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die Fragen finden, die ihn eben beschäftigen. Und in dieserraschen und leichten Ausschlußgewährung liegt eben der besondereVorzug des BucheS; denn im heutigen Dränge der Arbeit werdenWenige, innerhalb wie außerhalb der Amtsstube, in der Lagesein, einer auftauchenden, sofortige Entscheidung und schnellenEntschluß heischenden Frage ein Studium eingehender wissen-schaftlicher Erörterungen widmen zu können. Die Benützungdes Werkes fördert ungcmein ein vorzüglich gearbeitetes, ausführ-liches Inhaltsverzeichnis;, das auch dem weniger durch Belesen-hcit Geübten ermöglicht, ohne Zeitverlust zu finden was er sucht,und ein reichhaltiger Anhang von Auszügen einschlägiger Gesetze,von Verordnungen, VollzugSbestimmungen und Normativen er-spart eine umfängliche Bibliothek und daS mühsame, ausbauendeZusammentragen viel zerstreuten Materielles. In Anbetrachtdes Gebotenen und der schönen, soliden Ausstattung ist derPreis als ein sehr mäßiger zu bezeichnen. Schließlich kommen wirauf unsere Besprechung der ersten Lieferung zurück, indem wirdas Werk insbesondere den hochw. Pfarrvorständcn undden jüngeren, sich auf den Pfarr- und Predigt-a'mtsconcurs vorbereitenden geistlichen Herrennochmals angelegentlichst empfehlen.
„Haideblüthen" und „Haibemyrten" von HildrichBurgvogt.
Da mit dem Wiederbeginn der guten Jahreszeit nicht nurdie profane Reiselust wieder zu erwachen anhebt, sondern auchdie Pilgerzüge und Wallfahrten zu den beliebten Gnadenortenwieder ihren Ansang nehmen, glauben wir eine uns von Vielengedankte Pflicht zu erfüllen, wenn wir auf zwei unscheinbare,aber innerlich um so wcrthvollcre Büchlein hinweisen, welcheunter dem Titel „Haideblüthen" und „Haidemhrten, als Votiv-kränzchcn gewidmet dem Gnadenortc Altötting von HildrichBurg Vogt, kürzlich dort erschienen sind. Ist es doch einealthergebrachte Sitte, daß jeder andächtige Besucher einer solchenmeist aus unvordenklicher Zeit stammenden Gnadcnstätte sichdieses und jenes kleine Andenken mitnimmt. Was liegt abernaher, als daß er die zum Lobpreise der Himmelsköniginaus frommem Priestcrherzcn emporgestiegenen Lieder mit dazuerwählt, in welchen er die ihm nur erst zum Theil bekanntenWunderthaten und Gebctserhörungen der dort so hochverehrtenGottesmutter, sowie auch die an merkwürdigen Schicksalen soreiche Geschichte der geweihten Ocrtlichkeit in köstlichen Versendargestellt findet, die er auch, heimgekehrt, stets wieder mitErbauung und gerührten Herzens ihrer schlichten Einfachheitund ihres tief zu Gemüth gehenden Tones willen lesen wird, !denn mit dem bescheidenen Verfasser sind wir der gleichen An- Ificht, die er in einem die dort vorhandenen Votivgeschenke, so-weit sie aus dem Volke herrühren, behandelnden Poem in soflammenden Worten ausgesprochen bat:
„Nein, die Kunst ist nicht das Leben,
Recht zu leben, nenn' ich Kunst,
Gott dem Herrn die Ehr' zu gebenIn der Zeiten Noth und Gunst.
Alle Kunst entbehrt der Sonne,
Wenn sie nur den Sinnen frommt,
KindeSlallcn wird zur Wonne,
Weil'ö aus Gottes Eden kommt.
Blendwerk ist all' unser Können,
Stammt von Gott nicht Kern und Trüb,
Wenn es nicht mit Segen krönen
Glauben, Hoffnung und die Lieb'. !
AuS dem Glauben muß es wachsen,
Soll es gute Früchte sch'n,
Sich, wie Räder um die Achsen,
Um die cw'ge Wahrheit dreh'n.
Dann wird's nach dem Himmel ringen,
Weil es aus dem Himmel stammt,
Ew'gen Heiles Früchte bringen,
Weil vom heil'gcn Geist entflammt."
In der That weiöheitsvolle Worte, die wir Alle beherzigenmögen t M. Gr.
Dr. Jnk. Mayer, Die christliche NScese. Ihr Wesenund ihre historische Entfaltung. Mit Approbation deshochw. Herrn Erzb. von Freiburg i. Br., Herder 1894.8°. IV -s- 48 S. 0.80 M.
