Ausgabe 
(21.6.1894) 25
 
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Gemahlin und die gesuchte Erbgräfin von Zeltern ge-wesen Für eine und dieselbe Person kann ich dieGräfin Sophie in und die Gräfin von Ernst-

brnnn auch heute noch nicht halten, weil die hohenFrauen verschiedene Namen führen, zu verschiedenenZeiten das Kloster Zwettl beschenkten und beide weitvon einander gewohnt haben. Möglich bleibt es zwarimmerhin, daß Gräfin Sophie von Ernstbrnnn mit Burg-graf Friedrich I. vermählt war, allein einen Beweis hie-für können wir nicht erbringen, ja wir halten es jetztfür wahrscheinlicher, daß die Gräfin von Ernstbrnnn, ge-borne Gräfin von Tollenstein-Hirschberg, mit BurggrafKonrad II., d. h. mit dem cioruinns Konrad funior-vonAbenbcrg, vermählt war und daß beide im Stiftnngs-gcmälde zu Heilsbronn die bekannte glänzende Darstellunggefunden haben.

Verhält sich die Sache so, wie angegeben, dannwaren die burggräflichcn Bruder Friedrich I. und Kon-rad II. (junior) geborne Grafen von Abenbcrg, mithinaben belgische Erben durch Geburt, und eine Er-heirathnng der abeubergischen Güter durch Graf Fried-rich III. von Zollern, welche wir von Ansang an zurück-gewiesen haben, hat niemals stattgefunden. Die Erb-gräfinnen Maria (Falkenstcin, Stillfricd) und Hildegardbezw. Hildegard-Sophie (Niedcl, Schmid) sind weiternichts als leere Fiktionen.^)

Friedrich I., Burggraf von Nürnberg , muß unterdiesen Verhältnissen mit einer Erbgräfin von Zollerneinen Theil ihrer Güter für sich und seine Nachkommenerworben haben, und wenn seine Gemahlin nicht, wie erselbst, in Heilsbronn beigesetzt wurde, so hatte diesesseinen Grund wahrscheinlich darin, daß sie ihren Gemahlüberlebte und sich mit ihrem jüngern Sohne, BurggrafFriedrich II. von Nürnberg und Abenbcrg, auf die väter-lichen Güter in Schwaben zurückzog, daselbst starb undin einer zoller-hohenbergischen Familiengrabsiältc beigesetztwurde.

Die Insinuation Schmids, als halte ich behauptet,das ganze Haus der schwäbischen Grafen von Zollernsei am Ende des 12. Jahrhunderts im Mannsstammsansgsstorben", ist unrichtig^); wahr dagegen ist, daß ichschon im Jahre 1869 eine Linie Aüenberg-Zollern-Hoheuberg^) angenommen habe und im Jahre 1881nachzuweisen suchte, daß Burggraf Friedrich II. von Aben-berg mit Elisabeth von Hohenberg^), einer Schwesterdes Grafen Albert II. von Hohenberg, vermählt war, vonwelcher Verbindung Schmid jetzt noch nichts wissen will ^°),obwohl diese Thatsache von einem der besten unterunseren bayerischen Geschichtsforschern schon längst hin-länglich beglaubigt und bestätigt ist.

Unser Felix von Oefele hat im II. Bands seinerLori^toros Ilcwuin Uoicarum die glaubwürdige Notizaufbewahrt^),daß im Jahre 1243 die Herrin Sophia

Beilage z. Angsb. Postztg. 1881 Nr. 72 S. 2.

Nach Wendrin'sky, die Grafen von Naabs, rührt Ernst-brunn von den Grafen oder Markgrafen von Vobbnrg (Hohen-wart) her, aber auch die TollcnsteimHirschbcrg waren in dieserGegend NiederösterrcichS begütert, t. o. S. 109 u. 110.

Vcrgl. Grafen v. Abenbcrg 1869 S. 54, Beilage z»rAngSb. Postztg. 1881 Nr. 29; Schmid, die Burggrafen vonNürnberg , S. 27 n. 28. 47 u. 48.

n) Vcrgl. Schmids V. Fundamcntalsatz in Vd. III dcrältesten Geschichte von Hohenzollern .

2°) Grafen von Abenbcrg S. 5761.

Beilage z. Augsb. Postztg. Nr. 33 S. U

Die Könige von Preußen sind Hohenzollern S. 96.

