und am 7. Juli ckovlxxix, gerade 100 Jahre zuvor,sohin nicht ävolxxxi (781), der hl. Willibald?«)
Die Rasur und Correktur der Zahl ckaoolxxix (879)bei Otkar wurde erst nach dem LnonzMus HusarMsisoder von ihm, dem Vertrauensmanne Gundekars, selbstvorgenommen, da bei ihm die Stelle bereits lautet:nOtlrsrus (ostiit) 2. Xon. ckulü anno ad i. I). 8 80."Man sieht, es wurde an der unrichtigen Stelle corrigirt,anstatt äeolxxxi (781) bei Willibald in das richtigeckoalxxix (779) umzusetzen, wurde schon vom HusarauLisoder einem seiner Zeitgenossen das richtige ckooelxxix(879) bei Otkar in das unrichtige 880 umgesetzt?')
An Rasuren fehlt es dem Pontifikale Gundekars II.keineswegs, und wenn Suttner in ladula Iwonroäiung,x. 1 erklärte, die Zeitangabe auf lol. 5 des Ouuäs-curiuin ^seäit anuv8 XXXVI" stehe auf einer Rasur,ursprünglich habe XXVII gestanden/') sowürde die letztere unmögliche Zahl nur beweisen, daßman zu Gundekars II. Zeit die Nonne von Heidenheim und den hl. Willibald gar nicht zu Rathe gezogen oderaber sehr arg mißverstanden hat?')
Warum soll es der historischen Kritik nicht erlaubtsein, das ungeschichtliche, offenbar verschriebene Todes-jahr 781 aus der Willibaldinischen Chronologie wiederzu entfernen? Dasselbe ist nicht bloß einer liebge-wonnenen Meinung unbequem, sondern der ge-schichtlichen Wahrheit (in vita staati VCIIibaläinach der Klosterfrau von Heidenhcim) und der älterenbeglaubigten Tradition der Diöcese Eichstätt (im Pontifi-kale bsati duuäacari II.) stracks entgegen.
Daß man den Ausdruck im Gundekarium: annoandern eon8ti tntioois Iiujns exi8ooxii aufdie Gründung des BisthumS Eichstätt, nicht auf dieErbauung der dortigen Kathedralkirche, beziehen müsse,habe ich im Jahre 1859 schon in ziemlich schneidigerWeise nachgewiesen; ich unterlasse es, die damals ge-brauchten kräftigen Worte hier einzurücken, warum auchden Gegner verletzen? llueunäa oritioa si Linien.
Warum gerade ich mich mit den vielen Autori-täten, welche den hl. Willibald erst 786 sterben lassen,auseinandersetzen soll, ist nicht einzusehen. Schon dieDompröpste David Popp und Georg Suttner von Eich-stütt haben die Urkunden, welche scheinbar nach dem7. Juli 781 aus Willibald lauten, beanstandet undzurückgewiesen; ich gehe einen Schritt weiter und bestreitedie Beweiskraft und Echtheit einer jeden auf Willibald bezüglichen Urkunde nach dem genannten Tage 779.Will Jemand sich dieser Urkunden bedienen, so muß er")
°') Wäre das Sterbejahr 781 im Pontificale richtig, sowürde Willibald nacb den übrigen Angaben desselben im Jahre701 nicht 700 geboren und 745, nicht 741 Bischof gewordensein, chronologische Ergebnisse, welche sich weder mitden genauen Angaben der Laiietimonialis noch init dem End-resultate HirschmannS vereinigen lassen. (Augsb. Postz. 1894Nr. 19 S. 152 am Schlüsse.)
°°) Ll. E. 83. VII. 254 cap. 2.
*°) L. C. Bethmann hat I. o. x. 243 ssetit annos XXXVI,einer Rasur und der Zahl XXVII hat er nicht gedacht.
Die Vita IVillibaläi III bei v. Falkenstein 6oä. äipl.468 aus dem 11. Jahrhundert ipricht nur von einer sicbcn-j ihrigen (per soxtom annos) bisckvsl. Wirksamkeit. Hierscheint mir triAinta. vor soptsin ausgefallen zu sein, weil713 -s- 37 — 760 ist, in welchem Jahre der gleichzeitige Un-genannte von Hcrricdcn den hl. Willibald hat sterben lassen.
