(Schlagender Beweis) „Du Seppel, weißt Du, was der Vorsteher neu-lich in der Gemeindeversammlung gesagt Hai? Wir zwei wären die streitsüchtigsten undrauflustigsten Burschen im ganzen Dorfe. Heut' Abend beim Nachhansegehen von, Wirths-haus passen wir ihm auf und hauen ihn so lange, bis er einsieht, wie Unrecht er unsgethan hat."
(Begründete Verinuthun g.) In einer gerichtlichen Bekanntmachung war zulesen: „Man hat in der Elbe eine Leiche aufgefunden, ganz in Stücke zerhackt und ineinen Sack genäht. - Es dürfen dies Umstände sein, welche jeden Verdacht eines Selbst-mordes ausschließen."
(Abgeblitzt.) „Und ich glaube einmal nicht, daß es einen Geist gibt ; was ichnicht mit Augen sehe, glaube ich nicht; was sagen Sie dazu Herr?" „Sie mögenrecht haben, ich bin z. V. der Ansicht, daß Sie kein Loth Hirn im Kopse haben, dennich sehe nichts davon."
(Steigerung.) Schülerin (einen Aufsatz vorlesend): — und er siel um undwar todt. — Lehrerin: Das ist kurz gefaßt, Du hattest da schon etwas hinzufügendürfen, damit der Schluß mehr Eindruck aus den Leser macht. — Schülerin (sich ver-bessernd): — und er siel um und war mausetodt.
(In der JnstruktionSstunde.) Feldwebel: was haben Sie zu thun, wennSie auf Posten stehen und den Jnspektionsoffizier kommen sehen?" — Rekrut: „Jn'sGewehr rufen." — Feldwebel: „Warum?" — Rekrut: „Damit — damit die Wach-mannschaft weiß, daß sie die Karten verstecken soll."
(Keine standesgemäßen Hosen.) Hans: „Mama, ich möchte auch Pump-hosen haben, wie des Amtmanns Fritz; die gefallen mir so gut." — Mama: „Entsetz-lich, Hans, der Sohn eines Kommerzienrathes und Pumphosen! Für dich schicken sich.nur bezahlte Hosen."
(Unerwarteter Aufschluß.) Pfarrer: „Aber Buben schämt ihr euch dennnicht, auf offener Straße zu raufen? Nach euerer Aehnlichkeit scheint ihr gar Brüder zusein! Was würden eure lieben Eltern darüber sagen, wenn sie euch sehen würden?" —Buben: „Uijeh, die raufen erst recht mit einander!"
(Im WirthsHause.) Gast: „Mir scheint, Herr Wirth, der Wein ist schon ge-wässert." — Wirth: „Ein paar Tropfen verträgt er schon noch. Ich kann ja nicht wissen,wie viel Wasser jedem Gaste zuträglich ist."
(Das richtige Thema.) Eine Frau von 60 heirathete einen jungen Mannvon 25 Jahren. Der Prediger, der dies Paar trauen sollte, wählte die Textesworte:„Vater, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was Sie thun."
(Abgeblitzt.) Ein eingebildeter Geck sagte zu einem Darbierjungen: „Hast Duauch schon einen Affen rassirt?" — „Nein, mein Herr," erwiderte der Junge, „aber wennSie sich setzen wollen, will ich es versuchen."
(Geburtsanzeige.) Einem Fleischermeister wurden Zwillinge geboren. Er meldetdies sofort seinen Eltern in folgender Weise: „In Eile thue ich Euch zu wissen, daßwir eben zwei Zwillinge bekommen haben. Das nächste Mal mehr! Euer A."
(Geschmacksache.) Zwei Bauern stritten sich, was am besten schmecke« „Nu,"sagte Hans, „der Kuß meiner Grete ist das Süßeste aufErden." — „Bah," rief Tösfel,„da hast Du wohl noch nie Speck und Erbsen gegessen."
Räthsel.
Zu dein Ersten, um zu tanzen,
Eilt vergnügt die junge Welt;
Auf dem Zweiten bei dem GanzenFiel im Waffcntanz ein Held.
Auflösung des Räthsels in Nr. 66: „Das Gewitter."-
Für die Redaktion verantwortlich Alphons Planer in Augsburg . — Druck und Verlag desLiterarischen Instituts von Or. Max.Huttler .