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richtige sich behaupten; auch ist von Seite der Kirche den jGläubigen keine Entscheidung für oder gegen nahe gelegtworden. „Prüfet alles, das Beste behaltet!"
Doch nun zum Schlußstein unserer Abhandlung,zum Zwecke der Todesanmeldungen I(Schluß folgt.)
Recensionen und Notizen.
In der gediegenen „Zeitschrift für Schulgesund-heitspflege" von Dr. wsä. st pbil. L. Kotclmann, weichein Hamburg erscheint, findet sich (1894, 4. Heft, S. 249) einBericht über nachstehende Schrift: Wie kann der Ueber-bürdung unserer Jugend auf höheren Lehran-stalten mit Erfolg entgeaengewirkt werden? EinWort an Eltern, Lehrer und Erzieher von Direktor vr.Clemens Nohi. Leipzig , Ludw. HcM'er, 1892. — Weil wirglauben, daß die Besprechung dieser Schrift durch Herrn Pros.Sepp-AugSburg manche unserer Leser interessirt, bringen wirsie hier zum Abdruck. Sie lautet: Es lassen sich gewichtigeAutoritäten hören, welche verlangen, daß jetzt keinen Schrittmehr weiter gegangen werden dürfe bezüglich der Entlastungder Jugend an den höheren Lehranstalten. Aber es fehlt auchnicht au ebenso gewichtigen Stimmen, (Ueber die wachsendeNervosität unserer Zeit. Von Pros. vr. Erb, Gebeimratb undDirektor der medizinischen Klinik der Universität Heidelberg .Heidelberg , 1893, G. Köstcr.) welche, um der Nervosität derZeit entgegenzuwirken, eine noch größere Ncduziruug des Lern-stoffes, besonders an höheren Mädchenschulen, fordern, damitderselbe ohne Hetze und Hast ruhig ausgenommen, ordentlichverdaut und assimilirt werden könne. Dock dieser Streit wirdsobald noch nicht von der Bildfläche verschwinden, wenn auchallseitig anerkannt werden muß, daß nunmehr eine große Zahlder wohlthätigsten Verordnungen besteht, welche jegliche Uebcr-bürdung zu verhindern suchen. Die oben bezeichnete Schrift,wohl eine der beachtenSwerthesten Stimmen in dieser Angelegen-heit, stellt besonders dasjenige in den Vordergrund, was vonoben herab geschehen sollte, um schädliche Ueberbürvuug fern zuhalten, und gar manche von den dort ausgesprochenen Desi-dcrien sind berücksichtigt worden. Wie mag der Herr Verfasserz. B. sich freuen, wenn er die neueste bayerische Verordnungüber den naturgcschichtlichen Unterricht au den Gymnasien liest,wonach die Benützung eines Lehrbuches ganz ausgeschlossen istund hauptsächlich bezweckt wird, das Auge für die Beobachtungder Natur zu schärfen und Lust und Freude an derselben zuwecken! Es kaun also gar nicht mehr vorkommen, was er aufSeite 10 schreibt, „daß Hunderte von Pflanzen nach der Zahlder Staubfäden, nach Gestalt und Farbe der Blüthen undBlätter, nach anderen Merkmalen, sowie nach ihrer lateinischenBenennung gedächtuißmäßig eingeprägt und immer wieder re-petirt werden müssen". Die vorliegende Arbeit von HerrnDirektor Nohl enthält eine Fülle von höchst wichtigen Bemerk-ungen und betont unter anderem nachdrücklich, es sei jetzt nach-gerade auch an der Zeit, daß die Eltern zu der Entbindungder höheren Anstalten beitragen, dadurch, daß sie derselben nurausreichend begabte, körperlich gesunde, sittlichunverdorbene Schüler zuführen, welche Fähigkeit, Lustund Neigung zu ernstem Studium haben und nicht durchfalsche Erstehung und frühzeitigen Lebensgenuß abgestumpft undaußer Stande sind, die kräftige Kost eines strengen Studiumsin ihren verzärtelten oder verdorbenen Magen aufzunehmenund dort zu verdauen. Denn die Ursachen des Mißerfolgesund der Nervosität sind gar mannigfaltig, und nur zu oft wirkeninebrcre zusammen. Der Irrenarzt Professor vr. GraSbey inMünchen hat vor einiger Zeit öffentlich ausgesprochen, daß beiden wenigen jugendlichen Geisteskranken, welche zur Beobachtungkamen, die Ursachen der nervösen Ueberreizung sich ganz anderswozeigten, als im ernsten, andauernden Betrieb des Studiums.Aerzte und Laien erfahren eben leider nur zu oft die Bestätigungdes Spruches: „Zu früh gelebt, zu früh verdorbenund zu früh gestorben."
Jllustrirte Geschichte des Allgäu's von Dr. F. L-Bau mann. Verlag von I. Kösel in Keuchten.
