geradezu aneckeln, und aus denen leicht das Lügen,„achenwsrk hervorgeht. Das Einfachste scheint mdem Sahe eines Chronisten enthalten zu sein „Durch Gottes Hilfe wurde die Procedur abgewandt".Im Jahre 1b17 wurde Nördlmgen und seine Umgebung von einem grauenhafieu Sturme schwerheimgesucht. Die Schicksale der Stadt während des Bauernkriegs 1525, des schmalkaldischcn Kriegs1546, während der vierwöchenllichen Belagerung 1634 können wir wohl übergehen, da dieselvcn ganzdie gleichen sind ivie bei andern Städten und die Kapitel zu einem solchen Berichte meist gleichartendsind und überschrieben werden können mit: Blutvergießen — Brandschähnngen — Brände — Nothund Elend. Am 24. September 1632 zog Gustav Adolph in die Stadt ein und hat die Chronikwirklich diesen Einzug „aus einem Schimmel, den Hut mit einer weißen Feder" geschmückt ülls kleinsteDetail beschrieben und ausgemalt. In, Jahre 1631 dreimalige kühne That des Weckerlin, der Nachtsdie Stadt verließ, durch der Feinde Reihen sich durchstahl, um .Hilfe zu holen bei Herzog Bernhard,welcher in der Nahe von Bopfingen sein Standquartier hatte. Bekannt ist serner, daß Nördlmgender Reformation sich bald anschloß, und treu dabei verharrte. Diepold Gerlacher, von seiner HeimathBilligheim Nbeolmläns Dillimmus genannt, ist der Name Desjenigen, der als Reformator der StadtNördlmgen gilt. Die Chronik berichtet serner, daß im Jahre 1647 ein gewaltiger Brand wiederum die Stadtschwer heiminchle, welche damals auch eine 17wöchentliche Blokade ousznhalten hatte. Nehmen wiehiezu die Kosten, welche die Stadt zu leiden halle in den Kriegen des 17. Jahrhunderts, wo z. B. dirWinterquartiere von 1674—78 allein die Summe von 300,000 Gulden kostete, so müssen wir znr be-rechtigten Annahme kommen, daß sie sehr reich war, sonst hätte sie diese gewaltigen Lasten nicht zutragen vermocht, obgleich sie selbstverständlich auch „Schulden machen mußte".
Bevor wir zur näheren Beschreibung einiger Hauptgebäude und bedeutenden Sehenswürdigkeitenübergehen, möge eine kurze Schilderung der Nördlinger selbst, und der Verfassung dorten vorausge-sandt werden. Es waren srüher sehr viele adelige Familien hier, welche sehr große Stijtnngen mach-ten. (Das hiesige Spital ist sehr reich!) Manche dieser adeligen Geschlechter aber führten auch zuviel Regiment in der Stadt, so daß man nicht recht wußte, „wer Koch und Kellner" sei. Ueber einhalbes Hundert solcher Familien sind aufgezeichnet, während das Nördlinger Familien-Register nahean 230 alte Familien, von welchen sehr viele heute noch bestehen, auszählt. Wie in andern Städtendes Reiches wurde auch hier mit der Zeit die Demokratie eingeführt und das Stadtregiment lag inden Händen von 12 Herren des Rathes und 12 Zunftmeistern. Jedes Jahr wurden dieselben ausder Bürge, schalt gemahlt und konnte ein Rath im andern Jahr Zunftmeister, und ein ZunftmeisterHerr des Raths werden oder tonnte er „nachdem die Wahl ging, sich bei den Aemtern wohl ausge-schlossen sehen mögen" (ront eommo ober von»!). So blieb es bis zum Jahre 1552 und, sagt dieChronik, „habe es der Stadt dabei sehr gut gesallen". Weil nun zur Zeit des schmatkaldischen Kriegesvon I. M. Kaiser Carl V. der Rath dieser Stadt wegen dessen mit dem ichmalkatdischen Bund errich-teten Neutralität und andern gar vieles, noch mehr aber deren 12 Iunflmeister in Ungnade impntirtwerden, also ist von allerh. Ihrer röm. kaiscrl. Majestät die bisherige Regier,,,,gssorm in diesem1552sten Jahre verändert, der Rath und die Zunftmeister abgeschafft, ein neuer Rath, so in dreienHerren Bürgermeister und 12 Senatorcs bestanden, cingescht und dabei verordnet worden : daß diesebei ihren Aemtern lebenswahrig bleiben. So blieb es 107 Jahre. Dieses Gesetz wurde unter KaiserFranci-kus I. dahin abgeändert,^ „daß hinsühro der Magistrat nur aus 12 Gliedern, nämlich nveiHerrn Bürgermeistern und 10 Lenatores bestehen, also von ersteren 2 und von letzteren 3 mit Todabgehen zu lasse» wären, ehe znr Wahl eines andern geschritten werden solle. Was denn auch be-folget und bisher» (zu deS Chronisten Lebzeiten) also ist gehalien worden". Herr Wilhelm ChristasCngelhardt, ältester Bürgermeister dahier, refignirte 1756 und ist also der erste gewesen, an dessenStelle, da er 1756 starb, kein anderer Bürgermeister erwählt worden ist. Folgende l2 Zünfte oderViertel zählte Nördlmgen: Weinscheuker, Bäcker. Metzger, Krämer, Leiter und Häckler, Loder, Gerber,Schuhn,acher, Schneider, Schund, Weber, Kürschner. Ausdrücklich wird bemerkt, daß diese alte aufErhall»,ig ihrer Handwerke und auf Ordnung zu sehen habe», wen» nicht, so sind sie mit Zuziehungdes Herrn Oberrichters und der Senatoren zu strafe,,. Die Charakteristik der Nordist,ger überhauptanlangend, so sagt Knipfchitd: „das Volk ist nicht stolz, „och übel geartet, sondern erfüllt eifrig seinePflichte,,: ihrer Gesetze, Gerichte und guten Sitten wegen ist die Stadt Nördlmgen hoch angesehenund hat Ueberfluß a» Altem, was das Leben und der Anstand fordern." (1687 p. 803.) ES istwahr,^sto1z sind die Bewohner der Stadt an und für sich nicht, stolz aber auf ihr- Stadt und ihrealten ,sannt,cn, und ein fremder Neuling bat ganz entschieden sehr zu kämpfen, wenn er sich empor-chwmgen will, obwohl Einsender den Nördlingern den Grundsatz „ich: abspreche» will, „leben undleben laßen".
, Und „nn möge erlaubt sem, einige Hauptgebäude der Stadt mit deren mitunter sehr erwäh-bedeutenden Sehenswürdigkeiten auszuzählen! Wir wollen beginnen mit den, Stolz derNorm,„ger, mit der protestantischen Kirche z„ Lt. Georg. 1427 wurde der Bau begonnen, ob Hansvon j-nlzdorf der erste Bannwifter gewesen, ist sehr fraglich, sicher aber ist, daß ein Baumeister NamensNicmans Cßter und defsen Lohn daran arbeiteten. Der Ban muß öfters unterbrochen worden sein,vis Llesan Weyrer ihn volle,,deie, nachdem beinahe acht Jahrzehnte daran gebaut wurde. Die«Ole siussesührten Kirche beträgt c,rea 00 Nieter, die Breite des Schiffes' E Hohe c,rca 40, der Chor allein hat eine Länge von rund 35 Meter. Das Aenßereoe» Lcinpets, defsen schöne Restauration im vergangenen Jahre vollendet wurde, während die