Ausgabe 
(28.7.1883) 60
 
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Antipathie verbirgt, sich schimpft, prügelt duellirt» und ich wette, Ihr werdet Euch herz- ^lich nachFirniß " undFalschheit" sehnen

Daß ich die Höflichkeit nicht so weit getrieben haben will, d -ß man wirklich i m-same Menschen mit Rücksicht behandeln soll, versteht sich von selbst; allein so langees nur auf Formen ankommt, rathe ich sogar solchen gegenüber sie nicht provozierend zu ^verweigern. ^

Ich habe meine Erfahrungen zunächst in Süddeutschland gesammelt; sie dürften l

auch anderwärts zutreffen. Es galt mir zunächst, ein Kulturbild der neuesten Zeit zu j

entwerfen und ich glaube, daß sehr Viele es richtig finden werden; ich wollte aber auch l

Winke zueinem besser» Leben" geben; helfen sie Nichts, nun, so war doch meine Ab- i

ficht gut. !

Hitnmeloschau inr Monat August.

X. Venus o im Löwen verschwindet gegen Ende des Monates in den Strahlen ^oer aufgehenden Sonne. ;

Mars F erscheint um Mitternacht in NO., glänzt bei den Hörnern des Stieres !und den Füßen der Zwillinge und hat am 29. seinen höchsten nördlichen Stand. Am s28. befindet er sich 4 ' nördlich vom Mond. !

Jupiter -s erhebt sich gegen 2 Uhr früh über den nordöstlichen Horizont, be- !

findet sich unler Castor und Pollux und steht 5" nördlich vom Mond am 29.

Von seinen Trabanten werden sichtbar verfinstert: der erste am 14. (Eintritt2 Uhr 55 Min. Morgens): der zweite am 3. (Eintritt 4 Uhr Morgens).

Saturn H geht fast gleichzeitig mit Mars in NO. auf und wird am 25. vomMonde bedeckt Abends 7 Uhr. Der Durchmesser der Kugel beträgt 10, die Durchmesser ider Ningaxen 40 und 18 Bogensckunden. s

Am 10. findet ein Sternschuppenfall statt. (Loreuzistrom.) '

M L s e s l l s rr.

(Bier und sein Trinken.) Der Direktor einer Münchener Brauerei sagt: !

Es ist nicht genug gutes Bier in die Welt zu schicken, man sollte auch jeden Wirth !

und Trinker die Behandlung lehren! Wie wird aber verfahren? Wirthe verstehen >!

nicht einzuschänken und " Trinker verstehen nicht zu trinken! Dem Biere muß seine !

Kohlensäure erhalten werden bis zum Munds des Trinkers. Durch die Kohlensäure f

nur bekommt uns das Vier gut. Wird sie durch verkehrtes Verfahren dem Biere ent- !

zogen, so hat es einen widrigen faden Geschmack und liegt wie Blei im Magen, machtKopflckunerzen und allerlei Uebelbefinden. Durch mehrmaliges Umgießen verflüchtigt sichauch die Kohlensäure, desgleichen auch durch Erwärmung. 1) Bedingung ist: Berührungdes Vieres mit der Lust und Erwärmung zu vermeiden so viel als möglich; 2) Das !

Bierglas muß dicht unter dem Hahne gehalten werden. Verkehrt ist aber: Das Ein- ^

schänken tief unterm Hahne und Auf- und Niederfahren des Glases oder gar Luft ein- )

zuspritzen, wodurch die Kohlensäure geradezu ermordet wird; durch dergleichen Verfahren e

kann Schlimmeres nnd Thörichteres dem Biere nicht angethan werden. Die meisten H

Trinker, die kein Verständniß haben, wollen aber viel Schaum sehen. Wirth und Trinker ^

sagen bei viel SchaumDas ist a Bierel!" Der Bierverständige sagt aber:Das ist ;

kein Bier!" s

(Aufmunterung.)Ihr seid doch wahrhaftig die größten Dummköpfe vomganzen Regiment und doch, wenn sich Einer unter Euch nur ein bischen gut hielte,so wär's kein Wunder, wenn er's bis zum Sergeanten brächte, wie ich!"

(Starke Familie.) Beamter: Wie stark ist Ihre Familie? Bauer: Wannwer zammehalte, so verhaue mers ganze Dorf!

Für die Nedaktion verantwortlich Alphons Planer in Augsburg . Druck und Verlag desLiterarisLen Instituts von Dr. Mar Huttler.