") Xvno Lowiui L160XUIII obüb Domino. Loxbis,

von Hochberg, geborne Burggrafin von Nürn-berg, starb und im Predigerklvster zu Freiburg im Brersgau bestattet wurde." Es ist hier ohne allenZweifel Friedrichs II., Burggrafen von Nürnberg undAbenbcrg, und der Elisabeth, Gräfin von Hohenberg,Tochter Sophia, die Gemahlin Konrads, Grafen vonFreiburg, gemeint, deren Ehe wegen Blutsverwandtschaftim IV. Grade wieder getrennt werden sollte^), in FolgeDispensation des Papstes Jnnocenz IV. clo äuto 18. Mai1248 jedoch bestehen blieb. Das angebliche SterbejahrSophiens ist sicher falsch abgeschrieben worden, denn die-selbe konnte 1243 nicht schon todt sein, wenn ihre Eheam 18. Mai 1248 durch Dispense ratihabirt worden ist.Wahrscheinlich starb sie erst LI00X01II (1293) oderNOdXIII (1263), und dürfte eines dieser Jahre fürZIOOXIiIII (1243) zir rcstituiren sein.

Hochberg ist Hohenberg. Friedrich II., Burggrafvon Nürnberg und Abenbcrg, war demnach mit einerZollcrn-Hohenberg verbunden, und wir hatten vollkommenrecht, wenn wir schon 18 81 geschrieben Habens:Be-sondere Beachtung scheint uns der Umstand zu verdienen,daß Albert II. (Albrecht), Graf von Hohenberg , bereitsam 12. Januar 1271 von Friedrich dem Erlauchten,dem Sohne Friedrichs mit dem Löwen, uvunoulus d. h.Muitcrbrnder genannt wird. War Albert dieß in derThat (wir haben keinen Grund daran zu zweifeln), soist eben Elisabeth, die Gemahlin Friedrichs mit demLöwen, des Stammvaters dcr Fürsten von Hohenzollern ,eine Zollern-Hohenbcrg und nicht eine Gräfin von Habs-burg oder Abenbcrg gewesen.

Elisabeth ist demnach wohl als die SchwesterAlberts II., des SohncS Alberis I., und als Tantedes Benediktiner -Priors von Oberaltaich, Alberts vonHohenbcrg-Hnigerloh, welcher 1239 (nicht 1229)geboren und am 26. November 1811 gestorben ist, an-zusehen ^).

Schmid hat zwar die Bezeichnung Werts II. bonHohenberg als nvunonlns Friedrichs des Erlauchten^)bemängelt, allein wir haben diese Bemängelung schon1881 zurückgewiesen und daraus aufmerksam gemacht,daß wir diesem Autor nicht sofort und ohne reiflicheUntersuchung des Sachverhaltes Glauben beimcsscn dürfen,weil er selbst zugesteht, daß sich die ältesten Gliederdes hohenbergischen Hauses ebenso schwer wiedie letzten genealogisch einreihen lassen^)und zwischen Albert II., Alberts I. Sohn, und Al-bert III. (Schmid II.), BnrkardL III. Sohn, unterschiedenwerden muß.

Jüngere Schriftsteller behaupten, daß Friedrich mitdeut Löwen erst nach dem 4. Juni 1265 gestorben sei,Schmid beanstandet auch diese Angabe und setzt das Ab-leben desselben Zwischen 1255/56 an. Wir gehen hierauf

äs IloebbsrA, uaia clo bturnborA Unrg'ravia, inDriburxo sito in UrisAanclio, in Llonaetsrio Uraeäieatornwibiclom in ambitn ovxnita.

Grasen von Abenbcrg S. 6973.

Beilage z. Augsb. Postztg. Nr. 33.

Die Darstellung Schmids über den in Oberaltaich alsselig verehrten Hohcnbergcr Grafen genügt nicht, ent-hält auch manches Unwahre; ich werde deßhalb später speciellauf den Obern ltaicher Prior zurückkommen.

^) Schon Friedrich mit dem Löwen wird in dcr Urkundevom 2. April 1228 iltnsdris voines genannt, man hättedeßhalb dem Sohne diesen Titel nicht als etwas Beson-deres beilegen sollen. Die Zollern führten 1228 denTitel itlnstris noch nicht.

--») Beilage z. Angsb. Postztg. 1881 Nr. 33 S. 1.