Ausgabe 
(15.2.1894) 7
 
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obtänuerunt vt üclal catliolieao aäüicti suut.« S. 99 läßtder Verfasser die Kvnstauzcr Shuode von Martin V. bestätigtsein, soweit ihre Beschlüsse ooneiüariter und nicht uatioualiterund in Sachen dcö Glaubens gefaßt sind, und beruft sich hiebetaus Helcle, Conc.-Gcsch. VII. 350. Letzterer handelt aber andieser Stelle nicht hierüber, sondern S. 368 s., und ob sich diehiebet in Betracht kommende gelegentliche Aeußerung Martins V. aus das ganze Concil und nicht vielmehr bloß auf die ihr inden ConcilSakten unmittelbar vorangehenden FaltenbergischcnHändel bezieht, ist sehr fraglich; s. Tüb. Quart.-Schr. 1838,S. 451-464; Funk. KG. 2 S. 364. DaS vom Vs. S. 239 s.unter Berufung auf daß 3. karthagische und 4. latcr. Concil(citirt ist hier e. 25 X. 3. 1. cS soll heißen o. 15) aufgestellteVerbot ist, mag auch Biederlack 8. 9. (Zeitschr. s. kathol.Theol. 1894 S. 150) daS Gegentheil behaupten, in der vomVerfasser beliebten Allgemeinheit entschieden zu rigoristisch. Mansollte sich doch hüten, Bestimmungen, die vom 3. karthagischen(i. I. 397) und 4. latcran. Concil (1215) unter völlig anderenVoraussetzungen erlassen wurden, so ohne weiteres auf die Gegen-wart zu übertragen. Die Verhältnisse sind nicht an allen Ortenund zu allen Zeiten dieselben, was an einem Orte zum Aerger-niß gereicht, muß es nicht auch an allen anderen, Mißbrauchrichtet sich von selbst. Viel ruhiger urtheilt Scherer, Handb . d.KN. I. S. 375- Druck und Ausstattung des Heincr'schenLehrbuchs durch die rührige Verlagsbuchhandlung verdienen alleAnerkennung. _ I)r. Lob.

Keiter H., Katholischer Literaturkalcndcr. IV. Jahrg. Mit8 Porträts. Rcgcnöburg, Selbstverlag. 1894. 8°, 236 S.M. 2.90.

-j- Wenn man den ersten Jahrg. von 1891 dem heurigengcgcnübcrhält, dann kann man sich mit Recht des Fortschrittesfreuen, welchen in solcher Frist das vom Herausgeber deSDeutschen HauSschatzeS" unternommene Werk augenfällig ge-macht hat. Acht (Albert-)PorträtS zieren den neuen Band:Bischof Simar von Padcrborn als Titelbild, Geh. Neg.-NathAltum, Jos. Galland ch, Propst Ant. Kcrschbaumer,Hofrath Onno Klopp, Frl. Emilie vonNiugSeiS, ?. AlbertMaria Weiß und Professor H. Zschokke ; das Autorenvcr-zeichniß beansprucht 244 gesp. Seiten, daran reihen sich eineTodtcnliste, eine Aufzählung von Fachzeitschriften und hervor-ragender Erscheinungen auf dem katbcl. Büchermarkt vomOktober 1892 bis November 1893, eine Zusammenstellung kath.Vcrlagshandlungen und Antiquariate Deutschlands, Oesterreichs ,Luxemburgs und der Schweiz ; ein Anhang von 32 S. bringtAnzeigen". Der Fleiß der Arbeit und die mühselige Genauig-keit der bibliogr. Angaben werden dem Herausgeber überall einewohlverdiente Anerkennung gewinnen und dem Buche gewißlicheinen großen Liebhabcrkreis im kathol. Publikum, auf welcheses zunächst abgesehen ist, erobern, und wäre auch nur, baßManchen bloß die berechtigte Nengicrde lockte, einmal einebibliographische Statistik der literarisch thätigen Glaubens-genossen zu Händen nehmen zu können! ES ist eine nicht leichtzu lösende und dabei die Maxime für den Herausgeber bildendeFrage: Wer kommt überhaupt in einen kath olis cb en Literatur-kalender? Er soll doch mehr sein als das konfessionelle Selcctaus Kürschners deutschem Literaiurkalendcr! Und dafür,so däucht uns, wäre es besser, wenigerNummern" und lauterNamen von Verlaß zu bringen. An der hochzeitlichen Tafeldes heurigen kathol. Literaturkalenders sitzt nun hie und daEiner, den ein Nachbar, der ihn zufällig vertrauter kennt alsder Herr dcö Hauses, mit Verwunderung unter den Geladenenerblickt. Wir geben zu, daß schwer ist, sich mit den Kalender-daten zugleich gewissermaßen die Bckenntiiißtreue des Nubrikatenjeweils bestätigen zu lassen. Aber, wenn Jemand wie z. V.Professor. M . .r. v. Wbg. in seiner Lehrthätigkcit schon öffent-liches Aergerniß gegeben hat, oder wenn ein Zweiter und einDritter nie einen katholischen Verleger respectirt oder nichts vonEörres- odcr Leogesellscbast wissen will und von ähnlichen Unter-nehmungen und Prüfungen einer wcrkthätigen katholischen Ge-sinnung, für solche Nummern kann füglich einkatholischerLiteraturkalcndcr" Papier und Druckerschwärze sparen, sie passenbesser in die indifferente Gesellschaft Kürschners .

