Ausgabe 
(29.3.1894) 13
 
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blatt gefallen und wo der Held allein verwundbar ist.Es ist der Franzwann, der auf diese Weise uns hinter-rücks beizukommen sucht, so daß wir forr und fort aufder Hut sein dürfen. Ein Denkmal in Erzguß erwecktso lange Besinnen, bis nichts daraus wird, denn dieStadt tragt Lasten genug! Dagegen liegt nahe, dasWerk in Kupfer zu treiben, wozu ein schon erprobterMeister das Modell liefern mag, da die Erfahrung lehrt,das; mit Ausschreiben unnütz Kosten verursacht werden,und zwar Kosten von zwei Seiten, da mancher Künstlersich vergeblich anstrengt und sich dann bitter enttäuschtsieht, weil der Auftrag schließlich doch einem gemachtenKünstler zufällt. Ein Denkmal, wie hier vorgeschlagenwird, ist leichter zu erschwingen und geht uns naher,als ein Poseidon mit dem Dreizack, wie der sogenannteGabelmann am Brunnen zu Bamberg , oder eine Aphro-dite, Diana, sei es sonst eine Gestalt aus dem Olymp.

Wie viel unsere Kunstgewerbe-Schule unterHerrn Director von Lange und die lehrreicbcnAusstellungen zur Förderung solcher Meisterwerke bei-tragen, möge jeder selber ermessen.

Recensionen und Notizen.

8e itfa den zur Anfertigung mikroskopischer Dauer-präparate von Otto Bachmann, kgl. Ncallehrcr.II. Auflage. München und Leipzig , Druck und Verlagvon R. Oldenbourg.

k Hat schon die I. Auflage dieses Buches gewiß einemBedürfnisse abgeholfen und es auch dem Dilettanten ermöglicht,sich gute und brauchbare Präparate für das Mikroskop herzu-stellen, sind ferner auch dem mit dem Mikroskop Vertrauteren diezahlreichen in diesem Buche niedergelegten Winke und Er-fahrungen bei verschiedenen Anlässen sicher von großem Nutzengewesen, so erfüllt die zweite Auslage diesen Zweck bestimmtin noch viel höherem Grade. Dies zeigt schon die gewaltigeVermehrung an Stoff und Abbildungen (332 Seiten mit 104Abbildungen gegen 196 Seiten und 87 Abbildungen der erstenAuflage). Wer die Methode BachmannS kennt, weiß, daß der-selbe als erfahrener Schulmann nicht ruht, bis er den zu be-handelnden Stoff leicht faßlich, ohne schwülstigen Ballast, jeder-mann klar niedergelegt hat. Das ist auch besonders bei dieserzweiten Auflage der Fall. Wer etwa um den neueren Forsch-ungen zu folgen oder aus Liebhaberei sich ein Mikroskop an-schafft, wird durch diese Schrift in den Stand gesetzt sein, selbst-ständig sich ein gutes Präparat herzustellen, so daß er wirklichunter dem Instrumente etwas sebcn kann; denn die Enttäuschung,die manche erfahren, beruht meist auf falscher Behandlung desPräparates. Von den kleinsten Handgriffen bis zum compli-cirtcn Verfahren ist alles deutlich niedergelegt. Selbstverständlichsind die neuesten Errungenschaften auf diesem Gebiete alle be-handelt, und wird die Herstellung von den einfachsten Präpa-raten wie Schuppen der Schmctterlingsflügel rc. bis zu denBacterien jedem ermöglicht. Vielen wird dieses Buch eine ganzerwünschte Beigabe zu ihrem Mikroskope sein.

Haber! Fr. X., LlaAister oboralis: Theoretisch-praktische An-weisung zum Verständniß und Vertrag des authentischenrömischen Choralgesanges. 8", VI.-st 252 SS. Regeuö-burg. Fr. Pustet 1893 (X.) M. 1,40s. Das bewährte Handbuch der kirchlichen Gesangskunstbedarf wohl keiner Empfehlung mehr; es ist in allen Ländernverbreitet und in der Hand eines jeden Theologen im Seminar,wie in der Praxis. Daß man sich nach derAnweisung" desBuches immer richtet, soll damit nicht gesagt sein; zu wünschenwäre es, um die Kirchenmusik stünde es dann nicht so schlecht.Das Werk ist sehr verständlich geschrieben, daher auch für Laien,Dirigenten, Choristen und andere Leute, die sich häufig um kirchlicheVorschriften über Musik blutwenig kümmern, sehr zu empfehlen;jede neue Auflage weist Verbesserungen und Ergänzungen auf undzeigt von der größten Sorgfalt des Verfassers, ein oxns omnibnsuumeris absolntum zu bieten; stets ist auf die einschlägigeLiteratur, sowie auf die neuesten römischen Entscheidungen diegebührende Rücksicht genommen worden. Im Vorwort zu einer