Es wäre vielleicht der Titel: „Die Entwicklung der mönch-
ischen AScese bis zum 5. Jahrhundert" bezeichnender gewesenfür den Inhalt des Büchleins. In dieser Beschränkung deSThcma's hat der Verfasser eine fleißige, quellenmäßige Arbeitgeliefert. Er wird cS ohne Zweifel selbst am lebhaftesten em-pfunden haben, daß zu einer Geschichte der Auffassung undUebung der AScese die dctaillirten Vorarbeiten noch fehlen. Ausdiesem Grunde möchte zu rathen sein, zunächst nicht „eine aus-führliche Geschichte der AScese" in Angriff zu nehmen (S. IV),sondern die hauptsächlichsten Lehrer deS christlichen Alterthumsund Mittelaltcrs auf ihre Anschauungen über AScese in einerReihe von Vorstudien zu prüfen. Solche Vorstudien, als Mono-graphicen oder in Zeitschriften veröffentlicht, würden zugleich indem einen oder andern Punkt zu DiScussionen Gelegenheitbieten, welche für das in einer „Gefälschte deS NScese" zusammen-zufassende Resultat immerhin von Einfluß sein dürften.
vr. A. S.
Literarischer Handweiscr, begründet, herausgegeben undrcdigirt von Msgr. vr. Franz Hülskamp in Münster .L4 Nrn. ä 2 Bogen Hochquart für 4 M. P. Jahr.
1894. Nr. 2. Inhalt: Der I. Band der „Kirchengeschicht-lichen Studien" von Kuöpfler, Schrörs und Sdralek(Ehrhard). — Weitere kritische Referate über Sciden-pfcnning Ucbcrsctzung und Erklärung des Galatcr- und desI. Korinther-Bricses, Nikel Monotheismus Israels vor demExile, Kellner St. Ambrosius als Erklärer des alten Testa-ments, Kaulen Biblische Einleitung 3. Auflage und MonodApostel Paulus (Müllcr-Breslau); Probst Liturgie des IV.Jahrhunderts (Ebner); Greve Geschichte der Abtei Abdinghosin Paderborn (?. Leonhard); viks ok chrclibisdop Vauä (Belles-hcim); Westcrmcier Botanik für Hochschulen, Bertholt»Blumen am Wege, Kaltenegger Der Honig, UlsamerHausapotheke und Einheimische Beeren (Plaßmann); Faure Tröstungen des Fegfencrs und David Vaterunser (Deppe).—7 Notizen über verschiedene Nova (Hülskamp). — Novi-tätcn-Verzcichniß.
Literarische Rundschau für das katholische Deutschland .Herausgegeben von vr. G. Hoberg, Professor an derUniversität Freibnrg i. Br. Jahrgang 1894. 12 Num-mern. M. 9. — Freiburg im Breisgau, Hcrdcr'sche Ver-lagöhandlung. — Durch die Post und den Buchhandel.
Inhalt von Nr. 4: Die katholische Literatur Englands im Jahre 1893. II. (Bcllesheim.) — 8. vpüraem 8xri oom-menrarii in opistolas O. vanli. (Vetter.) — Mirbt, Die WahlGregors VII . (Feiten.) — Hanancr, Ooutumos matrimonialssau wogwn L§s. — Schüler, Die Verwaltung des Bußsakra-mentes. — Znvsa, 8. Optati Llilsvitani libri VII. (Weyman.)— Zycha, Lauoti aureli LuZnstinr äs Zsussi s.ä littsrrcmlibri äuoäsoim. (Weyman.) — Elscr, Die Lehre des Aristoteles über das Wirken Gottes. (Braig.) — Paulsen, Einleitung indie Philosophie. (Offner.) — Bendcr, Rom und römisches Lebenim Alterthum. (Egen.) — Caland, Altinvischer Ahncncult.(Hardy.) — Ehses, Quellen und Forschungen aus dem Gebieteder Geschichte. (Bellesheim.) — Zimmermann, Cardinal Pole .(Funk.) — Straßburgcr Theologische Studien. I. Band, 3. Heft.(Scbmid.) -- Westermaier, Compendium der allgemeinen Bo-tanik für Hochschulen. (Niedcnzu.) — Wörndle, 'Lucas Rittervon Führichs ausgewählte Schriften. (Grupp.) — Stilgebauer,GrimmelShausenS Dietwald und Amelinde. (Jostes.) — Nach-richten. — Büchertisch.
Der Katholik. Nedigirt von Joh . Mich. Naich,12 Hefte M. 12. Mainz , Kirchheim. Inhalt von 1894,Heft IV, April: vr. Selbst, Das päpstliche Rundschreiben»vroviclsntissimns Dons« üher das Studium der hl. Schrift.
— vr. Jof. Bl. Becker, Interessante Rundfrage der „Deut-schen Gesellschaft für ethische Cultur". — vr. A. Belles-hcim, Der Ehrwürdige Cardinal Bcllarmin in katholischerBeleuchtung. — Jof. AertnyS, 6. 88. R., Beiträge zurRechtfertigung des Acquiprobabilismus. — Literatur: Cle-mens Blume, Das Apostolische Glaubensbekenntniß. — H.Grisar , Vs Vombs axostoliebs. — A. A. G öpfert, Pastoral«thcologie von I. B. Rcnninger. — vr. Grützmacher, DieBedeutung Benedikts von Nursia. — vr. Johannes Scho-lasticus, Stellung des katholischen Religionsunterrichts rc.
— A. Perger, Homiletische Predigten. — Lewis Wallace ,Ben-Hur.