Ausgabe 
(22.2.1894) 8
 
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Die russisch -schismatische Kirche, ihre Lehre undihr Eult. Von Dr. Fcrd. Knie. Graz , Styria 1894.8°. V u. 199 S.. 2 M. 50 Pf.

X Verfasser ist kein Neuling in der Literatur über dierussischen Verhältnisse. Seine SchriftDie russische Gefahr"wurde von competcutester Seite aufs günstigste besprochen unddabei insbesondere hervorgehoben, was seiner Darstellung sobesonderen Wert verleihe, das seider uukennbare Stempellangjähriger eigener Beobachtung an Ort und L-tclle und zwarmit den offenen und geübten Augen eines hochgebildeten Abeud-läuders", fernerdie überall durchblickende, besonders aber zumSchluß unumwunden ausgesprochene Erkenntniß, wie sie vollund ganz nur der gute Katholik haben kann, daß die Wurzelaller russischen Uebel .... das Schisma ist, zu dessen ver-hängnißvollstcn kirchenpolitischen Conseguenzcn aber das Staats-kirchenthum gehört, und, als dessen unausweichliches Complement,der Nihilismus." Verfasser schickt in vorliegender Schrift zunächsteine Uebersicht über die Entwicklung des russischen Schisma'svon den Zeiten eines Pbotius bis zur Regierung Katharina II. voraus. Sodann beleuchtet er eingehend die russisch-orthodoxe"Kirche und weist nach, wie sie den überkommenen Glaubensschatzkeineswegs treu und sorgsam gehütet, sondern namentlich pro-testantischen Einflüssen Thüre und Thor geöffnet hat, wie siein geradezu trostloser Weise dem Sekteuwcsen verfallen ist, sodaß ein russischer Schriftsteller schmerzerfüllt ausruft:Christenheißen wir, aber nicht für uns reiften die Früchte des Christen-thums." Verfasser zeichnet ferner die Stellung der russischen Kirche zum Papste, ihre Sakramentcnlehre und Liturgie, er-öffnet uns überaschcude Einblicke in die Verhältnisse des rus-sischen Säcular- und Negularklerus und schließt mit einem Aus-blick auf die Zukunft der schiSmatischcn StaatSkirchc, die wahr-lich nicht rosig sein kann, wenn es je wahr ist, was ein nihilist-ischer Schriftsteller schreibt:An Stelle des russischen Gottesist die Schnapsflasche getreten. Da§ Volk, die Mütter, die Kindersind betrunken. Die Kirchen sind leer." Jedem, der sich fürdie russisch -schismatische Kirche iuteressirt, ist das Studium derSchrift Knie's angelegentlichst zu empfehlen; eine überzeugendereäemoustratio oeuios, welch entsetzliche religiöse Verheerungdas Schisma und daS StaatSkircheuthum in Rußland zur Folgegehabt, gibt es nicht. Wir müssen uns versagen, in diesem Re-ferate uns weitläufiger über einzelne Partien des Buches zu ver-breiten, und behalten uns vor, nächstens den einen oder andernGegenstand ausführlicher zu behandeln. Uebrigeus können wirdie Bemerkung nicht unterdrücken, daß die Lektüre des Buchesauf uns den Eindruck gemacht hat, als schildere der Verfasserweniger auf Grund eigener persönlicher Erfahrung, als vielmehrunter Berufung auf andere Autoren, allerdings zumeist russische,deren Zeugnisse er durch seine Erfahrung bestätigt, statt umge-kehrt feine eigenen Erlebnisse, Wahrnehmungen, Eindrücke an-schaulich und getreu zu erzählen und sie durch Aussprüche ein-heimischer Schriftsteller zu stützen. Auch hätte manches bedeutendgekürzt werden können; endlich hätten wir dem Verfasser seinepolemischen Erörterungen gegen Dalton gerne geschenkt.

Petrus in Rom oder Xovas Viuäioias Dstriuao.

Neue literar-historische Untersuchung dieserFrage", nicht

Sage" von Johann Schund, Pros. d. Theol. in Luzcrn.

Luzcrn, Räber 1892. 8°, XDIX und 229 S. 4 M.

X Die göttliche Einsetzung des Primats, die Thatsache , daßder hl. Petrus seinen bischöflichen Stuhl in Rom errichtet, alsBischof in Rom gestorben und seinen Amtsnachfolgern mit derHirtensorge über die Bekenner Christi in der ewigen Stadt zu-gleich auch die Regierung der Gcsammtkirche vererbt habe, dasist eine für jeden Katholiken, für jeden Christen eminent wichtigeFrage, wenn sie überhaupt noch eine Frage genannt werdendarf. Sicher hat schon mancher daS Bedürfniß gefühlt, all dieGründe und Zeugnisse, auf welche die katb. Behauptung einesEpiscopats Petri in Rom sich stützt, in erschöpfender Darstellunggesammelt, all die Einreden und Bedenken, die namentlich pro-testantischerseitS dagegen erhoben werden, entkräftet zn sehen.Vorliegende Schrift wird diesem Bedürfnisse vollständig gerecht.Der Verfasser, der sich schon seit vielen Jahren eingehend mitdiesem Gegenstände beschäftigt hat und darin, wie nicht leicht einAnderer, compctent ist, schildert in einen: Prolog von nichtweniger denn XDIX Seiten denhl. Petrus und seinen Primatim neuen Testamente", um dann sofort das Zeugcnverhör an-zustellen, das er aber auffälliger Weise nicht mit den Apostel-schülern Papias, Clemens von Rom , Jguatius, sondern mitJrenäus und Tcrtullian beginnt. In einem weiteren Abschnittebehandelt der Verfasser Simon Magus und die auf dieSimons-