°2) Hier insbesondere Hauck und Holder-Egger . Die Be-hauptung des Leistern S. 88. XV, 106 A. 4), Gundc-kar habe das Todesjahr Willibalds 781 unrichtig vorgetragen,trifft den wahren Sachvcrhalt nicht. Nur soviel kaun zuge-
beweisen, daß sie echt sind und auf den Bischof Willi-bald von Eichstätt , den großen Chronologen aus dem8. Jahrhunderte, sich beziehen. Die Urkunde vom 8.Oktober 786 (v. Falkenstein 6oä. äixl. pa§. 1) beziehtsich nicht auf den ersten Bischof von Eichstätt (Suttner,Pastoralblatt der Diöcese Eichstätt 1881 S. 59).
Ich habe nicht Alles besprochen, was sich in derKritik Hirschmanns beanstanden läßt, sondern nur diewesentlichsten Punkte herausgehoben. Das Resultat derAntikritik konnte nicht zweifelhaft sein, weil gegen dieAutorität des hl. Willibald und der Nonne von Heiden-heim aus dem 8. Jahrhunderte eine spätere aus dem11. und 13. Jahrhunderte herrührende entgegengesetzteChronologie nicht aufkommen kann und niemals ausge-kommen wäre, wenn nicht das unkritische spätere Mittel-alter Willibald und Wigbert, Erfurt und Eich-stätt bezw. den 1oou8, Hui olim tuit urli8 xaZauoruiaund das eingebildete famose ^ursatuw, das niemalscxistirte, mit einander verwechselt hätte. Daß diese Ver-wechslung d. h. die spät Mittelalterliche Tra-dition aufgegeben und die Urtradition wieder-hergestellt werden muß, kann angesichts der be-stimmt und genau gegebenen Daten der Klosterjungfrauvon Heidenheim , welche ihre freie Meinungsäußerungund Redefreiheit gegenüber von einigen Au-toritäten") ihrer Tage so kühn und glänzendvertheidigt hat, keine Frage mehr sein.
Das liebenswürdige Urtheil des Ungenannten vonHerrieden , daß die Lanetilrwmalw (nicht wie er angibtdie hl. Walburga ) vita.3 tratrurir 8iinxlieit6r Zwi-ckern 8vä plenitsr et veraei88irne 8erix3i886
(LI. 6. 88. VII, 255 o. 3), unterschreiben wir recht gern,für das anerkennende mmxlieiter aber mit Holder-Egger 3irnxlioi88iins zu setzen, dazu können wir uns nicht ver-stehen (LI. 6. 88. XV, 80 A. 4 u. 82). Wir habeneine viel höhere und bessere Meinung von der 8anoti-rnoniaÜ3 Heicksnsioimeiwm und von den VerdienstenJakob Brückls in Eichstätt als Holder-Egger und theilendie Ansicht desselben nicht, daß die Freisinger vitaIVillibalcki fast bis in die Tage unserer heimischenSchriftstellerin hinaufreicht und die vielen Fehler, welcheihr zugeschrieben werden, alle auf ihre Rechnung gesetztwerden dürfen,") doch darum handelt es sich nicht,sondern darum, daß das Bisthnm Eichstätt im Jahre743 constituict worden ist, wofür sich im Jahre 778,einen Tag vor Sonnenwende, der hl. Willibald und imXI. Jahrhundert der selige Gundekar klar und deutlichgenug ausgesprochen haben. Ihnen zufolge wurde Willi-bald am 20. Oktober 743 Bischof von Eichstätt in einemAlter von 41 Jahren; er war demnach erst im Jahre702 geboren, folglich 1 Jahr jünger als der 701 ge-borene Wunibald, und erst 18 Jahre alt, als er sichzum erstenmal auf die Wanderung nach Rom begab(8anotimoniaIi8 IlaickLulisiinoirsio); er hatte den bischöf-lichen Stuhl in Eickstätt 36 Jahre inne und starb somitam 7. Juli 779 in einem Alter von 77 Jahren (Pon-iifikale).
geben werden, daß der Abschreiber die richtige Zahläoolxxix in die falsche äoalxxxi verschrieben hat.
°") Ueber Autoritäten und ihren Werth dürfte die Rededes Rektor Magnificus vr. Kuöpfler in München vom 25. No-vellier 1893 zu vergleichen und wohl zu beachten sein.
Wir bedauern, daß wir unsere uralten heimischenQuellenschriften nunmehr über Berlin und Hannover beziehenmüssen und Commentare dazu erhalten, womit wir uns nichtimmer einverstanden erklären können.