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1. Pylon (der Ammontempel hat 6, die ganze Tempel-anlage 12 Pylonen) bleiben wir stehen und betrachtenden mächtigen Quaderbau; derselbe ist 113 m breit,15 in dick und 43 in hoch. Vom nördlichen Flügelaus hat man herrliche Uebersicht über das Ruinenfeld.
Beim Durchwandern des Pylonenthores mahnt unseine Inschrift an die Thätigkeit jener Männer, welcheAegypten durch ihre Arbeiten der europäischen Welt undWissenschaft wieder näher gebracht haben. An der rechtenWand oben haben nämlich die Gelehrten, welche Bonapartenach Aegypten begleiteten, die Längen- und Breitengradeder bedeutendsten Tempel verzeichnet. Wir ersehen unteranderem, daß das Heiligthum von Karnak unter 30°2t? 4" Länge und 25° 44' 15" n. Br., jenes vonLuxor unter 30° 19' 16" Länge und 25° 42' 55" n.Br. liegen. Auf der gegenüberliegenden Wand hat eineitalienische Expedition (1841) die Abweichung der Magnet-nadel um 10' 56" angemerkt.
(Fortsetzung folgt.)
Recensionen und Notizen.
Pudor (H.), Englische Reiseskizzen. Verlag von H. Pu-dor, vorm. Verl. d. DreSdner Wochenblätter, Leipzig ,Strauch. 1694. 8°. Brosch. 2 M.; geb. 3,50 M. 98 S.
Vorstehendes Buch erscheint als erstes Bändchen der„Pndor'schen Reisebibliothek" und ist bereichert durch eine Kartevom Westen Englands und 4 Bilder: Torquai , Plhinouth, St.Michaels-Monnt und Lands-End. Der Inhalt ist folgender:1. Englische Sittenbilder, 2. Londoner Straßenleben, 3. DieInsel Wight , 4. Im Lande Tristans. Der Verfasser hat seinWerk „seiner lieben Frau und Reisegefährtin" zugeeignet. Schade,daß die anziehende Lektüre des recht unterhaltlichen und lehr-reichen Buches nicht selten gestört wird durch stilistische Nach-lässigkeiten, oder sagen wir besser, durch stilistische Sonderbar-keiten. Denn vielleicht ist der Autor identisch mit dem „durchallerlei Excentricitäten bekannt gewordenen ehemal. DresdenerMusikdirektor und Schriftsteller Heinrich Pudor", wie die All-gemeine Zeitung (Nr. 87, Abeudbl.) schreibt, „der sich eine Zeitlaug Heinrich Scham nannte und der Universität Leipzig feinDoktordiplom zurückgeschickt hat". Jetzt ist er unter die Künstlergegangen und veranstaltet eine vom 1. April bis 1. Mai inMünchen im „Englisch . Hof" stattfindende „Einer-Ausstellung"seiner Werke, „als erster wirklicher Künstler"!
OesterreichischesLiteraturblatt, herausgegeben vonder Leo-Gesellschaft in Wien , redigirt von Dr. FranzSchn ü re r. Nr. 1 u. 2. Pölzl F. X., Kurzgefaßter Commcntarzu den 4 hl. Evangelien. IV, 2. 1: Markus. (Augustineums-Direktor Hoskaplan vr. Fr. Scdej.) — Krogh-Touning K., DieKirche und die Reformation. (Augustineums-Direktor HoskaplanDr. A. Fischer-Colbrie. — I. Pottcrs P., Oomponelium xdilo-soxlnao moralis ssn etkioaa seo. priucipia s. Nlwmas. II.Cathrein V., Moralphilosophie. III. Cathrein V. , llüilosopliiamoralia. (Sämmtlich von Univ.-Prof. Prälat Dr. F. M.Schindler.) — Wcgcncr G., Kant-Lexikon. (vr. Aug. Sieben-list.) — Giacomctti G., va. qusstion italieims xorioäs eis 1814L 1860 (Geh.-Rath Jos. Freib. von Helfcrt.) — Dopsch A., Ent-stehung und Charakter des österr. Landrechtes. (Universitäts-Professor vr. Jos. Hirn.) — Opitz W., Die Schlacht bei Brei-tenfeld 17. September 1631. (Hofrath Onno Klopp.) — Goethe'sGespräche. Herausgeber W. Fh. v. Biedermann. (Universitäts-Professor vr. Jac. Minor.) — Schiller's Briese, heranSgg. vonFritz Jonaö. (Univ.-Prof. vr. I. E. Wackernell.) — Nabulasvoeliovm mauv seriptorvm in vibliotlwea, valatiua, Vimlodaoservatornm. Vo!. VIII (i'c.) — Galland G., Der großeKurfürst und Moritz von Nassau , der Brasilianer. (Univ.-Prof.Dr. Jos. Ncuwirth.) — Egli I. I., dlowina, geoKraxdioa (I)r.Nich. Müller, Offizial an der „Albcrtina".) — Brockhausen K. ,Vereinigung und Trennung von Gemeinden. (Privatdocent Dr.Friedrich Tezner.) — Schimek I., Die Jugendformen einigerPapaveraceen, Ranunculacecn und Campanulaceen. (I. Wies-baur, 8. 4.) — Wehl Th., Lehrbuch der organ. Chemie fürMedicincr. (Privatdocent vr . H. Malfatti.) — B.-K-, C. v.,
Zur Psychologie des großen Krieges. (Oberstlieutenant Freiherrvon Hipssich.) — Nissel F. , Ausgewählte dramatische Werke.(Richard Kralik.) — Zschokke H. , Die theologischen Studienund Anstalten der kakhol. Kirche in Oesterreich . (Univ.-Prof.Dr. R. v. Schcrer.) — Bäumer S. , Das apostol. Glaubens-bekenntniß. (Augustineums-Direktor Hoskaplan vr. A. Fischer-Colbrie.) — Blume Cl., Das Apostolische Glaubensbekenntnis.Derselbe. — Knauer V., Die Hauptprobleme der Philosophie inihrer Entwicklung und theilweisen Lösung von Thales bis R.Hamcrling. (Vr. Aug. Siebenlist.) — Loscrth I., vr. Balth.Hubmeier und die Anfänge der Wiedertaufe in Mähren . (—w.)
