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besonders anzustrengen, abpflücken und genießen kann. Mögedas Werkchcn Viele nützlich crsrencn! Dr. K.
Der Gottesbegriff in der neueren und neuestenPhilosophie. Von Dr. M. Gloßner, Kanonikus,Mitalied der römischen Akademie des hl. Thomas. S. 80,8°. Padcrborn 1894, Schöningh. Preis: M. 1,80; fürAbonnenten dcö Commer'schcn Jahrbuchs: M. 1,20.
0. v. I/. Zum „Jahrbuch für Philosophie und spekulativeTheologie" werden von nun an auch Ergänzungöl,efte er-scheinen. Abonnenten des Jahrbuchs erhalten dieselben zu einemermäßigten Preise. Das erste Ergänzungshcft liegt unsunter dem angegebenen Titel vor. Format nnd Ausstattung istebenso wie beim Jahrbuch nnd macht der VcrlagShandlung alleEhre. Wir können das Heft kurz Kritik einer Kritiknennen. In eingehendster Weise bespricht der so rührige Ver-fechter der Lehre des hl. Thomas, Dr. M. Glvßner, das Werk:„Die deutsche Spekulation seit Kant mit besonderer Rücksichtauf das Wesen des Absoluten nnd die Persönlichkeit Gottes."Von Dr. A. Drcws. 2 Bände, Berlin 1893. Der Verfasser,ein Jünger Ed. v. Hartmann's nnd Anhänger der Philosophiedcö Unbewußten, bietet darin eine ausführliche Darstellung derGeschichte des modernen spekulativen Gottcsbegriffs. Die Ab-sicht ist gerichtet auf eine Prüfung der spekulativen Shsteme(seit Kant ) nach ihrem Werthe und ihrer Bedeutung für dasGanze der spekulativen Jdeenentwickelung. Gloßner folgt demVerfasser auf seinem Gange durch die Jrrpfade der movcrnenSysteme. Der philosophische Nihilismus zeigt sich so hand-greiflich als das folgerichtige Endergebniß deö DeScartes-Kant'-schen SnbjectiviSmus. In „I. Allgemeine Erörterung"wird zunächst erklärt, was der sogen, spekulative Gottesbegriffder neueren Philosophie sei, wie er sich entwickelt vom dog-matischen Pantheismus aus durch Kant nnd Hegel hindurch.Vorläufer Kants sind CartcsiuS, Malebranche, Leibniz, Spinoza .Die Uebersicht des Verfassers über die Entwickelung des reli-giösen und philosophischen Gottcsbegriffs von ihren vermeint-lichen Ansängen an (Einleitung des Werkes) wird in manchenPunkten berichtigt. Dann kommen der Reihe nach zur Sprache:II. Der Gottesbegriff Kants. III. Der angeblichenaive Pantheismus (Fichte, Schelling, Schleiermacher ,Hegel). IV. Der spekulative TheismnS(Baader, Schellingin der späteren Periode, der jüngere Fichte, Weiße, Fischer,Sengler, Günther, Weber, Deutinger, Nosenkrantz, Dörner). V.Ilnitari scher Theismus (Jakobi, Krause, Herbart , Braniß,Rothe, Chalybäns, Fcchner, Lotze, Nohmer Ulrici, Carriere,LiPsiuS ). VI. Pseudoth eismuS (Latke, Wirth, Biedermann,Sicndel, Frohschammer). VII. Radikaler Atheismus(Feuerbach, Strauß, Büchner, Häckel, Czolbc, Dühring, Planck,Mainländer, Bahnsen). VIII. Jndifserentistischer Athe-ismus (Hcllenbach, Du Prel, Wundt ). IX. Antitheist-ischer Atheismus (Schopenhauer, Michelet , v. Hartmann).AnS der Besprechung ergibt sich ein entschiedenes Vcrwerfungs-urthcil über diese gesummte Entwickelung, welche endet in derPhilosophie des Unbewußten mit einem unbewußten un-persönlichen Gott. Retten kann nur ein Mittel: die Rück-kehr znr christlichen, patristisch-scholastischcn d. i. echt theurist-ischen Philosophie, wie es immer wieder der hl. Vater betont.— Somit liefert denn Gloßner einen wcrtbvollen Beitrag znrGeschichte der neueren und neuesten Philosophie. Eben amGotteSbcgriffe haben wir auch einen Maßstab zur richtigenWürdigung der einzelnen philosophischen Systeme. Und darummüssen wir vr. Gloßner für seine Arbeit allen Dank sagen.
Leontius von Byzanz , ein Polemiker aus dem ZeitalterJnstinians. Von vr. tlwol. k. Wilhelm Rügamcr,0. 8. L. Preisgekrönte Schrift; Würzburg 1891, beiGöbel; VIII nnd 176 S.
