«Ist das Ihr letztes Wort, Edith?" fragte er, todtbleich geivarde».
„Mein letztes."
Sie warfen ihre Neffe herum, riud still und schweigend ritten sie nunmehr demnahen Schlosse zu.
(Schluß folgt.)
Das MKirrihaL von Lshr bis AschMenburg.
Von In-. Ludwig Herrmann.
I.
Der Main beschreibt von Lohr bis Afchassenburg in vielfachen Krümmungen einenweiten Bogen. Von Lohr zieht er in südlicher Richtung gegen Wcrtheim hin, strömtdann westlich gegen Miltenberg und wendet sich dort nach Norden, um Aschaffenburg zu erreichen. Durch diese weite süd-nördUche Windung umsäumt er den Spcssart. DieEntfernung von Lohr bis Aschassenburg beträgt in der Luftlinie nur 31 Kilometer dieLänge der Mainstrccke von da bis dorthin aber 110 Kilometer.
Das Mainthal von Lohr bis Aschaffenburg ist reich an herrlichen Landschaftsbildernund geschichtlichen Denkwürdigkeiten und ähnelt dem Nheinthal; auch hier sind mit Neben-geländen geschmückte Berge, stattliche Fürstenschlösser, pittoreske Burgruinen, altersgraueAbteien, am Fuße der Berge idyllische Dörfchen und Siädte mit Giebeldächern, Erkernund spihbogigen Kirchen. Das Nheinthal mit seinem majestätischen Strome und seinenzackigen Schieserselsen ist großartiger, das Maiuthal aber lieblicher. Seine Bundsand-steinberge haben eine sanfte, mehr wellenförmige Physiognomie, mehr abgerundet.«Konturen. Der größte Theil des Spessarts ist mit Bundsändstein bedeckt; auf demhumusreichen Boden dieser porösen, den Einflüsse» der Luft und des Wassers leicht zu-gänglichen Sandsleingebilde gedeiht die Eiche vortrefflich, besonders wenn sie, wie hier,meist mit Buchen untermijcht ist. Auch die das linke Mainuser begleitenden Berge desöstliche» Odenwaldes gehören meist der Buntsandstein-Formation an und sind ebenfallsschön bewaldet. Die von den Sohlen bis zu den Gipfeln herauf mit den prachtvollstenEichen und Buchen bewachsenen Berge mit ihren mannigfach gekrümmten Seitenthäler»bilden den Hauptschmuck unseres von Poesie, Sage und Geschichte mit einem unmuthigenSchleier umwobene» Mainthales. Einen so üppigen Waldschmuck haben die Berge desNheinthals nicht.
Im Jahre 1843 wurde in Würzburg eine Main-Dampfschiffsahrts-Gesellschastgegründet, welche 8 Dampfer baute, mit denen sie den Main von Bamberg bis Mainz besuhr. Dazu wurde das Mainthal viel von Engländern und Norddeutschen besucht«Leider löste sich im Jahre 1839 diese Gesellschaft wieder auf. Durch die vor zweiJahren erfolgte Eröffnung der in die Aschaffenburg -Würzburger Bahn einmündendenLohr -Wertheimer Bahn ist jetzt ein Theil des Maiuthals den Vergnügungsreisendenwieder zugänglich gemacht. Die 38 Kilometer lange Lohr -Wertheimer Bahn läuft längsdes rechten Mainufers hin und hat fast an allen schönen Punkten Haltestalionen.
Von Lohr an ziehen hohe, von unten bis oben hinauf in dichtem Laubschmuckprangende Berge links des linken Mainufers hin, viele Seitenthäler öffnen sich, ausdenen da und dort Kirchthürme hervorlugen und uns ihre Glockengrüße über den Flußherüber zusenden. Auf dem rechten Ufer treten anfänglich die Waldberge etwas zurück.Die erste Haltestation „Nodcnbach" breiet uns ein liebliches Bild; am rechten Ufer er-blicken wir das von üppigen Fluren umgebene Dorf und das schöne Schloß und Hof-gut des Freiherr» von Dalberg und gegenüber am linken Ufer das Dorf Pflochsbach .Nach kurzer Fahrt erreichen wir die Station „Neustadt". Das Dorf liegt am rechtenUfer innerhalb eines Halbkreises von Bergen . Hoch empor ragen die zwei viereckigenThürme der ehemaligen Abteikirche. Am Ufer erscheinen ohne Dachstuhl die Umfassungs-mauern der durch eine Feuersbrunst in den sechziger» Jahren zerstörten weitläufigen