Ausgabe 
(22.3.1894) 12
 
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rechtgläubigen Christen aus Erden u. s. tv.? Doch läßt dieAntwort die Antheilucchnie an den geistigen Gütern der Kirchevermissen. Vielleicht möchten manche einer größeren Stofffülledas Wort reden; doch glaube ich, daß die Verfasser in diesemPunkte am wenigsten mit sich rechten lassen, und eine Aenderungkönnte auch nur zum Schaden dcS vortrefflichen Büchleins aus-fallen. DaS im Kleindruck Angegebene ist sehr werthvoll, warmund herzlich, sich weit über die oft flachen, wässerigen Nutzan-wendungen erhebend. Der Katechet kann cS gut zur weiterenErklärung des Großgcdruckten verwenden; dadurch aber dasBüchlein zu einemLesebüchlein für das katholische Volk" machenzu wollen, halte ich nicht für gut. Das Repetitionsbüchleinsoll und muß meiner Ansicht nach die Grundlage zu einemneuen Diözcsankatechismus werden, und zwar einem solchen, dernach dem Vorbilde des Nottenburgers den Memorierstoff imGroßdruck beschränkt und dafür Kleindruck zum Lesen bringt.Eiil Katechismus kann aber kein HanSbuch für spätere Zeitsein, wenn er seinem eigentlichen Zweck entsprechen will,nämlich dem Kinde die aus dem lebendigen Worte des Kate-cheten von ihm selbst abgeleiteten Hauptsätze schwarz aus weißzum Nachlesen und Einprägen zu geben. Hirschcr's Katechismus,besonders der erste, könnte als BetrachtnngS- und HanSbuch dienen,gerade darum konnte mau ihn in der Schule nicht brauchen.Sehr gespannt dürfen wir auf die weiteren Theile des Ncpctitions-büchlcins über die Gebote und Sakramente sein, wie es dermethodischen Gewandtheit und dem pädagogischen Zartgefühleder Verfasser gelingen wird, die bisher übliche kalte Sünden-rubricirung in der Gcbotenlehre und Dcfinitionsmanie bei derLehre von den Sakramenten zu vermeiden. Dreher dürsteihnen in seiner originellenkleinen katholischen Christenlehre"die besten Wege weisen. Mögen recht viele Katecheten, denenes mit ihrem schönsten, aber auch schwierigsten Amte Ernst ist,sich mit dem Inhalte und dem Geiste dieses Büchleins bekanntmachen. Wenn sie auch vorderhand dasselbe neben dem Diöccsan-katcchismuS nicht recht benutzen können, weil es zu sehr ab-weicht von seinem Wortlaute, dürfen sie doch sicher hoffen, daßdasselbe eine Zukunft haben werde. Das kirchliche Imprimatur,das eS an der Spitze trägt, bürgt dafür.

Huoliiridion Dlioolo§ias voKMatioao Lxsoialis.

Laietoro Oro. Vraneisoo ÜAAer, Loclooias Oatlwäralis

Lrixinsnsis Lelwlastioo ao Lominarii Olorioalis Keetoro.

Lditio tertia. Urixinao, 1894. 8°. ?§. VIII, 1034.

krotium: LI. 9,60.

9. v. I/. Für die Güte und Brauchbarkeit des vorliegendenLehrbuches der Togmatik legt schon der Umstand ein trefflichesZeugniß ab, daß nach kaum 6 Jahren bereits die dritte Auflagenöthig wurde. Dieselbe kündigt sich zwar bloß als neue Auflagean, ist aber nicht etwa nur Abdruck der 2. Ausgabe, sonocrnmerklich verbessert und vermehrt. Manches wurde genauer aus-gedrückt, manches besser erklärt, anderes gründlicher und weit-läufiger bewiesen. Das meiste Verdienst um die Verbesserungdes BuchcS erwarb sich Dogmatik-Prof. Dr. Jos. Sachs in NegcuS-bnrg, welchem der Verfasser in der Vorrede zur neuen Auflageöffentlich seinen wärmsten Dank auespricht. Auch Universitäts-Professor Dr. Franz Stanonik in Graz machte sich in dankens-wcrthcr Weise um die 3. Auflage verdient. Die Eintheilungdes ganzen, sowie der einzelnen (XIV) Traktate blieb dieselbe.Recht lobenSwcrtb ist das Bestreben des Vers., vor allem indas innere Verständniß der einzelnen Dogmen einzuführen undso auch nachhaltig die Herzen für die hl. Glaubenslehre zu er-wärmen. Vorliegendes Lneluridiou der speciellen Dogmatikdürfte ebenso wie das ünebiridion der generellen Dogmatik(Vgl. Beilage Nr. 32, v. 10. August 1893) wohl geeignet sein,den dogmatischen Vorlesungen zu Grunde gelegt zu werden, un,so das leidige Nachschreiben mehr zn beseitigen. Einzelne Nach-träge, sowie Verbesserungen würden dabei zum Aufzeichnen nichtausgeschlossen sein. Mit großem Eifer schließt sich der Autorfast durchweg an St. Thomas an; ob er denselben in einzelnenFällen mit Recht verläßt, wollen wir dahingestellt bleiben lassen.Den durchaus kirchlichen Standpunkt des Autors bezeugt wohl-thuend die Approbation und warme Empfehlung seitens seinesOrdinarius. Der neu bcigegcbcne »Index Llplmbsticns« er-leichtert auch den Gebrauch in der Praxis. Druck, Papier undAusstattung machen der A. Wcger'schen Verlagsbuchhand-lung und Buchdruckcrei alle Ebrc. Trotz des Zuwachsesvon 70 Seiten blieb der Preis derselbe, gewiß ein mäßiger.Möge das Buch seinen Theil aneifcrn zn gründlichem Dogmatik-Studiuinl

Diemand (A.), Das Ceremonicll der Kaiserkrönnngcn vonOtto I. bis Friedrich II. München , Lüncbnrg. 1894.gr. 8°. 149 S.