Leipold Eugen, Coinerenzlchrer (jetzt kgl. KrciSschulinspector)in Negcnsburg, Deutsche Litcraturgeschichte, in50 Kreise abgetheilt, nebst einem Anhange über Metrikund Poetik. Straubiug, Attenkofer, 1893. 136 S.

Ueber den Zweck dieses vortrefflichen Schriftchens äußertder Vers. selbst in der Vorrede:Dieses Büchlein soll jenergroßen Menge von Wißbegierigen, die keine Zeit haben, in

umfangreichen Werken zu lesen oder die großen Einzeldar-stellungen zum Gegenstand des Studiums zu machen, einenUcbcrblick über die wichtigsten Dichter und Schriftsteller ge-währen." DaS Büchlein ist, wie aus der Praxis erwachsen,so für die Praxis bestimmt. In seiner früheren Thätigkeitals Conscrcuzlcbrcr empfand der Verf. besonders lebhaft dasBedürfniß, den Schuldicnstexspectante» eine gedrängte Uebersichtder hervorragendsten Erscheinungen auf dem weitauSgcdchntenGebiete der deutschen Literatur zu verschaffen. Auch die Ein-tbeilung in 50 Kreise erklärt sich daraus, daß von Woche zuWoche ein annähernd gleich großes Pensum abgesteckt werdensollte, um so binnen Jahresfrist mit dem Ganzen zu Ende zukommen. Wie sogleich c>aS Inhaltsverzeichnis; ersehen läßt,wurde die schwierige Aufgabe erfolgreich gelöst. Zu bedauernbleibt, daß nicht ein alphabetisches Vcrzeichniß der zurBesprechung gelaugten Klassiker einerseits die Benützung er-leichtert, andrerseits die fast erschöpfende Vollständigkeit der zurDarstellung gebrachten Autoren erkennbar macht. In dein be-reits vorhandenen JnhaltSverzeichuiß steht beim 13. KreisGrotte, während S. 27 richtig Groote sich findet. DieAufführung griechischer und lateinischer Klassiker (L>. 53beim 26. Krciö) wäre besser unterblieben. Beim 41. Kreis stehtim JnhaltSverzeichuiß irrig Carmen Shlvia, S. 93 da-gegen richtig Sylva. Beim 43. Kreis ist S. 105 ein stören-des Versehen unberichtigt geblieben; bei Wilhelm Born warennämlich die mit Anführungszeichen versehenen WorteWilhelmvon Born" zu tilgen, da ja nicht der Titel deS Epos, sonderndaS Pseudonhm des Verfassers also lautet. Beim 50. Kreisenthält daS JnhaltSverzeichuiß den Namen NümelinS, S. 124liest man schon richtiger NümelinS, in Wirklichkeit hieß je-doch der Tübinger Kanzler Rümelin. Ebenda (S. 124)hätten bei Alban Stoez dessen hl. Elisabeth, der Besuch beiSem, Chain und Japhet, die Witterungen der Seele u. s. w.gar wohl eine Erwähnung verdient. Ungern vermißt man end-lich unter den Dichtern der Gegenwart die Namen: Baum-gartner, Kreitcn, Lco Tcpe van Heemstede, die Novcl-listin MarieHerbert, den Satiriker Sebastian Brunner .Im Anhange über die Theorie der Metrik u. s. f. erscheint diebegriffliche Unterscheidung zwischen Figuren und Tropen kaumhinreichend klar gefaßt (S. 125). Die Dichterin Sappho stammte aus Leöbos. nicht aus Lemnos (S. 131). Schließlichmuß es S. 136 heißen: Makame (Sitzung, Haltpunkt, nicht:Makamanc (Unterhaltung)). Alle diese und ähnliche Aus-stellungen wird der Vers. bei einer bald zu erhoffenden neuenAusgabe leicht verbessern; denn da er keine trockene Aufzählungbietet, vielmehr eine mit frische» Farben gesättigte Darstellung,kann es ihm an der verdienten Anerkennung nicht fehlen.Möchten namentlich die Lehrer der deutschen Schule, fürwelche die Schrift in erster Linie geschrieben ist, auch aus ihrersehen, welch' ein reicher, vielfach noch »»gehobener Schatz fürsie in der deutschen Literatur geschlossen ruht! Schenz.

