Ausgabe 
(28.2.1883) 17
 
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(Vergebliche Revanche.) Während der Streitigkeiten des Königs Heinrich III. von England mit Franz I. von Frankreich beschloß der Erste, einen Gesandten mitDepeschen an Franz zu schicken, die in sehr drohenden Ausdrücken abgefaßt waren. Erwählte dazu den Bischok Bo ner.Tire!" sagte dieser,wenn ich diese Depeschen ab-gebe, so kann es mich den Kopf kosten." Wüthend fuhr Heinrich auf:Läßt IhnenFranz den Kopf abschlagen, so laß' ich alle Franzosen in meinem Reiche köpfen."Recht schön", versetzte Bonner ,ich fürchte nur, daß keiner von all' den abgeschlagenenKöpfen auf meinen Rumpf passen wird."

(Stimmt!) In einer Wirthschaft verlangte ein Gast ein Glas Altbier, welchesihm denn auch vom Wirthe überreicht wurde, aber leider nicht ganz voll; fast zwei Finger-breit fehlten daran. Hierauf sagte der Gast zum Wirth:Sie könnten auch im neuenJahre leicht einige Ohm Vier mehr verkaufen." Wirth (neugierig):Wie so?"Gast:Na, wenn Sie die Gläser nur voll machen wollten."

(Zu den 12 Aposteln.)' Das Haus eines wegen seines Geizes und seiner Hart-herzigkeit gegen die Armen sehr verhaßten Geschäftshauses führte den Namenzu den12 Aposteln." Ein Witzbold schellte nun einmal um Mitternacht bei dem Kaufmann:Was gibt es denn noch so spät?" rief derselbe voll Zorn aus dem Fenster.Ich wolltenur fragen", war die Antwort,ob auch der Judas schon zu Hause ist."

(Die Besserung.)Nun, Frau Miliwurm, hat sie an ihrem Manne keine Ver-änderung bemerkt? Ich hab' ihm den letzten Sonntag recht ins Gewissen geredet."Ja, Herr Pfarrer, seit der Zeit hat er seine böse Gewohnheit geändert."So, so,das freut mich zu hören. Also kommt er jetzt nicht mehr nach 12 Uhr Nachts betrunkennach Hause?"Nein, Herr Pfarrer, jetzt kommt er schon um 9 Uhr besoffen heim."

(Lakonisch.) Ein Gutsbesitzer fand auf einem Acker ei» Skelett, welches erfür den Kopf eines Kindes hielt. Weil er nun vermuthete, es läge ein Verbrechen vor,schickte er das Skelett, in eine Hutschachtel verpackt, an den benachbarten Bezirksarzt mitder Aufschrift:-Kinderkopfl" Nach einigen Tagen erhielt er die Hutschachtel zurück mitder neuen Aufschrift:Schasskops!"

(Endlich.) Herr (zu einem Musiker, welcher die Noten des eben executirendenStücks an seinem Mundstück befestig haü:Bitte, was ist das für ein Stück?Das?Ein Mundstück!"Nein, ich meine, was Sie blasen?"Ach so; Fagott!"Abernein: ich meine, wie die Piece heißt, die sie ausführen?"Ach so! Ouvertüre Nr. 321*Danke bestens!"

(Sonderbare Abwehr.) A.:Sie sind ein Betrüger." B.:Was? Ichein Betrüger? Kein Mensch macht weniger Betrügereien ivie ich."

Gol-körner.

Es gibt kein Zeichen.der Höflichkeit, welches nicht einen tiefen, sittlichen Grund hätte. Die rechteErziehung wäre, welche dies s Zeichen und den Grund zugleich überliefert. Goethe.

Die Wunden, die die Maschinen des Schickials in uns schneiden, fallen bald zu; aber eine, dieuns das rostige, stnmpse Marterinstrnment eines ungerechten Menschen reißet, fängt zn eitern an undschließt sich spät. Jean Paul.

Recht hat jeder eigene Charakter,

Der übereinstimmt nnt sich selbst; es gibt

Kein andres Unrecht, als den Widerspruch. Schiller.

Das Alter will die Menschen vom Leben entwöhnen, wie die Amme das Kind von der Brust;durch allmähliches Entziehen. Jakobs.

Unter allen Lagen bleibet

Stolze Armmh stets die schlimmste. Claderon.

Auflösung des Original'Silben-Räthsel in Nr. 14:Schlaftrunk."

Für die Redaktion verantwortlich Alphons Planer in Augsburg . Druck und Verlag desLitcrarischen Instituts von Dr. Max Huttler.