Ausgabe 
(15.3.1894) 11
 
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liefert:Wer eine Burg baut, wird sich zuvorsetzen und die nöthigen Kosten überschlagen,ob er auch genug hat, das Werk auszuführen,damit nicht nach der Grundlegung die Leute spotten:Sehet! dieser Mann fing zu bauen an und brachte esnicht zur Vollendung." So spricht ein Baumeister;dasselbe erhellt aus den Worten Joh. 14, 2:Inmeines Vaters Hause sind viele Wohnungen,ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten wo er dochvon den Gefilden der Seligen redet. Ein Gärtner würdeden Paradiesesgarten betonen. Vom Propheten vonNazareth aber urtheilen wir nach dem Gesagten, daß ermit seinem Vater das Baufach zu seiner Beschäftigungerwählt. Schade, daß das heilige Hans zu Lorctto nurauf Legende beruht.

Es ist eine alte Frage, worauf noch keine beiläufigeAntwort erfolgte: Wo weilte Christus, der seinen ElternUnterthan war vom zwölften bis dreißigsten Jahre? Wirhalten dafür, daß er beim Tcmpelbau sich beschäftigte.Christus, der Pflegesohn eines Werkmeisters und selberArchitekt wahrhaftig l die Architektur kaun keinen vor-nehmeren Patron haben.

(Diese Ausführungen sind recht interessant, aber inihrer Beweiskraft für das tlromn, xrodancli scheinen sieuns doch wenig stringcnt zu sein. D. Ned.)

Recensionen und Notizen.

OlltoIoMg, sivs 2letaichg'8ica Kensralis. In usum sokolarnm.^.uotoro 6 aro io vriolr, 8. 1. Omu approd. Ilä^l^roliiex. VribrwA. 8°. (VIII et 204 x.) 21. 2., eumäorso eorio rsIiMto 21. 3.20.

kküosoplila naturalis. Iu usnm sclicä. Lnot. Ilenr.Ho. au, 8.1. 6um kiM. Ilevwl Lrolüex vrid. 6°. (VIIIst 220 x.) vrstäum ut snpra I.il. v. V. Was wir EmpfehlcnSwerthes bereits über dieVotzlca und die Ldilosopliia moralis dieses von den deutschenJesuiten zum Scbulgebrauche herausgegebenen vursus vüilo-sopüiens in Nr. 5 der Beilage v. t. Fcbr. 1894 gesagt haben,gilt auch hier: Inhalt reichhaltig, Darstellung sehr übersichtlich;Klarheit und Schärfe gewinnen durch Anwendung der scholast-ischen Methode: durch genaue Aufstellung von Thesen, deutlicheErklärung des 8tatus gnaestionis, syllogistisches BeweiSversabrcn.Die Latinität ist wiederum durchweg flüssig und leichtverständlich.Die OntoloZia beruft sich zur Vermeidung von Wiederholungenmehrfach auf die IwAiea desselben Verfassers. In 3 Büchern(Inder I, II, III) werden bebandelt: das Sein im allgemeinen,die höchsten Gattungen des Seins und dessen Vollkommenheit.Vib. I bespricht in 3 Kapiteln: den Scinöbeaiff als solchen, Aktund Potenz des SeinS (Wesenheit und Existenz, sowie Möglich-keit), die transcendentalen Eigenschaften des Seins (Einheit Vielheit, Wahrheit Falschheit, Güte Uebel); lud. IIin 6 Kapiteln: die Kategorien deö Aristoteles, die Substanz (Hypo-stase, Person), Accidcns im allgemeinen, Quantität n. Qualität,Relation, Ursachen; lud. III in 3 Kapiteln: die Vollkommenheitdes Seins im allgemeinen, die Vollkommcnbeit guoaä realitatem(das Einfache und Zusammengesetzte, das Ganze und die Theile,das Envliche und Unendliche, das Schöne), die Vollkommenheitengnoaä existentiam (das Nothwendige und Kontingente). S. 48Wird Alexander Halensis mit Unrecht als Leugner der realisäisiinetio intsr ereatmrarum essentiam ei existentiam ange-führt (vgl. Schneider, Uebersetznng der 8nmma Bdeol. Bd. XI,

5. 330 sf.). Daß man noch im Unklaren darüber sein kann,ob St. Thomas die genannte «listinetio realis gelehrt habe,finden wir unbegreiflich. Zur Uebcrgcnüge verweisen wir noch aufKardinal Gonzalez, Lbilos. elem. tonn 2 xx. 31 sgg. eäit. 4 a,vstuäioseto. deutsch unter dem Titel: Die Philosophie des hl.Thomas von Aquin , Negcnöburg 1885, 1. Bd., 2. Buch, Kap.

6, 7, Kardinal Zigliara, 8nmwa Miss, tom. 1, Onkolog. I,. II,6ap. I, Lrt. VI, Commer, System der Philosophie, 1. Buch,S. 54 ff., E. Dornet de Borges, Va eonstitntion äs I'Ztrs,Pariö 1886, A. Barbcris 0. 21., tznasstiones äs esse korrnali,kllaeentias 1887. Selbst Palmieri, 8.1., (Inst. xdilos., Ontol.

Vcrantw. Redacteur: Phil. Frick in Augsburg . Druck u.