sage" gestützten Hypothesen gegen Petrus in Rom, um dannschließlich die Fragen zu erledigen: wann und in welcher Eigen-schaft Petrus in Rom gewesen sei. Verfasser kommt zum Er-gebniß,daß die kirchliche Tradition wie in Betreff der Gründ-ung der römischen Gemeinde durch Petrus und seines 25jährigenrömischen EpiscopatcS, so auch in Hinsicht auf das Datum seinesglorreichen Martcrtodes an die bcstbezcugten Momente (?) derGeschichte jener Zeit anknüpft und so in den wesentlichstenPunkten durchaus vcrlässig ist", daß fernerPetrus Lehrer,Stifter und erster Leiter, Bischof der römischen Kirche war"Die Untersuchungen sind durchaus gründlich geführt, keinerSchwierigkeit, keinem Einwürfe ist aus dem Weg gegangen, auchdie gegnerische Literatur ist ausgiebig herangezogen und ver-werthet worden. Mit bestem Gewissen können wir daher vor-liegende Schrift all den vielen Geistlichen und Laien empfehlen,die sich wohl um wissenschaftliche Fragen interessiren, aberwegen ihrer übrigen Berufsgeschäfte dieselben oft nicht speziellenStudien unterwerfen können und denen auch vielfach hicfürdie literarischen Hilfsmittel abgehen."

i.Das letzte Mittel" undEine Prophezeiung"betiteln sich zwei Broschüren des bekannten JesnitenmissionärS?. W. Lcrch in Mariaschein (Nordböhmcn), die nach Inhaltund Form als sehr zeitgemäß zu bezeichnen sind. ?. Lerch istseit einigen Jahren unermüdlich in der Abhaltung von Volks-missionen in Dcutfchöstcrrcich thätig. Als MissionSpredigcr hater erfahrungsreich diese Broschüren verfaßt, deren erstere inüberzeugend eindringlicher Weise die vollkommene Neuebehandelt, während die letztere in ansprechendster Art Pflichtund Segen der Sonntagsruhe und Sonn- und FeiertagS-beiligung darlegt. Diese Broschüren sind im Verlage von A.Opitz in Warnsdorf, Ncrdböhmen, erschienen. Preis ä 5 kr.,irauco Post 7 kr. 10 Psg., 50 Stück frauco 2 fl. 50 kr.Dieselben sind namentlich für Jndustrieorte und Diaspora-Gegenden cmpfehlenSwerth.

Die Todesangst unseres Herrn Jesu Christi amOelberg. Von k. ExuperiuS von PratS de Mollo.Aus dem Französischen überseht von A. Nügemer. Rcgeus-burg, 1894. Pustet. XVI u. 175 S. Preis brosch. 80 Psg.

ES werden 40, eng an daS Evangelium sich anschließende,kurze Betrachtungen über das große Leiden, den innern Kampfdes Heilandes, das Entsetzen seiner hl. Seele auf dem Oelbcrgegeboten. Mau erkennt sofort darin den prakiischen Geistesmann,der eS niemals versäumt, seine praktischen Anwendungen aufdaS tägliche Leben eines Christen zu machen. Die Ucbersetzungist fließend.

Okkioinm Lodäoinaäas majoris a. Dominion illkalmis usgus all 8a.bba.tum in Xlbis Zinsoantu. Negensburg, 1894. Frdr. Pustet. 18°, 368 p§.,brosch. 2 In Lederbd. m. Rothschn. 3 M.

Dein an dieser Stelle bereits angezeigten und empfohlenenzweibändigen römischen Breviere in 18° ist nun auch das obenangekündigte Wcrkchcn in demselben Formate gefolgt. Dasselbebietet alles, was Brevier und Missale für diese hl. Zeiten ent-halten. In dem Anhang von 32 Seiten findet sich sodann nochder Oräo Llissao und die Commemorationcn jener Feste, welchein diese Zeit fallen können. Die bekannten und anerkanntenVorzüge des genannten Brevieres vereinigt auch dieses Wcrkchcnin sich, das bei seiner Dicke von 12 mm nicht handlicher gedachtwerden kann.

Literarischer Handweiser, begründet, herausgegeben undredigirt von Msgr. Dr. Franz Hülskamp in Münster .24 Nrn. L 2 Bogen Hochqunrt für 4 M. p. Jahr.

1693. Nr. 23. Inhalt: Der hl. Karl BorromäuS als Pädagog (RolfuS). Weitere kritische Referateüber Fast en predigten von Bryuych, Costa, Dicssel, Ph.Hammer, Jbach, Nagelschmitt, Patiß, Paulhuber u. PratteS(Deppe), Heiner Katholisches Kirchenrccht (BellcSheüu), Bram-bach Die Historik clo s. likra. und das 8a1vs DoZina. des Her-mannus Contractus (W. Bäumker), Jahresberichte der Geschichts-wissenschaft für 1892 (Wurm), Müllendorff Pfingstbetracht-ungeu, Lödler Schmerzhafte Mutter und Zobel Heilige Fa-milie (Deppe), Für Mußestunden (Plaßmann), Keiter's undKürschner's Literaturkalcnder für 1894 (HülSkamp).7 Notizen über verschiedene Nova (Hülskamp ). Novi-täten-Verzeichniß.

Verantw. Redacteur: Phil. Frick in Augsburg. Druck u. Verlag des Lit. Instituts von Haas L Erabherr in Augsburg