Ausgabe 
(17.5.1894) 20
 
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v6 nnguaiü xsr morös xarnnr <Zi§no8 fiomins 8tn-äioso rnsi-sarnini rnrsns in nurnsrurn Leauorninäelrnäi.

Hier nun mußten die Beani ihr Gelöbniß ablegen,denn die lateinische Formel fährt weiter fort:

(Anifirw zwoiniak-ig ciisit.)

(iuoä sr§c> Islix, fau8tum«iue ait, N. l^s.(Name des Depositors) untorituts a. Na§niüao QorninoRsotors inifii oouosaoa,, vos a.b>8o1vo rrd vmnitm3impsäimsirtis, ^nifins lraotsuns irnxsäiti tuistisgnonrinus xotnsritis ^auäsrs privlls^iis, ^nidn8tam Iiuiu8, c^narn aliarnw, Ilniveroitatnin stnäiosiAnnclers solsnt. Lb in sissnurn Irnins iinxono oa-pititin8 vsotris oulein ( 310 !) saxisnlirrs (er bestreutalso ihre Häupter mit Salz), nb xistati sb doniaraoridus aoritsr insistsnäurn 6886 inbsI1i^nti3.

(ksrtnnclit vino eaxitn sinZuloreirr äioenäo.)

I'roxtsrsL psrtünäo oaxitn vs8trn vino äul-L6äini8, nb in Litterarum stnäiis narr tarn nori-mvniam st viin; c^uarn änlseäiirsur 6t Lnavitatsaa1Q688S 60AU08Lati8.

Man ersieht aus dem Gelöbniß, sich nicht zu rächen,u. a., daß immerhin noch einige recht wackereCere-monien " dabei verübt werden mochten.

Wenige Spuren von diesen Ceremonien und Ge-bräuchen haben sich noch theils im Comment studentischerKorporationen, theils in einzelnen Kollegien oder Inter-naten erhalten. So ist z. B. in Innsbruck und imGeorgianum zu München noch ein sogenanntesSpritzer-examen" üblich, das nichts anderes als den letzten Restder nfioolutio n LenrnMo bedeutet. Etwas derbererArt waren die Erinnerungen an den Pennalismus, wiesie noch bis in letzte Zeit in einigen Studienseminarienund ähnlichen Anstalten sich erhielten, und welche lediglichin Gewaltthätigkeiten gegen die Jüngeren und Neuein-tretenden bestanden.

Man sieht aber, auch diese Erscheinungen haben ihreGeschichte und ließen sich deßhalb oft eher in erlaubteBahnen leiten, als gänzlich ausrotten. Trotz aller Aus-schreitungen muß man doch gestehen, es lag in der Sachean sich ein berechtigter humoristischer Zug, der in launigerWeise die hochtönenden würdevollen Ceremonien jenerZeit geschickt persiflirte. Und darum widmete wohl auchder Kanzler, welcher jenes Direktorium schrieb, derlorrau nlwolutronia a, LsaniMo ein eigenes Kapitelganz wie den verschiedenen Ceremonien und Formeln beiden akademischen Promotionen.

Dr. 0. I-. v. 8.

Ueber die frühchristlichen Thiersymbole vonAchmim-Panopolis in Oberägypten und inden Katakomben.

Studie von Dr. Gustav Sl. Müller, MuscumSbevollm. undHerausgeber derAutiquitäten-Zeitschrift" in Straßburg i. E.

(Fortsetzung.)

Der Hase.

Zu den bedeutsamsten Thiershmbolen der altchrist-lichen Denkmäler gehört der Hase. Wir schließen unsbedingungslos und ohne Weiteres den bekannten Auf-fassungen an, wonach derselbe zu betrachten ist als Sym-bol 1) der schnellen Vergänglichkeit des menschlichen Lebens,dem die ewige Seligkeit folgt; 2) der Christen, die nachChristi Mahnung ihrHeil in Furcht und Zittern"wirken, und 3) der Wachsamkeit, diemit offenenAugen" schläft und das Böse vermeidet. Diese Deut-

ungen haben ihren Grund in den sprichwörtlichen Cha-raktereigenschaften des Hasen, in biblischen und theo-logischen Quellen, und sie finden ihren nicht mißzuver-stehenden Ausdruck auf den verschiedensten Denkmälernder Katakomben.