6ap. I, Rdes. III) schreibt ausdrücklich diese Ansicht dem keil.Thomas zu. Statt bei den Vollkommenheiten wäre das schönewohl besser bei den Eigenschaften des Seins bebandelt worden(vgl. Zigliara, Gonzalez, Commer a. O.). Die kdilosoxdianaturalis behandelt in 6 Büchern: die unthätigen Eigenschaftenaller Körper, die allen materiellen Dingen gemeinsame Thätig-keit, das Leben und Lebensprincip im allgemeinen, das vegetativeund sensitive Leben, endlich die Natur der Körper. Die Welt alsGanzes, ihr Unterschied von Gott, ihre Kontingenz und Dauer,ihr Ursprung werden in der natürlichen Theologie auseinander-gesetzt. Im Zusammenhange mit diesem Weltganzen hätten wirauch die Weltordnung (die Naturordnung, Naturgesetze, Wunder)behandelt gewünscht. Der Verfasser bespricht Naturgesetze undWunder im 2. Buche von der Thätigkeit der Körper (Kap. 4,5), waS uns weniger zuträglich scheinen will (vgl. auch nochSchneid, Naturphilosophie außer der Naturphilosophie Kos-mologie der 3 genannten Autoren). Eingebend werdendie entgegenstehenden Irrthümer widerlegt; so namentlich, in derOntolog-ia, : der Atheismus, Polytheismus, Pantheismus, Pessi-mismus, in der kdilosopdia naturalis: der AtomiSmns (me-chanische, chemische), Dynainismus, Darwinismus. Der beige-gebcne Inäex alpdadeticns leistet beim Nachschlagen gute Dienste.Beide Bündchen reihen sich den früheren würdig an.

Der Katholik. Redigirt von Joh . Mich. Naich,12 Hefte M. 12. Mainz , Kirchheim. Inhalt von 1894.Heft II, Februar: vr. Selbst, Das päpstliche Rundschreiben»Lroviäentissimns vens« über das Studium der hl. Schrift.

Dr. Jos. Bl. Becker, Interessante Rundfrage derDeut-schen Gesellschaft für ethische Cultur". Joseph Kolberg ,DaS Septililmm der seligen Dorothea von Montau . N, Pa u-lus, Conrad Kling, ein Erfurter Domprcdigcr des 16. Jahr-hunderts. Dr. A. BelleSheim, Professor Pusey'S Bio-graphie. vr. Säg Müller, Der Anfang des staatlichenAusschließungsrechtes (jns sxelusivae) in der Papstwabl.Literatur: Dr. G. Grnpp, Cnlturgescbichte des Mittel-altcrS. L. Glöckl, Bibliothek der katholischen Pädagogik.?. Odilo Rottmanncr, 0. 8. 8., Predigten und Ansprachen.

Heinrich von Wörndle , Lucas Ritter von Führich's

ausgewählte Schriften. _

Die katholische Welt. M. Niffarth in M.-Gladbach.

Die neuesten Hefte lasset: wiederum einen achtungSwerthenFortschritt erkennen. Dies gilt namentlich auch von dem reichenBildcrschmuck, dem man daS Prädicatvorzüglich" nicht ver-sagen kann. Von dem textlichen Inhalt wollen wir neben demRomanDie Mühle im Fichtenmoos" von August Butscherhier nur die neueste Erzählung von Ncdcatis namhaft machen,welche uns inPaula's Ehe" eine schriftstellerische Leistungersten Ranges darbietet. Einer weiteren Empfehlung bedarf dieKatholische Welt" bei unseren Lesern nicht, da wir bereitswiederholt Veranlassung nahmen, ihre Aufmerksamkeit auf dieseschöne und billige illnstrirte katholische Zeitschrift zu lenken.

Stern der Jugend. Eine Zeitschrift zur Bildung von Geistund Herz. Von vr. Johannes Praxmare r, Neligions-lehrer. 'Preis vierteljährlich 1 M.

Inhalt deö 8. Heftes: Deö Papstes Leo XIII . MissionS-thätigkeit. Pompouia Graccina und ihre Familie. Mathemat.Probleme. Glocken und Glockentöne. Verschiedenes. DieZeitschrift ist besonders den Schülern der höheren Lchr-Anstaltcnzum Abonnement zu empfehlen; bietet aber auch anderen jungenLeuten, selbst wenn sie schon die Schule verlassen haben, diebeste Gelegenheit zur Befestigung und Erweiterung der auf derSchule erlangten Bildung. Möge sie allseitige Unterstützungfinden.

Druckfehler-Berichtignng.

In der Beilage Nr. 10 vom 8. März d. I. lese man indeni ArtikelMarcia" S. 73 oben stattHeldenmut!) für":Heldcnmuth er für; stattSevire": Severe; S. 74 oben statt^-goäro?".- P-goHro?,- Mitte stattLambridiuS": Lam-pridiuS; unten stattbeherrsche": beherrschte; oben stattNacbkampf": Nah kämpf; S. 75 oben stattAmoritto":Amorctko; Mitte stattKämmerer LätuS": KämmererEklektus und stattPrämien Eklcktnö": PräfectenLätuS';unten stattniinio": nimis; stattLambridiuS": Lampri-dius; S. 75 II. Sp. 10. Z. von oben stattMit Marcia":Für Maria, unten stattcommodisch": commodianisch.

Verlag des Lit. Instituts von Haas L Grabhcrr in Augsburg .