-s- Als IV. Heft derHistorischen Abhandlungen,herauög. von Dr. Th. Heigel und Dr. H. Grauert",unter welchem Titel in zwangloser Folge Dissertationen aus demMünchener Historischen Seminar zur Veröffentlichung gelangen,präscntirt sich mit vorliegender Arbeit die respektable Erstlings-lcistung eines schwäbischen LandSmanncs, der zur Zeit Praktikantam fürstlichen Archive zn Wallcrstein ist. Keinen Geringerenals Georg Waitz , außer Schreiber und Schwarzer, hat einstdas Thema einer pragmatischen Darlegung der Stufen undWandlungen, welche die Kaiserkrönung durchgemacht hat, bezw.seine Vorarbeit: die kritische Prüfung der ordiuso oder Formeln,welche die Ceremonien und Gebete für die Feier vorschreiben,zu einer Abhandlung gereizt. DicmandS Untersuchung weichtjedoch in verschiedenen Punkten von den Resultaten der genanntenForscher ab und bringt manche neue Gedanken. In 2 Ab-schnitten S. 950 und auf 4 Beilagen S. 124149 beschäftigtsich der Verfasser mit jenen ordinos; ein Exkurs ist den Eidengewidmet, welche der deutsche König von der Krönung zum Kaiserdem Papste zn schwören hatte (S. 103123); ein Abschnitt S.51104 verbreitet sich über die einzelnen Theile des KrönungS-programmeS in einer Darstellung des Einzuges in die ewigeStadt, dcS Empfangs durch den Papst, der Ableistung desKrönungScides und der I. Benediktion über den Kaiser, desSkrntininms, der II. Benediktion, der Ausnahme dcS K. unterdie Kleriker von St. Peter, der Salbung, (Überreichung derJnsignicn, KrönnngSmcsse, dcS ZugcS zum Lateran und des Fest-mahles daselbst. Schade, daß uns der Raum hier nicht gestattet,aus dem Inhalte deö BncheS selbst Einiges für eine Betrachtungdes Verhältnisses zwischen Papstthum und Kaiscrthum zumBesten zu geben. Die Abhandlung bietet deö Interessantengenug für die Freunde der kirchlichen wie der profanen Ge-schichte; ihre Lektüre sei den Lesern derBeilage" bestensempfohlen! _

ErholungS stunden von Cardinal Manning . Einzigautor. Uebersetzg. Von vr. F. Steffens, Pros. ander Univ. Frcibnrg i. d. Schweiz . Mit dem Bildnißdes Kardinals. Freiburg , Herder. 1893. 12°. XV u.112 S. 80 Ps.; gbd. M. 1,20.

Dieses nachgelassene Werk des berühmten Kirchenfürstcnzeichnet sich durch klassische Schönheit der Sprache und einenfür alle Confessioncn in gleicher Weise bedeutsamen Stoff aus.Es bietet namentlich auch Pädagogen und Philologen manchenAnlaß zur Verwerthung beim Unterricht und ist es daher eindankcnSwcrthes Unternehmen, daß Professor Steffens, mit demGenius deö Englischen wie der deutschen Muttersprache aufsinnigste vertraut, eine sauber gehaltene, feine Uebcrfetzung ge-liefert hat, die sich wie ein Original liest. DaS Ganze wirdeingeleitet durch die wichtigsten Daten auö dem Leben desKardinals. Die Ausstattung ist vortrefflich.

Wir wollen nicht verfehlen, den hocbw. Clerus schon jetztdarauf aufmerksam zu machen, daß binnen Kurzem der ersteBand der zweiten Auflage des gediegenenElbel' scheu Moral-werkeS" zur Ausgabe gelangen wird. DaS Erscheinen derersten Auflage dieses berühmten Buches, welches lange Zeit derVergessenheit anheimgefallen war, wurde von der gesummtenkathol. Fachpresse dcS In- und Auslandes mit Freuden be-grüßt. ES ist zu hoffen, daß die zweite Auflage, an welchereinige Aenderungen vorgenommen sind, dieselbe Aufnahme undAnerkennung finden wird wie die erste, welche schon nach kurzerZeit vergriffen war und über welche sich dieThcol.-Pract.Monats - Schrift" wie folgt äußerte:Der vom hl. AlphonSfleißig studirte und als hervorragende Autorität unzählige Malecitirte k. Benjamin Elbel (ch am 4. Juni 1756) ist (durchk. F. Jrenäus Bicrbanm, 0. 8. Vr.) wieder auferstanden undwill mit seinen ebenso umfassenden wie gediegenen moraltheolo-gischen Kenntnissen aus's Neue der katholischen Wissenschaft undPraxis dienen.In Anbetracht dessen, daß Elbcl's Deut-

lichkeit und Klarheit nur schwer vervollkommnet oder übertreffenwerden könnte, ist das Unversehrtlassen seines Buches als be-sonders löblich hervorzuheben. Nachdem Elbel's Werk von Enry,Harter und Lehmkuhl mit den stärksten und verlockendstenLobeserhebungen ausgezeichnet wird, bedarf wohl von andererSeite keiner weiteren Empfehlung."

Verantw. Redacteur: Phil. Frick in Augsburg. Druckn. Verlag des Lit. Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg .