stätter Kirche erst am 20. Oktober 743 in Willibaldden ersten Bischof erhalten und Bonifazius nicht 738/9,sondern schon 7 35 sich zum drittenmal« in Nom undItalien aufgehalten hat.
Meine Ausführungen über die Priester- und Bischofs-weihe des hl. Willibald (22. VII. 742 u. 20. X. 743),sodann die Folgerung, daß der erste Bischof von Eichstätt schon am 7. Juli 7 7 9, nicht erst am gleichen Tage 781aus diesem Leben geschieden sei, haben, wie er selbst sagt,die Kritik des Herrn Adam Hirschmann, Pfarrers inSchönfeld bet Dollenstein an der Altmühl , heraus-gefordert.') Die vit» deati Willilmläi von der8auctimouiuli8 HciclculicimcnW genügt ihm nicht, ersucht für die Willibaldinische Chronologie von außen herfesten Boden zu gewinnen und eine sichere Grundlagefür dieselbe erst zu schaffen, und zwar aus einem Doku-mente, welches nach ihm unbestrittene Geltunghaben soll, nach dem sogenannten Concilium gcrmruücumdes Jahres 742.
Dieses Concilium soll unbestrittene Geltung haben,während, wie Hirschmann selbst angibt und zugesteht?)Hergenröther, Hefele und Will nicht einmal über dasJahr der Abhaltung desselben (741, 742, 743), woraufes in unserer chronologischen Frage doch zunächst an-kommt, einig sind.
Angenommen aber auch, das erste deutsche Na-tionalconcil^) sei nach Binterims Vermuthung am 21.April 742 in Frankfurt a. M. abgehalten worden, sofolgt daraus noch nicht, daß Bischof Willibald von Eich-stätt daran Theil genommen hat. Er konnte daran wederals Bischof noch als Priester theilnehmen, weil er am21. April 742 nach der 8uuctimouiuliL Ilciäcnlisimsusisnicht einmal Priester, geschweige denn Bischof gewesen.
I.
Willibald nicht auf dem Concilium Zor-manicum primum.
Ich habe schon 1859 alle Einwürfe, welche gemachtwerden können und von Hirschmann zum Theil gemachtworden sind, vorausgesehen und zurückgewiesen, insbe-sondere aber ausgeführt, daß Willibald nicht aufdem sogenannten Concilium Aernmnicum primum an-wesend war, sondern für ^Vilbnläum IVigdcrtum zusubstttuiren bczw. die Leseart Wicbert oder Wicbald,Witbald statt Wilbald wiederherzustellen sein dürfte.Betrachtet man nämlich die Sache ohne Vornrtheil undVoreingenommenheit, so ist klar, daß auf dem erstenfränkischen Concile Erzbischof Bonifazius mit den dreivor kurzem geweihten Bischöfen erscheinen mußte. Dieseaber waren Burkhard (von Würzburg ), Witta oder Wittan(Wizo von Buraburg) und höchst wahrscheinlich Wig-bert (von Erfurt sOhrdruM,die drei andern Bischöfewaren Dadan von Utrecht , Edda von Straßbnrg, schonin dem Briefe Papst Gregors III. vom Jahre 735 andie bayerischen und alemmanischen Bischöfe genannt, undNeginfried von Köln .
-) Beilage zu derselben Zeitung 1891 Nr. 17—19. ZurChronologie des hl. Willibald.
°) I. o. Nr. 17 S. 130.
*) Nationalconcil?! Karlmann , äux st xrineexe Vran-oornm, sagt: sxisooxos, gni in rs§no wso suut,oonArsALvi,' zu einem Nationalconcil hatten doch wohl auchdie bayerischen Bischöfe gehört!
2) In der vits. Orsgorii abb. Prasset. steht der slsotusvsi IVigbsrtns vor Lnr§baräus: äuo ex illis sllsetisDsi IVigbsrtus st LurZ'baräus nute magistrum (Lonitaoium)wiLMverunt a saevulo. (L1. 6. 88. XV, 1 p. 72.)
