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Mise-lleir.
(Gefährliche Belohnung.) „So, Karl! also wegen Faulheit und Nachlässigkeithast Du heute vom Lehrer Schläge bekommen? Recht so! Jetzt trägst Du mir gleicheine Flasche vom besten Wein zu ihm und dankst ihm für die verdiente Strafe." Sohn:„Nein, Papa! das thue ich nicht; denn wenn dSr Herr Lehrer jedesmal eine Flasche Weindafür kriegt, so prügelt er mich jeden Tag drei Mal."
(Als Curiosum) sei hier nachstehende Annonce aus dem „Hannov . Cour." vom7. ds. Alts. wiedergegeben: Ein Tiroler, der lange bei einer osterreichisch - ungali-sch en Familie i. Rußland a. Schweizer in Dienst stand, sucht e. Stelle, am liebstena. englischer Jockey bei e. französischen Herrschaft in Italien . Gef. Adr. rc.
(Der zureichende Grund.) Zwei Bauern, Schwiegervater und Schwiegersohngehen über Land. Als sie einen Hügel Hinansteigen, hören sie auf der anderen Seitedes Hügels ein fröhliches Jodeln. — Schwiegervater: „Was hat der da drüben so zujodeln?" — Schwiegersohn: „Es wird ihm wohl ebbe der Schwiegervatter gestorben sin."
(Nationalstolz.) Die Hauptstadt Belgiens ist neuerdings durch den ProzeßPeltzer in aller Mund gekommen. Ein Belgier, schreibt der „Gaulois," erzählte jüngsteinem Preußen von dieser traurigen Mordaffaire und fügte mit Stolz hinzu: „Ein groß-artigeres Berbrechen hat sich in ganz Deutschland noch nicht zugetragen!"
(BlitzHinrichtung.) „Die Daily News" gibt einem „Eingesandt" Raum, inwelchem ganz ernstlich der. Vorschlag gemacht wird, zum Tode verurtheilte Verbrechernicht mehr durch den Strang, sondern durch — Elektricität- hinzurichten.
(Im Wohlthätigkeitsbazar.) Herr: „Was kostet eine Tasse Kaffee, meinFräulein?" — Künstlerin: „Einen Thaler, und nun — (nachdem sie vom Kaffee ge-nippt) fünf Thaler!" — Herr: Hier sind sechs Thaler, iMlin Fräulein, aber jetzt bitteich um eine reine Tasse."
(Auf dem Schützenfest.) Schütze: „Bester Herr Oberschützenmeister, Sie wollendoch den Toast auf den Durchlauchtigsten nicht vergessen?" — Obcrschützenmeister: „Ne,ne, nur woll'n wir's Rindfleisch noch rmn gehen lassen. Gleich nach'n Rindfleisch kömmtder Ferscht!"
(Wie viel Köpfe hat ein Hamburger?) Nach der „Post" begann Dr. Wendtjüngst seine Socialistenrede im Reichstage folgendermaßen: „Die Ausführung des Socialisten-gesetzes in Hamburg ist eine durchaus loyale gewesen, trotzvem sind etwa 200 Personenmit etwa 1000 Köpfen ausgewiesen worden."
Das letzte hl
Die Mutter stirbt; der Abend schaut berein,
Und gold'ne Lichter spielen um den Schrein,
Als sei der Engel nahe, der den GramAus ihren Zügen still zu löschen kam.
Den Gram? O nein! sie lächelt sanitbeglückt,
Als Hütte man zur Feier sie geschmückt.
Der Priester mit dem Sacrament, — um ihnDes Hauses Kinder alle aus den Kuie'u.
Es ist der S o h», au dem ihr Auge hangt,
Aus dessen Hand die Hostie'sie empsängt.
„Er ist so gut, so kindlich fromm und rein,
Herr, deiner Huld lass' thu befohlen sein!"
Dem Jüngling rollt die Thräne aus dem Aug',Doch treu und fest übt er der Kirche Brauch-
Sacramerrt.
Und salbt mit heil'gem Oel der Mutter MundsDer ihn geküßt seit seiner erste» Stund',
Die Hände, die ihn liebend zart geflegt,
Zum weichen Schlummer sorgsam hingelegt, —
Die Augen, die zeitlebens ihn bewacht,
Und die er schließen soll zu ew'ger Nacht! —
Gebet und Schluchzen rings im Schwesterkreis,Ein Engel wandelt, durch das Zimmer leis.
Mit deines Sohnes Antlitz fromm und mildDer Bote stammet aus dem Lichtgesild!
Was nur dem Mutterherzeu Glück gewährtDas Hut sich dir zum Heiligsten verklärt.
Es leitet dich durch aller Set'gen ChorDie Kind es lieb' zu Gottes Thron empor.