der früheren Auflagen hieß es, baß die Veröffentlichung einerlateinischen Ausgabe im Werke sei, auf welche aber Schreiberdieses vergeblich gewartet hat. Der Plan scheint leider aufge-geben zu sein; jedenfalls wäre bei diesem wahrhaft inter-nationalem Buche über Kirchenmusik, das doch zunächst fürKleriker bestimmt ist, das vernünftigste, selbes auch in derSprache der Kirche und internationalen Sprache der Wissen-schaft zu bieten; damit wäre allen zugleich gedient und könnteman Uebersetzungen in englischer, französischer, italienischer,ungarischer, polnischer und spanischer Sprache, die ebenfallsvon, Verleger der deutschen Ausgabe zu beziehen sind, füglichersparen; nicht einmal das päpstliche Breve vom 23. April 1883(S. 247) ist im Originaltext mitgetheilt. Sachlich können wiruns nicht überwinden, den Beschluß der Nitenconzregation vomJahre 1879 über Silbeuverthcilung (L>. 116) als solchen zubetrachten, der die Confusion heillos gemacht hat, so daß einPsalmengesaug einfach unmöglich ist, denn wenn auch Aus-sprache rc. des Latein nicht überall gleich ist, so doch die Quan-tität; soll ein Gesang zu Stande kommen, so müssen eben dieSilben vertheilt werden; indem nun die Congrcgation die Vcr-thcilung auö den Büchern beseitigt hat, ist letztere der Willkürder Säuger preisgegeben, die meist gar kein Latein verstehenund zu bequem sind, sich über Vertheiluug der Silben zueinigen. _

Literarische Rundschau für das katholische Deutschland Herausgegeben von Dr. G. Hoberg, Professor an derUniversität Freiburg i. Br. Jahrgang 1394. 12 Num-mern. M. 9. Freiburg im Breisgau, Herder'fche Ver-lagShaudlung. Durch die Post und den Buchhandel.

Inhalt von Nr. 3: Die katholische Literatur Englands ,im Jahre 1393. I. (BelleShcim.) Ullrich, 11s 8alviani 8erix>-turas 8aoras vorsiouibus. (Weymanu.) Eubel, Vrovlnoialsorüinis krarrnm Llinornm. (GlaSscbröder.) Lundström, lan-rsntlns Vanillins (sodlius, bans lik ooü vsrlesamtull. (Witt-maun.) Mehl, Die Beziehungen des Papstthums zum fränk-ischen Staats- und Kirchenrccht unter den Karolingern. (Säg-müller.) Heiner, Katholisches Kirchenrecht. II. Bd. (Lcinz.)

Göpfert, Pastoralthcvlozic von I. B. Renninger. (Pruner.)

Kappes, Aristoteles-Lexikon. (Braig.) Bobnenberger, DeraltiudischeGottVaruna. (Hardh.)Parkman, ^ Lalk Oonturz?ok Oontliet. (Zimmcrmann.) Storm, Maria Stuart . (Funk.)

Jansscu, Geschichte des deutschen Volkes seit dem AuSgangedes Mittelalters. VII. Bd. (Haas.) Waldmanu, Lenz inBriefen. (JosteS.) Llaris 8to!!a oder Das Berufsleben desweiblichen Geschlechts im Lichte des Glaubens. (Krieg.) Ka-lcmkiar, Geschichte der armenischen Zeitungsliteratur von ihrenAnfängen bis auf die Gegenwart. I. Bd. (Vetter.) v. Salis-Soglio, Die Konvertiten der Familie von Salis. (Rösler.)Weyman, Studien zu Apulejus und seinen Nachahmern. (Barden-hewcr.) v. Tbüna, Die Würzburger Hilfstruppen im DiensteOesterreichs 17561763. Nachrichten. Büchertisch.

Blüthenstrauß aus Luther 'sWerken, enthaltend seineAnsichten über 36 Punkte des christlichen Glaubens inmehr als 300 Citaten. Für Katholiken und Protestantengesammelt von A. Arndt, weil. Protestant. Theologe.2. Auflage. Verlag der Germania, Berlin . Preis 25 Pfg.

Eine Sammlung von Citaten aus authentischen Ausgabenvon Luthers Werken mit genauen Quellenangaben. Dadurch,daß der Verfasser sich jedweder Kritik enthält, gibt das Schriftcheneine durchaus objective Darstellung von Lutber's Anschau-ungen über die wichtigsten Dinge der christlichen Glaubens- undSitteulchre. In diesen Citaten verurtheilt sich der Gründerder evangelischen Kirche selbst und ist das Hestchen werthvollund interessant für Jedermann.

Herr Hofprediger Rogge und das Vordringen desKatholicismus in der Mark Brandenburg.Ein Wort zur Beherzigung für Katholiken und Prote-stanten. Verlag der Germania, Berlin . Preis 20 PfgDie Broschüre bietet eine treffliche Erläuterung zu denAuslassungen des Herrn Hofpredigers anläßlich der General-versammlung des Brandeuburgischen Haupt-Vereins des evang.Bundes über das Vordringen des Katholicismus in der Mark. Dieselbe ist von größtem Interesse für alle katholischenKreise, indem sie zeigt, mit welchen Mitteln der famoseevang.Bund" für seine Zwecke arbeitet.

Verantw. Redacteur: Phil. Frick in Augsburg. Druck u. Verlag des Lit. Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg .