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mauer alles hoch und drohend umschloß, wie wir z. V. an dem alten Wäscherschloß beiWäschenbeuren noch wohl erhalten sehen. — Innerhalb des Mainhardter Kastellslagen ferner steinerne Bauten, besonders das Prätorium, in Jsny nichts dergleichen.Die Mainhardter Münzen gehen nur bis Alexander Sevarus (222—234), die Jsnyerbis Kaiser Balens (364—378); letzteres muß also etwa 150 Jahre länger von denNömern besetzt gewesen sein. Es war gewiß, als es noch wehrhaft war, außerordentlichfest. In seinem Innern wohnten die Soldaten wohl unter Zelten oder leichten Holz-baracken. —
Schon vor Jahrhunderten fand man bei Jsny , wo ist nicht näher zu lagen, eine Ehren-inschrift für Kaiser Antonin vom Jahr 144, gewidmet von einigen Stätten Rhätiens,deren Namen nicht enthalten sind. Der Stein ist verschollen. Ferner fand man eineMeilensäule des Septimius Severus und seiner zwei Söhne Caracalla und Geta vomJahr 202. Der Stein ist jetzt in Augsburg . In neuerer Zeit fand man bei der Bet-mauer eine römische Gemme mit der Sphinx und dem ihr Räthsel lösenden Oedipus , ineinen goldenen Ring gefaßt, jetzt im Besitze des Grafen von Quadt-Wykradt-Jsny. —Das sogenannte F i sch e r h ä u s ch e n, Stunde nordwestlich der Stadt Jsny, eindem Jsnyer Kastell ähnlicher verschanzter Moränenhügel, auch auf dem linken Ufer derArgen und in einer Lage, die unter Wasser gesetzt werden konnte, war vielleicht aucheine römische Anlage. Ueberhaupt ist anzunehmen, daß die Römer, nachdem sie sich ausdem eigentlichen Württemberg zurückgezogen und den Nhnn zur Grenze gemacht hatten,die Argenlinie als die letzte und stärkste Verbiudungs- und Bertheidigungslinie zwischenBodenjee und Allgäuer Alpen noch an, längsten festhielten.
Das unzufriedene Der;.
Der göttlichen Liebe erhabenes WattenErfüllte mit Frohsinn die ganze Natur;
Wo sich des Lebens Keime entfalten,
Da leuchtet der Freude göttliche Spur.
Das Fischlein wiegt sich vergnügt in den Wellen,Die Lerche fliegt jubelnd zum Himmelsblau,
Es tanzen am Bache die schönen Libellen,
Der Schmetterling freut sich am Btumenthau.
Die Biene ist trunken vom Nektar der Rosen,
Es baut die Schwalbe ihr trauliches Nest,Allüberall herrscht ein munteres Kojen,
Die Schöpfung feiert ein Freudenfest.
Ja selbst die bescheidenen Ephemeren,
Sie wiegen sich glücklich im L-onneuschein,
Mag noch so kurz ihr Dasein auch mähren,
Mag noch so kurz ihre Lust auch sein!
Und was ist des Menschen Loos hienieden?
Der Schöpfung erhabenes MeisterstückVermißt allein nur des Herzens Frieden,Vermißt allein nur das irdische Glück?
Begabt mit des Geistes unendlichen Schätzen,Begabt mit der Liebe Seligkeit,
Mus; doch sein Auge die Thräne ost netzen,
Es fehlt ihm das Glück der Zufriedenheit!
Sein Geist irrt vergebens auf trügerischen Bahnen,Erforschen will^r die Räthsel der Zeit,
Und statt des Lchöpiers Allmacht zu ehren,Versinkt er in stolze Vermessenhcit.
Und seines Herzens geheimste Triebe,
Sie gellen dem eigene» Ich nur allein,
Es fehlt ihm die aUesumfaisende Liebe,
Es fehlt ihm der Tugend Zauberschein!
D'run, durch die Labyrinthe des LebensEilt er so kreudcn- und hosfnnngslos.
Und sucht gebrochenen Herzens vergebensDes Friedens und der Freude Schoß.
Er will in seinem stolzen Wähnen
Der Schöpfung Wunder durchgingen mit Macht,
Doch ungestillt bleibt all' sei» L-ehnen,
Und seine Forschung eitle Nacht.
Beneidend sieht er den Fisch in den Wellen,
Die Lerche jubelnd im Himmelsblau,
Am Bache tanzend die schonen Libellen,
Den Schmetterling fröhlich im Blumenthau,
Die Biene trunken vom Nektar der Rosen,
Die Schwalbe fröhlich bauen ihr Nest,
Allüberall herrschen ein munteres Kosen,
— Nur ihm ist das Dasein kein Freudensest!
Begabt mit des Geistes unendlichen Schätzen,Begabt mit der Liebe Seligkeit,
Muß doch sein Auge die Thräne ost netzen,
Es fehlt ihm das Glück der Zusri eben heitl
Carl Felix.