Der fromme Verehrer des hl. Josef oder der MonatMärz, geheiligt durch fromme Uebungen zur Verehrungdcö hl. Josef. 3. Anst. Frciburg, Herder. Preis inLwd. mit Notbschnitt M. 1.60, in Schaflcder mit Gold-schnitt M. 2.20.

r Dieses hübsch ausgestattete Andachtsbüchlein wird jedemVerehrer des hl. Josef willkommen sein, der denselben durcheinen ganzen Monat hindurch in besonderer Weise feiern will.Die Beispiele, welche in dem ersten Theile jeder einzelnen Be-trachtung beigefügt wurden, sind von frommen, glaubwürdigenMännern erzählt und auS den bewährtesten ascetischen Schriftenaufgenommen worden. Der zweite Theil enthält Andachts-übungen zn Ehren des hl. Josef, eine ncuntägige Andacht zudemselben, Litaneien, Psalmen rc., dann allgemeine Andachts-übuugcn wie Morgen- und Abendgebete, Mcßgebete, Beicht- undCommunionandachteu. _

Kurze Lebensbilder von Heiligen. Von M. Nedcatiö.Verlag von Bcnziger u. Cie., Einsiedcln.

T In einer ganz allerliebsten Ausstattung liegen uns ausoben genanntem Verlag kurze Lebensbilder von Heiligen derkatholischen Kirche vor. Es sind kleine Heftchen von 16 kleinenSeiten in gefälliger Schrift mit Rothlinien-Eiufassung, welcheje ein Lebensbild eines Heiligen oder einer Heiligen in kurzerprägnanter Schilderung geben und recht ansprechend geschriebensind. Die Heftchen, welche vom Herrn Bischof in Chur appro-birt sind, eignen sich besonders zu kleinen Namenstaggcschenken.Der Preis ist nur 10 Pst Per Heftchen. Bis jetzt umfaßt dieSerie der erschienenen Heftchen 46 Heilige.

Verantw. Redacteur: Phil. Frick in AuzSbnrg. Druck u. Verlag des Lit. Instituts von Haas L Grabhcrr in Augsburg .