DaS vorliegende 31. Heft enthält: a) an Text: Dieneuere Zeit (1517—1602). Zweiter Abschnitt: Land undLeute. Erstes Haupt stück: Stände (Herren von Benzenau,
Freiberg , Fuchs von Ebenhofen, Humpiß, von Waltrams,Landau . Langcnegg, Mangold, Ratzcnried, Rcchberg, Sckellen-berg, Scbweickart, Stein Summerau, Pappus von Tratzberg ,Westernach; Briesadel. Scbmid von Schmidsfeld, Pakriciat,Bürgerschaft, Ausbürger, Freizimer, Leibeigenschaft, Lasten desLandvolkes, Juden). ZweiteSHauptstück: Leben und Cultur (Ucbervölkerung, Vercinödung, fremde Ansiedler, Mehrung derBevölkerung, Herbergesystem, Wälderrenten, neue Vereinödungcn,bessere Benützung der Güter, Viehzucht, Nlpenwirthscbaft, Pferde-zucht, Waldwirthschaft, Jagd, Fischzucht, Bergbau, Gewerbe,Zunftwesen, Brauereien, Weberei, Industrie, Handel), b) anIllustrationen: 1. Zwei Vollbilder in Farbendruck, aus-geführt in der Jos. Kösel'icken Oifizin in Keuchten, darstellend:Allgäuer Volkstrachten VI. und VII.: WeiblicheTracht von Oberstdorf und Weibliche Tracht in derGegend von Wcrtach, beide nach einem Aquarell vonJos. Bück; 2. sechsunddreißig in den Text gedruckteAbbildungen.
Weiß, vr. I. B. von, k. k. Hoftatb, Weltgeschichte, dritteverbesserte Auflage. Lieferung 102—109. Graz undLeipzig 1894. Verlags-Buchbaudluug „Styria". Preisder Lieferung 50 kr. — 85 Pfg.
Diese Lieferungen enthalten den XIII. Band, der wie dervorhergehende Band die merkwürdige Zeit von 1750—1789schildert, die Zeit der Aufklärung und des Absolutismus : dieEinleitung in die Geschichte des Zeitalters der Revolution. Sieist rcick an umfassenden Slaatsvcräudcrungcii, die aber in derRegel von einem Manne, vorn Fürsten oder seinem gewalitragcn-den Minister durchgeführt werden. Der Wille des Einen istGesetz. Das Skändelcbeu ist verkommen oder liegt in den letztenZügen Die Völker sind wie Teig, an dem man nach gewissen Sy-stemen berumkueret. Die Losung ist das VolkSwohl, in seinem Namenwird mit einem große» Aufwand von Fleiß und Verstand ausalles historische Leben losgeschlagen. Manches Gute wird ein-geführt. noch giößcr ist jedoch die Zahl der Mißgriffe. Umjedoch auch im Speciellen aus den Inhalt dieses Bandes einiger-maßen einzugehen, so finden wir hier die Aushebung des Jesuiten-ordens, die Neformpläne Josefs II., Katharinas II. Regierung,die Türkeukriege von 1787- 1789, die Unruhen in Belgien ,Holland, Schweden und Dänemark u. s. w. behandelt, kurz einereiche Fülle des herrlichsten und interessantesten Lesestoffes. Da-bei sind die Cbaraklerzeicbuuiigen, wir nennen nur die hervor-ragendsten Namen jener Zeit, wie Joses II„ Friedrich II., Karl III.,Gustav III. , Pombal und Strucnsee. so vollendet und erschöpfenddargestellt, daß sie als ebenso viele Monographien gelten können.Wir können daher nicht umbin, dieses herrliche Geschichiswcrkimmer und immer wieder auf das Angelegentlichste zur Anschaffungzu empfehlen.
Die katholischen Missionen. Jllustrirte Mouatschrift.Jahrgang 1894. 12 Nummern. M. 4 — fl. 2.40 ö.W. — Freiburg im Breisgau. Hcrder'sche Vcrlags-haudlung. Durch die Post und den Buchhandel.Inhalt von Nr. 7: Die im Jahre 1893 verstorbenenMissiousbischöie. — Die Redactionen von Paraguay . (Forts.)
— Ältchristliche Ruinen Nord-Synens. (Fortsetzung.) — Nach-richten aus den Missionen: Japan (Katecbisten); Cbiua(Ostmongolei); Vorderindien (Schulen in den Kholsmissivnen;Besuch beim Radschab von Mandi); Algier (Ein Ausflug nachSeelen (Schluß^); Acquatorial-Aftika (Stand der Mission);Südafrika (Neue Opfer am Sambesi ); Westasrika (Mission beiden Adumas); Britisch-Nordamerika (Das heiligste AltarSsacra-ment im hohen Norden); Aus verschiedenen Missionen. —Miscellen. — Für Missionszwecke. — Beilage für dieJugend: Die Sklaven des Sultans (Fortsetzung).
Illustrationen: Msgr. Dumaui, griechisch-melchitischerBischof von Akon. — Msgr. Reynandi 0. 6., vorm. Apostol.Vicar von Sophia und Philippopel. — Msgr. Ricards, Apostol.Vicar von Ost-Kapland. — Msgr. Lions, Apostel. Vicar vonKwei-tscheu. — Plan der Mission von Caudelaria. — Seiten-portal der Kirche zu Dehhes aus dem 6. Jahrhundert. —Fassade eines Hauses und Chorseite der Kirche zu Dehhes ausdem 6. Jahrhundert. — Fassade der Kirche von Qualb-Luzeh.
— Längsansicht und Chor der Kirche von Qualb-Luzeh ausdem 6. Jahrhundert. — Das Innere der Kirche von Qualb-Luzeh aus dem 6. Jahrhundert. — Der hochw. Herr Correund seine Katechisten.