Ausgabe 
(10.3.1883) 20
 
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die Bewegung des Zuges aus dem Kopf getrieben, was demselben eine» leichteren und ^

ruhigeren Schlaf verschaffe. Wenn man dagegen wie gewöhnlich geschehe, die Füßegegen die Lokoniotive richtete, so ströme das Blut aus dem Unterkörper nach demKopfe, verscheuche den Schlaf und bringe in vielen Fällen heftige Kopfschmerzen hervor.

Dr. Outten gründet diese Ansicht auf seine eigene Erfahrung und auf die Erfahrunglangjähriger Reisenden, welche die von ihm angegebenen Regeln allgemein und längereZeit beobachteten. Im Fall einer Kollision würde der Kopf einem empfindlichen Stoß 'ausgesetzt sein, während die Füße mit ihren elastischen Sehnen viel weniger darunter leiden.

' (Enttäuschung.) Köchin:So, mein lieber Fritz, nun laß' Dir's gut schmecken! fGrenadier : Ja, du liebes Jettchen! wo soll ich nur all' die Fourage Hinstecken? o

Gott, wenn doch unser Oberst etwas vernünftiger wäre, dann-Köchin (ihn hastig

unterbrechend): Dann ließe er uns heirathen und Grenadier: Hm- ja

auch das; aber vorerst ließe er uns größere Rock- und Hosentaschen machen!

- (Die Post zu Gera ) erhielt dieser Tage einen Brief zu bestellen mit wörtlichfolgender Adresse: An das Nahthaus zu Gera . ich bite in Ab zu geben An HerreHerrmann Wirner Vabrikarbeiter lauker Mensch licht blond Haar den Sommer von Meraneniber gezochen ich bite das gehertzte Nahthaus zu Gerna den Wirner zu verlangen undgem, da ich seine Wonung und Luschi nicht weis. Absenter: Emilie K. in Krimitschau."

(Disciplin.) Major:Aber sagen Sie doch, Herr Adjutant, warum stehen wirdenn mit den Truppen schon seit zwei Stunden im vollsten Regen, der uns bis auf dieHaut durchnäßt hat? Wären wir gleich ausmarschirt, so könnten wir jetzt schon in derneuen Garnison sein." Adjutant:Wir warten auf den Herrn General; er will unsvor dem Abmärsche erst einen guten Morgen sagen."

(Beim Sanitäts-Unte rricht.) Stabsarzt:An was erkennt man bei einemSoldaten, daß der Tod eingetreten ist?" Füsilier Baudistel:Wenn er nicht mehrathmet." Stabsarzt:Gut." Grenadier Schlaue:Wenn der Puls nicht mehr schlägt."Stabsarzt:Gut! Und noch weiter?" Musketier Schwitzgübele:Wenn em a Kanonen-kugel de Kopf ra griffe Hat!"

(Der Erste.) Dem Fürsten Kaunitz wurde einst nach einer durchschwärmten Nacht,als er sich müde und schläfrig fühlte, ein als fader Witzjäger bekannter Baron gemeldet.Mein Gott," rief der Eintretende dem schläfrigen Baron zu:Em. Excellenz gähnen,gewiß hatten sie heute recht langweilige Besuche?"O nein," erwiderte Kaunitz ;

Sie sind der Erste."

(Der gute Hecht.) Frau:Nun, wie hat Ihnen der Hecht geschmeckt, den ichIhnen neulich gegeben habe?" , Bäuerin:Er war ganz gut; aber er Hot uns so argim Hals gekratzt, mer mußte all worge!" Frau:Aber, mein Gott, wie haben Sie ihndenn gegessen?" Bäuerin:Ich hatt'n in die Kartosfelsupp' rein geschnitte."

(Irisch.) Ein irländischer Soldat zeigte einer neugierigen Menge seinen hohenHut der oben von einer Flintenkugel durchbohrt war.Seht Euch einmal das Lochan," sagte er,wenn das ein niedriger Hut gewesen wäre, so wäre mir die Kugel geradein die Stirn gefahren."

Nicht gleich.

Der Himmel ist nicht immer blau,

Die Erd' nicht immer grün,

Selbst aus der reichsten gold'nen AuNicht immer Blümlein blühn.

Nicht gleich kann jeder Tag hier gehn,

Nicht gleich scheint auch die Sonne,

Sonst wär' die Welt nicht halb so schön

Nicht halb so süß die Wonne. v.

Für die Redaktion verantwortlich Alphons Planer in Augsburg . Druck und Verlag desLiterarischen Instituts von Dr. Max Huttler.