Wenn Wigbert (741 — 747) Bischof von Erfurt gewesen — und es sprechen hiefür sehr triftige Gründe^)— so war dieser zum Concilium gcrmnnicum primumberufen, nicht der damals noch unmögliche Willibald .Nach Hirschmann haben sich allerdings Dümmler, Hefele,Nettberg und Lefflad (Negesten der Bischöfe von Eichstätt I)für die Identität Wilbalds und Willibalds aus-gesprochen, allein was beweist dieses? Sicherlich nursoviel, daß diese Gelehrten meinen, glauben oderauch davon überzeugt sind, Willibald , der Bischof vonEichstätt , habe diesem Concile beigewohnt; Andere sindhievon nicht überzeugt; der hl. Willibald selbst waranderer Meinung als Hirschmann und Holder-Egger ?) unddie Autorität Willibalds steht uns höher als die Autori-tät der genannten Forscher.
Erst dann, wenn Hirschmann in der Lage wäre,den Beweis durch genaue Sachbegründung nicht bloß mitAutoritäten zu führen, daß man beim ConciliumZcrmanicum unter Wilbald nicht den ersten undletzten Bischof von Erfurt Wigbert (Wicbald,Wilbald), sondern den Bischof Willibald von Eich-stätt zu suchen habe, ließe sich mit dem Concilium §sr-nmnicum gegen die Funotimonialis operiren; solangedieses nicht geschehen, muß man sich an den hl. Willibaldselbst und die Klosterfrau von Heidenheim halten, welcheüber die thatsächlichen Umstände und Verhältnisse ihresZeitalters das sicherste und competenteste Urtheil abzu-geben in der Lage waren.
Auf die Frage Hirschmanns:^) wo sollte denn Willi-bald im Umfange der Herrschaft Karlmanns Bischof ge-wesen sein, wenn nicht in Eichstätt ? ist zu antworten:der siebenbuchstabige Wilbald (Witbald, Wicbald,Wigbert ) war im bayerischen Nordgau niemalsBischof; der neunbuchstabige Willibald derNonne von Heideuheim ist eS erst am 20. Ok-tober 743 geworden, vorher war er es nichtund hatte deßhalb auf dem Concilium gsr-manicum in Austrasien am 21. April 742weder Sitz noch Stimme; der Bischof von Erphes-furt (Erfurt ) dagegen gehörte 712 dem Gebiete Karl-manns an und hatte demzufolge an der fraglichen Synodetheilzunehmen.
(Fortsetzung folgt.)
Recensionen und Notizen.
r. DiLcesan -Archiv von Schwaben . Aus Schwaben,14. Nov. Hoffentlich wird der Ausruf in Nr. 178 d. Augsb.Postz. v. 3. Aug. d. I. für das im Jahre 1895 durch Pfarrervr. Hofelc mit groben Opfern gegründete „Diöc.-Archivvon Schwaben " nicht vergeblich gewesen sein, jedenfalls aberjetzt in Erneuerung desselben viele bewegen, entweder von 1895ab zu abonniren oder, was noch besser, daS Abonnement ausdas 2. Halbjahr von 1891 (Nr. 13 — 21) nachzuholen. Das-selbe befaßt sich nämlich nicht blos mit der Geschichte der Diä-rese Rottcnburg. von welcher ja übrigens ein großes Stückehemals zum BiSthum Augsburg, ein kleineres je zu den Bis-
°) Ich gehe hierauf deßwegen z. Z. nicht näher ein, weilich nicht meine Negation, sondern Hirsckmann seine posi-tive Behauptung zu beweisen hat. (^sssrsnti inoumbitprobatio.)
') Ll. S. 83. XV. 105 A. 5. Holder-Egger hat die ab-weichenden Ansichten Dünzelmanus und LoosS selbst angeführt.
°) l. <-. Nr. 17 S. 13l.
°) Eines OrleS, der einst eine Stadt der Heiden gewesen(<M olim tuit urbs paAanoium). — Das Ermahnungsschrcibendes Erzbischoss Bonifazius und seiner Mitbischöse an KönigEtelbald von Mercien haben 745 Werbe rt (Wigbert ) undWillibald mitunterzeichnet. Winfrid-BonisaziuS von vv.Büß u. Scherer, Graz 1880. S. 211.