— Ehrmann Eug., Die Bardische Lyrik im XVIII. Jahrhundert.(Univ.-Prof. vr. Aug. Sauer.) — Schöning's Ausgaben deutscherClassiker, mit ausführlichen Erläuterungen. Siebzehn Bündchen.(W l.) — Bole F., Sieben Meisterwerke der Malerei. (Dg.)
— Lendenfeld R. v., Australische Reise. (Ministcrial-Sccretärvr. Fz. Ritter v. Le Monnier.) — Wetzel Fr., Das Zollrecht derdeutschen Könige von den ältesten Zeiten bis zur Goldenen Bulle .(Privatdocent vr. Tullius Sartori Ritter v. Moutecroce.) —Voigt M., Röuiische RcchtSgeschichte. 1. Bd. (Nied.-österr. Landes-Secretär vr. Heinrich Misera.) — Catalog der Bibliothek derkais. Leopoldinisch-Carolinischen Deutschen Akademie der Natur-forscher. Bd. I. u. Bd. II. 1. (Univ.-Prof. vr. I. M. Pernter.)
— GraveliuS H., Plaudcrgänge im Weltall . (Th. Kreß.) —Zola E., Der Zusammenbruch. (F. Sch.) — EichnerW., AuSWerkstätten des Geistes. Ein literarischer Citatenschatz.
Wanderungen durch Rom. Ueber das soeben imVerlage von Ulr. Moser'S Buchhandlung in Graz erschieneneWerk „Wanderungen durch Rom" von vr. Robert Klinischschreibt das „Wiener Vaterland": Die überaus strebsame katho-lische Verlagsbuchhandlung hat mit der Herausgabe des vor-liegenden Buches über die ewige Stadt ein neues interessantesNeisewerkchen ihrem stattlichen Verlage einverleibt. Klimschs„Wanderungen durch Rom" sind prächtig zu lesen. Sowohlder edle Stil des Verfassers, der durch zwei Jahre Kaplan ander „Anima" in Rom war, als auch die reiche Fülle von Ci-taten aus der großen Nomliteratur, welche vr. Klinisch in seinezweiundreißig Betrachtungen geschickt Anzuflechten versteht, ver-leihen dem Buche sprachliche Würde und gedankliche Tiefe. Inder Herbeiziehuug einer schier ungezählten Reihe von Gewährs-männern für Rom und seine Welt zeigt vr. Klinisch eine groß-artige Versiertheit in den Werken der bezüglichen Schriftsteller.Wer Rom zu hesuchcn gedenkt und dem es hiebe! um eine ge-eignete Vorbereitung auf den Anblick dieser Städtekönigin zuthun ist, der wird in vr. Robert Klimschs „Wanderungen durchRom" einen liebenswürdigen Wegweiser finden. Der Glanzder Poesie, der über Rom sich auszieht, findet in dem Bucheeinen ebenso zarten und innigen Ausdruck, als die historischeVergangenheit und Größe der ewigen Stadt in der wohlgewähltenSammlung zahlreicher Aussprüche großer Männer über dieselbeeinen geistreichen. Auch jenen, welche ihre römische Reise bereitshinter sich haben, ist das Buch als theueres Andenken an schöne,genußreiche Stunden in Rom sehr zu empfehlen. Die Verlags-buchhandlung hat das Werk vornehm ausgestattet; es prä-fentirt sich mit seinem hübschen Titelbild überaus Vortheilhaftund wird jeder Bibliothek zur Zierde gereichen. Preis brosch.1 st. 80 kr.. gebd. 2 fl. 40 kr.
Anna-Buch oder Anleitung zur Nachfolge und Verehrung derhl. Mutter Anna. Ein Lehr-, Gebet- und Erbannngs-buch für Bräute, Ehefrauen und Wittwen, insbesonderefür Mitglieder des St. Anna-Bundes. Von JohannV ölkl, weiland Dekan und StiftSpropst in Jnnichen.Mit Approbation des fürstb. Ordinariates Brixen. Inns-bruck . Verlag der mar. Vercins-Buchhandlung.
Christlichen Frauen wird im Annabuch ein Erbauungs-und Gebetbuch geboten, das sie nur mit großem Nutzen für ihrSeelenheil und zum Wohle der Familie gebrauchen können.An der Hand der wichtigsten Episoden des Lebens der heiligenMutter Anna werden ihnen die hervorragendsten Pflichten derchristlichen Ehefrauen vor Augen geführt und Rathschläge er-theilt, wie sie besonders in der heutigen gefährlichen Zeit dazubeitragen können, das öffentliche Leben im besten Sinne zu be-einflussen.