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mit einem Prolog eröffnet wurde ^in welchem — außer Apollo und Orpheus — Vitru-vius der Baumeister und Apclles der Maler auftraten, welche der Stadt „Augspurg"das neue Theater präsentirten, während Apollo auf das bevorstehende „Spill" hinwies,und Orpheus in schönen Worten pflichtschuldigst „vor das neu Gebäu" den Dank auS-sprach. Diese»! Prologe folgte die deutsche Tragödie: „Absalon", über welche am bestender damals verfaßte und gedruckte „l'ropxvLtua" selbst Auskunft ertheilt, welcher lautetewie folgt:
„Gleichwie nun einem Hochedlen und Hochweisen Magistrat allhiesiger FreyenStadt Augspurg gnädig beliebet hat, so herrliches Gebäu der Studirenden Jugend zuewigem Nutzen mit großen Kosten aufzuführen, und man nunmehr das Erstemal auf derNeuerbauten Schaubühne ein Trauerspill vorstellet, wird zu nehreren Erläutherung gegen-wärtigen Vorhabens undieniich sein, eine kurze Beschreibung des Dorgerüstes (vordererTheil der Bühne und Vorhang) allhier beizusetzen. — Es stellet dasselbe in der Mittevor „die göttliche Vorsichtigkeit", welche nach Zeugnuß Heiliger Schrift auf der Erdenspillet; indem sie die Fromme manchesmal drucken lasset, hienach erhöchet: die Gottloseauf einige Zeit beglücket, gar bald aber umb so tieffer stürtzet, je höchere Stupfen Siezuvor erstiegen. Beydes erhellet auß dem Beyspill des frommen Egyptischen Joseph undgottlosen Absalon, welche ebenfalls in dem Gemähl nebst der Göttlichen Vorsichtigkeiterscheinen. Ersterer zwar, wie er von seinen Brüdern unschuldig verfolgett, von 60NPendlich zu sehr hochen Würden erhoben wird. Der Letztere aber, wie Er Anfangs Sichfür einen König aufivurffet, jedoch gar bald zu verdienter Straff an einem Eichbaumelendiglich hangen bleibet." —
Es ist bereits erwähnt, daß auch Tänzer verwendet worden waren, — seit demJahre 1744 fanden sich dann auch noch „Oäackiatoien" bei diesen Spielen ein, welcheein Fechtmeister einschulte. — So gewannen diese Studenten-Komödien immer mehr anReiz und Ausstattung für das schaulustige Publikum.
Bemerkens werth ist noch, daß, wie im Jahre 1770 die später so unglückliche Königinvon Frankreich, Marie Antoiuctle, als Braut des Dauphins, von Wien nach Paris ihremtragischen Schicksal entgegeneilte, damals bei ihrer Durchreise in Augsburg , die Stu-denten ihr zu Ehren eine Komödie aufführten, und zwar: „Die drei Sultaninnen" vonVoltaire . —
Bis zu Anfang unseres Jahrhunderts währten sie, diese Studentenspiele (trotzdemman ihr Schauspielhaus während des Krieges — in den Jahren 1796—1800 — wieder-holt als Militärmagazin verwendete), — bis zum Herbste 1805. Von da ab wurdensie verböte», und die Preisausthcilungen für die Studenten mußten fortan im Jesuiten-saale — anstatt aus der Bühne — vertheilt werden; ihr einstiges Theater aber ver-wandelte sich in — die Militär-Reitschule!" —
Es hat nicht sollen sein. ,
So Manches will sich sägen nicht im Leben.
Was oft voll Nutzen scheint und auch so klein;
Jedoch ein mächtig undurchdringlich Weben,
Spricht ojt so klar: es hat nicht sollen sein!
So Mancher stand schon nah' an seinem Ziele,
Ein Windeshauch — vom Felsen fällt der Stein,
Tie Lull stand still, es schien wie Lodteustille;
Es kam die Zeit und sprach: noch hats nicht sollen sein!
Doch wenn oft jedes Hoffen wollt verzagenFügt Alles sich, wie durch der Sonne Schein,
Dein Herzen bleiben dann nicht mehr so viele Fragen,
Null Dank spricht es: Nun hat es sollen sein! 17 V.