Nr. 24.
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„Äugslmrger pojheituug."
Samstag, 24. März
1883.
O ft e r m o r g e n.
O Stern in dunkler Nacht!
Wer hätte das gedrcht,
Bei deiner Jünger Kummer,Daß nach so kurzem SchlummerDein Morgen würde tagenUnd alle Furcht verjagen!
In Thälern und auf HöhnSchon viele Blümlein stehn,Manch Blumenglöcklein heuteMit lieblichem GeläuteBeruft zum FrühlingsiesteBon allen Seiten Gäste.
Doch keine schönre blüht,
So weit die Sonne glüht,
Als jene Saronsbluine,
Die heut' zu ew'gem RuhmeIn Joseph's stillem HaineEntsproßt' im Morgenscheine.
Ihr Menschen, seht euch um:Ob solche Frühlingsblum'
In irgend einem Garten,
Den kluge Hände warten,
Die Hülsen abgestreifet,
Und so behend gereifet?
Das muß ein Frühling seinVon Gottes Gnadenschein,
Den eine solche BlütheVerkündet dem Gemüthe;
Ein Frühling der Genesung,Ein Sommer der Erlösung I
Wie wird in kurzer ZeitAuf Erden weit und breitEin Blümlein nach dein anderiAus seinem Grabe wandern,Und selbst in FelsenspaltenDen Himmels glänz entfalten!
Und wenn sie weiß und rothErstehen aus dem Tod;
So laß', o ew'ge Güte,
Auch mich als eine Blüthe,
Wo deine Düfte wehen,
In deinem Garte» stehen!
Chr. G. Barth.
Heimathlos.
Eine Erzählung aus jüngster Zeit von Hermann Hirschseld.
(Schluß.)
„Da kam das Scheiden, zum ersten Mal weilte ich entfernt von den beiden Wesen,denen ich gleiche Neigung weihte und da, Fanny, da ward es klar in mir, da überkamdas Gefühl der Wahrheit mit ganzer Macht meine Seele. Wie eine theure Schwesterliebte ich Alida — Sie aber, Fanny, sehnte ich zu begrüßen, mit dem holdesten derName», mit dem Namen meiner Braut.
Und doch, nimmer hätte ich Ihnen offenbart, was in mir zur Gewißheit gewordenund nie hätte Alida es empfunden, was mir die Selbsterkenntniß gesagt, hätte ich sie