führten, bestehend aus Uhrmachergeselle», einen, Schneider, einem Leistschneider, Drechsler,und als Sängerpersonal einem Schulmeister und Meßner, Stadtmusikanten rc. rc.
Auch als 1697 das erste Singspiel in Augsburg zur Aufführung kam, wurdenvon dem Kapellmeister der reisenden „Oper" auch einheimische Kräfte mitverwendet, dasheißt also: „Studenten, Weber, Wasserbrenner, Nachtwächter" und ähnliche „Dilletanten."— Auch später kam es öfter noch vor, daß Theaterliebhaber oder sonstige disponibleKräfte in irgend einer Weise mit zum Komödiespielen verwendet wurden, so z. B. anno1777 und 1795, als im „Stadttheater" und auf der „Viehweide" das erwähnte Spee-takelstück: „Graf Waltron" mit Hilfe von je 74 und 66 Stadt-Gardisten-Statisten dar-gestellt ward, ferner als 1806 im Freien auf der Bleiche bei Haunstetten ein großesmilitärisches Schauspiel mit Schlacht-Manövern und Scharmützeln, betitelt: „Die Schlachtvon Austerlitz", oder „Unerforschlich sind des Herrn Wege" von der damaligen Stadt-theater-Gesellschaft gespielt wurde, und „einige Herren Theaterliebhaber die Güte hatten,zu ihrem Vergnügen die Anordnungen und das Kommando der vorkommenden Schlacht-Manöver der militärischen Ordnung gemäß zu übernehmen." — Auch 1822 und 1823wurden, um den Theaterchvr zu verstärken, allerlei städtische Kräfte mitverwendet; jungeHautboisten und Schulgehilfen, während Waisenknaben Alt und Sopran sangen.
Aber nicht nur auf solche Weise machten Liebhabertheater und Kunstfreunde sichbeim Komödienspielen nützlich — die Zeit der allgemeinen Vorliebe für dasselbe zeitigteauch gar manchen Theaterdichter in der alten Reichsstadt, welcher mit mehr oder minderemGlück und Erfolg geschrieben; — außerdem aber brach ja im achtzehnten Jahrhundertfür tue deutsche Literatur jene „Sturm- und Drangperiode" an, fand jener Um- undAufschwung statt, welcher dem Geschmack eine ganz und gar andere Richtung gab, wasnamentlich auch auf dramatische Dichtung und dramatische Aufführungen von größtemEinfluß sich erwies. ,
Mit den, besseren Geschmack aber verschwanden auch von selber jene viele» Dile-tanten-Produktionen, deren Schauspieler zuweilen einfach nur in Straßenröcken, mit Tressenvon Goldpapier und Papiermanschetteu ausgeputzt, Komövie spielten, — verschwand auchder Liebling des Volkswitzes, der HauSwurst in seiner ursprünglichen Gestalt, verschwandenauch endlich jene Puppenspiele von damals, bei welchen Handwerker und Mägde dieMarionetten spielen und sprechen ließen.
Die neue Zeit verlangte doch ihr Recht, und machte dadurch die Liebhabertheaterund Kunstfreunde der Vergangenheit mit allem Zubehör zum großen Theil unmöglich,wenn sie einst auch in der That als beachtenswerthe Konkurrenten und Rivalen derFach-Schauspiele gelten durften. —
M i s - e l l s
(Korallenfischerei an den Enpverden.) Seither kannte man die Edelkorallenur aus dem vorderen Mittelmeer; sie wurde namentlich an den Küsten von Nordafrika ,wo La Calle und Stora die Hauptsitze sind und an denen von Sardinien und Korsika ,neuerdings auch bei Sciacca an der Südküste von Sizilien gefischt. Die Fischer stammenzum weitaus größeren Theile von Torrs del Greco und Nesina am Golf von Neapel.Schon seit einigen Jahren gehen diese aber mit ihren kleinen, aber starken Fahrzeugenauch in den atlantischen Ozean und machen besonders an den Küsten der capverdischenInsel Sän Thiago reiche Ausbeute. Pros. Greesf hat diese Insel neuerdings besuchtund die Koralle ganz mit der des MittelmeerS identisch gefunden. Schon 1879/80wurden gegen 3000 Kilogramm erbeutet, darunter verhältnißmäßig viele von der so ge-schätzten blaßrotheu Färbung, die im Mittelmeer seltener ist. Seitdem haben sich Gesell-schaften zur Ausbeutung der Insel gebildet und sollen sehr gute Resultate erzielt haben»(Wie soll man in Eisenbahnwagen sich schlafen legen?) O-. Outte»,ein nahmhafter Arzt, räth den Eisenbahn-Reisenden, wenn sie Schlaf suchen, so zu legen,daß der Kopf gegen die Lokomotive gerichtet ist. In dieser Lage werde das Blut durch