigenKlosterkirche die Testirfreiheit gegen jährliche Abhaltungeines Jahrtages:. . . . daß, wenn ein Priester stirbt,dann all seine Habe, es sey Erb oder Eigentum oderwas er bei seiner Kirch oder Gottesgab erübrigt hat, anseine nächste Freund und Erben fallen soll oder wem erbey seinem lebendigen Leib geschafft geordnet und vermachthat gegen Abhaltung eines Jahrtages in der Pfarr-kirche zu Monheim 8 Tage vor Michaelis."")

1401 wird in die Klosterkirche eine Frühmesse ge-stiftet: priinaria, s. 'VValburAao: mit Brief v. 22. Juli1401 verkauft Ritter Kraft von Leutersheim mehrereGüter zu einerewigen Frühmeß" gen Monheim.^)

1415 sind an der Klosterkirche angestellt: 1 Pfarrer,3 Kapläne und der Frühmesser. Ludwig, Graf zu Oitting,bestätigt im Namen des Herzogs Ludwigdem Pfarrerund denen drey Kaplanen zu Monheim ... und demFrühmesser" die schon 1366 gewährte Testierfreiheit.")

Von der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts anbegann für Monheim und damit das Kloster eine höchstunruhige und unglückliche Zeit, die sich aus viele Jahrehinaus erstreckte.

Der Herzog Ludwig der Reiche war nämlich mitdem Markgrafen Albrecht Achilles von Brandenburg inStreit gerathen, weil letzterer die kaiserliche Gerichtsbar-keit in bayerischen Landen ausübte; das führte im Jahre1458 zum Kriege. Markgraf Albrecht von Branden-burg und ein Bundesgenosse desselben, Graf Ulrich vonOettingen, machten während dieses Krieges auch dieGegend von Donauwörth zu ihrem Hauptquartier. Betdieser Gelegenheit wurde im Jahre 1461 Monheim vomGrafen von Oettingen überfallen und ausgeplündert,60 Bürger der Stadt geschlagen und noch mehr gefangengenommen: Monheim stand nämlich auf Seite des HerzogSLudwig. Das nächste Jahr war für Monheim noch vieltrauriger. Da unternahm von Donauwörth aus derMarkgraf Albrecht selbst, nachdem er die Donauwörther gezwungen hatte sich ihm anzuschließen, einen eigenenZug gegen Monheim . Nach kurzer Belagerung gelanges ihm die schon erschöpfte Stadt zu erstürmen, und erlegte sie nun ganz in Asche.") Das war einer jenerBrände, wo auch die Kirche zerstört wurde und wahr-scheinlich der größte Theil des Klosters, und welchen derPrediger von Nebdorf im Auge hat, wenn er bemerkt,daßdieser Ort drey Mal verbrunnen". Im Jahre 1463kam der Friede zu Stande und bekam Monheim aufeinige Jahre Ruhe, welche dazu benützt wurde, um dieMittel zum Kirchenbau herbeizuschaffen: indessen magman das alte Peterskirchlein benützt und dieses wohl auchausgereicht haben, da im Kriege viele Bewohner umge-kommen waren. Woher aber die Mittel zur neuenKirche nehmen? Monheim selbst war ausgeraubt undausgeplündert. Vor Allem, werden wir annehmen dürfen,hat Herzog Ludwig der Reiche dazu beigesteuert, vielleichtdie bayerischen Herzoge überhaupt, denn durch Anhäng-lichkeit und Treue zu Bayern war ja diese Zerstörungüber Monheim gekommen, und dann haben wir obengehört, daß die Herzoge schon ihre Gunst für Monheim ")

N) Kgl. NeichSarchiv.

«°) NsA. boio. XI.. 312.

°') Eichst. Past.-Al. 1861, M. 204.

KönigSdorfcr, Gesch. des Klosters Hl. Kreuz in Donau -Wvrth. I. Bd., p§. 243-244.

°°) Sighard nennt die neue Kirche eine Stiftung d. daher.