Auf den Grabfunden von Ach mim fehlt die spe-cifische Symbolik derWachsamkeit" keineswegs, wennauch die beiden andern Ideen häufiger und sinnvollerausgesprochen werden. Die Darstellung auf einem Stoffeder Sammlung Forrer, die uns den Hasenaus einemGefäße mit Weinbeerblättern" herauskommend zeigt, ent-hält so ziemlich alle drei Gedanken. Sie ist das sym-bolische Bild des Christen, der wachsam wie der Hase inFurcht und mit Zittern vor dem Bösen seinen Lebens-lauf vollendet hat und des himmlischen Friedens in Christogenießen darf. Wenn wir aus den Katakomben denHasen kennen, wie er an einer Traube ißt, oder wennauf einem Epigraph der Hase einer Taube entgegeneilt,die einen Oclzweig im Schnabel hält, wenn wir dannauch in Ach mim einen Hasen sehen, der an der Traubenagt, so erkennen wir in all diesen Variationen denselbenGrundgedanken: der Todte hat den Lauf gut vollendetund erfreut sich der himmlischen Seligkeit, die durch Taubeund Oelzweig, durch die encharistische Vase und dieWeintraube dargestellt wird. Zu den Lampen mit demBilde des Hasen als dem Symbol der Wachsam-keit hat Forrer einen Beitrag geliefert, der, wie eingroßer Theil der Achmimstoffebyzantinischer" Pro-venienz, um so interessanter ist, als er genau die-selbe Darstellung bietet, wie die von Münz abge-bildete Lampe der Sammlung Martiguy.

Drei Stoffe aber von Achmim bieten ein tieferesInteresse. Zwei davon gehören nach Zeichnung undSymbolik sicherlich noch dem III. Jahrhundert, der Periodeder Verfolgungen, an, indeß die dritte aus den gleichenGründen dem IV. Jahrhundert zuzuerkennen ist. Ja, wirsind in den Stand gesetzt, selbst zwischen den beidenälteren Darstellungen zu entscheiden, welches die ältereund welches die jüngere sei.

Betrachten wir zunächst das erste Bild. DaS Original(in meinem Besitze) ist ein 42 crn langes Stück einesClavus mit einfarbiger (schwarzer) Darstellung auf weißemLeinwandgrunde, das wir schon aus äußeren Gründender Zeichnung, Farben und Technik in das III. Jahr-hundert setzen würden. Wir sehen, soweit der Clavuserhalten ist, der Reihe nach in Mcdaillonnmrahmungeneinen Hasen, ein Ornament, einen Hasen, ein Ornamentmit einem X in der Mitte, das geschickt angewendet ist,einen Löwen, Ornament mit Taube, Hase, Ornament,Löwe; hier endet eine Serie, ein schwarzer Baudstreifenscheidet sie von der neuen, von der noch ein Löwe inGegenstellung zum letzten sichtbar ist. Diese reicheSymbolik gewinnt aber noch an Interesse durch dasverhüllte Kreuz, das auf den ersten Blicknicht bemerkbar in der Form G auf dem schwarzenBande angebracht ist, welches die Bildserien trennt. DieVerhüllung des Kreuzes Christi geschieht indieser Darstellung entschieden vorsichtiger als aufder nächsten. Ob wir in der Form O nicht eine ab-sichtliche Reminiscenz an das kreuzweise gekerbte encharistischeBrod erblicken dürfen, bleibe dahingestellt.

Nahe verwandt mit diesem Bilde, aber dennoch fürsich höchst beachtenswert!) ist die folgende Darstellung,der ich wiederholt das Interesse der Alterthumsfreundezu erwecken suchte. Das Original ist wiederum ein noch