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zwei 21 Cm.-Geschütze in zwei gepanzerten Halüthürmen unter der Kommandobrücke undzwei gleiche Geschütze unter der Back hinter einem Panzerschilde. Ueber dem Deck ragtdie Bemastung, das Bugspriet und die Schornsteine hervor; vier Decks- resp. Torpedo-boote stehen auf demselben, die übrigen hängen an Krähncn außerbords. Eine Anker-winde, das doppelte Steuerrad, das Kartenhaus und Reservespiercn bemerkt man dortgleichzeitig; den oberen Theil der äußersten Bordwand bilden die sogenannten Finknetz-kasten, in welchen die Hängematten der Mannschaft während des Tages aufbewahrtwerden.
2) Das Batteriedeck. Dasselbe ist der Länge nach durch zwei gepanzerteQuerwände in die Kasematte, die Vor- und Achterbattcrie eingetheilt. Die Kasematteumfaßt das Geschützemplacement, neun 24-Cm.-Stahlgcschütze auf Rahmenlafctten stehenauf jeder Seite; den Hinteren Theil der Kasematte bilden zwei Lazarethe für Friedens-zwecke, während sich am Hinteren Panzerschott mitschiffs das Gefechtsrnder nebst Steuer-kompaß befindet. In dem vorderen Theil der Kasematte sind die Küche, ferner einezweite Ankerwinde sowie Einrichtungen zum Lanzircn von Torpedos aufgestellt. Zwischenund vor den Geschützen befinden sich Tische, Bänke und Spinde für Backntensilien, Eß-geräth der Geschützmannschaften, an den Decksbalken Hängematthakcn, da die Batterieals Schlafraum für einen Theil der Mannschaft dient. Vor dem Panzerschott befindensich die Verfingen zum Festlegen der Ankerkctten; zu beiden Seiten die Latrinen.
Hinter dem Panzcrschött sind eine Anzahl Kabinen für den Stab sowie für Bureau'seingerichtet; am hintersten Ende befindet sich die Admiralkajüte nebst Schlaf- und Speise-zimmer, in welchem letzteren ein 21 Cm.-Gcschütz als Heckvertheidigung aufgestellt ist.
3) Das Zwischendeck. Im hintersten Theil desselben befinden sich die Speise-kammer der Offiziermesse und Badcräumc, daran schließt sich die Offiziermesse (Speise-zimmer), zu deren beiden Seiten Kabinen für die Offiziere eingerichtet sind; dann folgtweiter nach vorne die Kadettenmesse an der Backbordseite, Offizierkabincn an der Steuer-bordseite und der Schlaf- und Waschraum für die Kadetten mitschiffs. Unter diesenRäumen liegen die Vorraths-, Chronometer- und Jnstrumentenkammern, sowie Munitions-räumc. Der mittlere Theil des Zwischendecks dient als Schlaf- und Eßraum einesTheils der Mannschaft, sowie zur Unterbringung ihrer Kleider. Hier befinden sich auchdie Arrestzellen. Unter diesen Räumen liegen Maschine, Kessel- und Kohlenbunker, welcheletztere 8000 Tonnen Kohlen fassen. Im vorderen Zwischendeck sind die Kabinen derDeckoffizicre; unter demselben liegen Munitionskammern, die Wasserlast und andere Vor-rathsräume und Helegats rc.
An einem Freitag Morgen dampft Se. Majestät Panzerfrcgatte „König Wilhelm"mit vier Kesseln etwa acht Knoten; das Wetter ist schön, die See ruhig, die Mitter-nachtswachc geht zu Ende.
3 Uhr 50 Minuten. „Wache und Freiwächter wecken!" ertönt das Kommandodes wachthabenden Offiziers und „Wache und Freiwächter aufstehen!" repetiren dieBootsmannsmaate in die Schlasräume hinunter, mit einem langen Pfiff aus den Boot-maunspfeifen. Die Gerufenen haben zehn Minuten Zeit sich anzukleiden, ihre Hänge-matten zu schnüren, dieselben auf das Oberdeck zu bringen, wo sie in die Finknetzkastenverstaut werden. Punkt 4 Uhr (8 Glas) wird die neue Wache, sowie die Freiwächter,die in Musterungs -Divisionen antreten, von den Unteroffizieren namentlich verlesen, wäh-rend die alte Wache sich in ihre Hängematten begibt. Nach der Musterung beginnt dieWäsche der Kleider; für jede Back (Tisch) sind ein Waschfaß und einige Pützen (Wasser-Eimer) bestimmt, welche hierzu verwendet werden. Nach Beendigung der Wäsche wirddieselbe an die dazu vorbereiteten Wäschejallen (Leinen) aufgehängt und zwar von derSteuerbordwache an der Steuerbordseite, von der Backbordwache an Backbord, daswollene Zeug unten, das leinene darüber. Zum Waschen und Aufhängen des Zeuges