ö. Der Verfasser vorstehender Schrift, vier Jahre lang alsKaplan in der Diöcese Würzburg thätig, seit einem Jahre Mit-glied dcS Augustiner-Klosters zu Münnerstadt , sowie Ncligions-lebicr und Lobrer der hebräischen Sprache am dortigen Gym-nasium, übergibt hier seine als Alumnus im Jahre 1887/88gelöste PreiSanfgabe in neuer Ueberarbcitung der Öffentlichkeit.Durch die Encyklika Lco's XIII. vom 20. Juni lfd. Js.,nt ownes sint nimm, worin er die morgcnländischcn Völker auf-fordert zum Studium ihrer Vater, um sieb zu überzeugen, daßihre Vorfahren dasselbe glaubten und lehrten, was die römisch-katbolische Kirche glaubt und lehrt, sowie durch die vor Kurzemin Rom tagende Versammlung der orientalischen öcumenischenPatriarchen, wird die Aufmerksamkeit der Abendländer auf die
griechischen Vater der ersten Jahrhunderte in erneutem Maßehingelenkt. Schöne Frückte hat bereits die historisch-kritischeMethode der theologischen Wissenschaft hervorgebracht, und dürfendie kath. Theologen hierin nicht zurückbleiben. Im I. historisch-kritischen Theil behandelt der Verfasser die dem L. zugeschriebenenWerke unter steter Berücksichtigung der neuesten einschlägigenLiteratur und dann das Leben desselben, 1—68; im II. dogmen-historischcn Theile wird nachgewiesen, daß die Lehre des Leon-tius mit der der katholischen Kirche übereinstimmt. Von be-sonderem Interesse ist es, daß Leontius als Apologet die Be-schlüsse des Konzils von Chalcedon vertheidigt und als Polemikergegen die Nestorianer und Monophhsitcn, von denen ja ver-schiedene Sekten noch bestehen, die jetzt zur Wiedervereinigungmit der Kirche eingeladen werden, auftritt. Trug er ja da-durch viel zur Befestigung der Kirchengemeinschaft des östlichenTheiles mit Rom bei. Welchen Einfluß L. auf die Theologieder spätern Zeit hatte, gebt daraus hervor, daß er als „Vor-läufer" des Johannes v. Damaskus, des „Vaters der Schola-stik", bezeichnet wird. Mag auch manchmal der Kritiker an vor-liegendem Werke etwas auszusetzen haben, mag er manchmaleine präcisere oder prägnantere Definition wünschen, — magauch die Schrift noch nicht eine endgültigte Lösung der Frage nachdem Leben, den Werken und der Bedeutung dcö L. als Kirchen-schriststeller sein, wie Verfasser selbst S. 1 n. 175 bemerkt, — alsein wichtiger Beitrag dazu muß sie aber angesehen werden.Soll der Wunsch des hl. Vaters betreffs Wiedervereinigung dernicht nnirten Orientalen in Erfüllung gehen, so darf daSStudium der byzantinischen Kircbenschriftstcller der ersten Jahr-hunderte nicht außer Acht gelassen werden, wie Verfasser mitRecht zum Schlüsse bemerkt. Volle, lsZol
L. v. Hammerstein, „Edgar" oder „Vom Atheismusznr vollen Wahrheit". 8. Aufl. Trier , 1891.
- „GottcSbcwcise" nnd moderner Atheismus.
4. Aufl. Trier , 1894. Verlag der Paulinusdruckerci.
O Von den genannten Büchern werden nnS neue Aus-lagen geboten, die in mehrfacher Beziehung die früheren über-flügeln. „Edgar" ist um Vieles vermehrt worden; andereswurde neu gefaßt nnd überarbeitet. Der Literaturnachweis amSchlüsse ist mit den neuesten Erscheinungen vervollständigt undeine Tafel — graphische Darstellung einiger der bekannterenchristlichen Confcssioncn — ist am Schlüsse angefügt. — Die„GottcSbeweise" bilden den ersten Band einer christlichen Apo-logie; sie wenden sich gegen den Atheismus niid Nationalismusund schaffen die Grundlage für den Beweis des Christenthums.Auch dies Buch wurde einer genauen Durchsicht unterzogenund mehrfach erweitert. Im Interesse der praktischen Bcnutz-barkcit des Buches wäre cS aber doch vielleicht besser gewesen,wenn der Herr Verfasser seinem Impuls gefolgt wäre und diespekulativ-philosophischen Kapitel weiter zurückgestellt hätte.
Der christliche Vater in der modernen Welt. Vo»August in Egg er, Bischof von St. Gallen. Ver-lag von Benziger n. Co., Einsicdeln. Preis M. 1,30.(Fein gcbd. zu M. 2—3,20.)
* Der bocbwürdigste Herr Verfasser, dessen Fleiß undTalent die katholische Welt schon eine Reihe sehr dankcnswertherPublikationen verdankt, bietet in diesem von der Verlagshand-lnng sehr hübsch ausgestatteten Buche (handliches Gebetbuch-Format, 511 Seiten) dem christlichen Vater einen treuen Führer,der ihm durch die Schwierigkeiten und Hindernisse der modernenWelt den rechten Weg zeigt, um seiner hohen Ausgabe gerechtzu werden und sich und seine Familie und damit auch die Ge-sellschaft zu beglücken. Es sind Belehrungen, die aus warmfühlendem Herzen kommen und von einem klaren Geiste diktirtsind. Sie umfassen das Leben und Wirken eines Vaters inseiner ganzen Mannigfaltigkeit nnd in seinem Verhältniß zuFrau nnd Kindern, zur Kirche, zur Oeffentlichkcit u. s. w.Probeweise greifen wir folgende Stelle heraus: „Wenn dasKind sich gut hält, so sei man mit dem Lobe nicht verschwenderischund mit Belohnungen sparsam. Dieselben sind nicht ausge-schlossen, aber man sehe sich vor, daß man damit daS Kindnicht verziehe. Es ist bald geschehen, daß das Kind nur umeiner Art Eigennutzes willen gehorcht, und das darf nicht sein.Ist es auch für höhere Beweggründe noch wenig zugänglich, somuß doch für diese der Raum in seinem Herzen offen bleiben."Möge dies in seiner Art classische Buch, das im zweiten Theildie gewöhnlichen Andachtsübungcn eines kathol. Christen undeine Anzahl Gebete für einen christl, Vater in den verschiedenenAnliegen seines Berufes enthält, recht weite Verbreitung findenund vielen Segen stiften!